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Zwölfuhrläuten Heustreu in Unterfranken

So harmlos das Flüsschen Streu, das bei Heustreu in die fränkische Saale mündet, auch erscheinen mag – in der Vergangenheit hatte es der alten Pfarrkirche oft schwer zugesetzt. Im Jahr 1626, so der Chronist, stand das Wasser über dem Taufstein.

Von: Regina Fanderl

Stand: 19.11.2017 | Archiv

Dazu jammerten die Kirchgänger über qualvolle Enge in den Kirchenbänken und auf der Empore, wo es mitunter mit der Andacht nicht mehr weit her war. So stand man in den 50er Jahren schließlich vor der Frage: Abreißen oder restaurieren? Die Entscheidung fiel für einen Neubau und der damalige Pfarrer sammelte zielstrebig und erfolgreich.

Breites Kirchenschiff

Beim Abriss tauchte nicht nur ein Skelett auf, sondern auch eine große Menge antiker Münzen. Der Kirchen-Neubau sollte sich – so wollten es die Denkmalschützer – störungsfrei in das Ensemble der ehemaligen Kirchenburg mit dem Echter’schen Kirchturm, Mauerring und Rundtürmen eingliedern.
Nach dem Plan des Dombaumeisters Hans Schädel wurde das Kirchenschiff nicht länger, dafür viel breiter und nach dem Geschmack der Zeit zurückhaltend ausgestattet. Mit 65 Quadratmetern überdimensional groß ist dafür das Bild an der Rückwand des Altarraumes mit Christus am Kreuz und den Engeln.
Die Weihe mit dem neuen Patronat "Zu den Heiligen Schutzengeln" war vor 60 Jahren.

Altar näher an den Gläubigen

Erst kürzlich ist die Kirche von Heustreu generalsaniert und völlig "umgeräumt" worden. Der sinkenden Zahl der Gottesdienstbesucher entsprechend gibt es nur noch halb so viele Plätze. Der Altar ist näher an die Gläubigen herangerückt. Es soll kein Gefühl der Verlorenheit in dem großen Raum aufkommen.

Vom Turm laden indes unbeirrt fünf Glocken zum Gebet. Die älteste stammt von 1769, die größte, aus der Gießerei Bachert, wiegt über eine Tonne und ist, wie die ganze Kirche, den Schutzengeln geweiht.


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