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Zwölfuhrläuten Allersheim in Unterfranken

Als die Allersheimer Kirche im Sommer ihren runden Geburtstag hatte, gratulierte eine große Schar von Gläubigen auf anrührende Weise: sie bildeten eine Menschenkette rund um ihr Gotteshaus. Sie "umarmten" es.

Von: Regina Fanderl

Stand: 27.11.2016 | Archiv

Seit 400 Jahren also thront die den beiden Heiligen Walburg und Georg geweihte Kirche auf einer Anhöhe über den Häusern des Giebelstädter Ortsteils. Und schon seit Anbeginn bietet sich in ihrem Inneren dem frühen Kirchgänger ein besonderes, fast mystisches Erlebnis: wenn die Sonne aufgeht, bündelt sich das goldene Licht, das durch die hohen Altarfenster fällt, direkt am barocken Hochaltar. So, als ob es sagen wollte: schaut her, hier wohnt Gott.

Einsatz und Gemeinschaft

Dass er hier, in einem komplett neuen Bau, wohnen konnte, dafür sorgten die Allersheimer Anfang des 17. Jahrhunderts mit aller Kraft. Auf einer Inschrift über dem Portal der zweigeschossigen Kirche heißt es:

In gott‘s samt Jorgn und Walburgs ehr
Bawt man new diese kirch alher
Tausend sechshundert sechzehen jar
Nach Christi geburt als geschriben war
Bischoff Julius das werkh regt an
Kloster Brumbach wendt den Kosten dran
Jedoch hilfft tragen auch den Last
Der Allersheimer Gottes Kast

Die Einsatzbereitschaft der Bevölkerung war in den 400 Jahren immer mal wieder vonnöten.

"Echter-Turm"

Der Würzburger Fürstbischof, Julius Echter von Mespelbrunn, der den  Allersheimer Kirchenbau angeregt hat, erlebte dessen Fertigstellung nicht mehr. Namentlich vertreten bleibt er für alle Zeit durch den markanten Kirchturm, wie er als so genannter "Echter-Turm" in vielen unterfränkischen Orten entstanden war: mit einem spitzen, achteckigen Helm auf einem quadratischen Umriss.

Dort oben läuten die drei, 1951 von Czudnochowsky in Bronze gegossenen Glocken nicht nur zu Jubiläumszeiten.


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