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Sehnsuchtsort Hütte Das ist die Höhe!

Ethymologisch bedeutet Hütte „ein mit einfachen Mitteln errichteter Zufluchtsort“. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr der Begriff eine positive Erweiterung von der ärmlichen Hütte zur gemütlichen Freizeitoase. Auch die Romantik kam ins Spiel. Nicht umsonst schwärmen Bergwanderer vom Hüttenzauber.

Von: Ulrich Zwack

Stand: 11.08.2019 | Archiv

Rund 1300 öffentliche Hütten gibt es in den Alpen. Sie unterscheiden sich je nach Lage und Erreichbarkeit. Der Alpenverein nennt 3 Stufen: Kategorie 1 sind die höher gelegenen Hütten, die nur zu Fuß erreichbar sind. Kategorie 2 sind die Unterkünfte nahe einer Seilbahn. Und bei Kategorie 3 kann der Urlauber direkt mit dem Auto vorfahren.

Bescheidener Komfort

Wer die Natur liebt braucht keine 5-Sterne-Unterkunft. Zwar sind die Ansprüche der Bergurlauber gewachsen, aber im Vergleich zum Massentourismus immer noch bescheiden.

"Von dem nostalgischen Denken von früher, wo die Wanderer zur Übernachtung oder bei Schlechtwetter in ein Massenlager gekommen sind und ohne die Möglichkeit, sich zu waschen oder zu verpflegen, sind wir schon sehr weit weg. Mittlerweile geht’s eher in die Richtung, dass wir einen machbaren Komfort auf den Hütten schaffen wollen: Richtung kleine Zimmerlager und keine Matratzenmassen-lager."

Robert Kolbitsch, Hüttenbeauftragter beim Deutschen Alpenverein

Einkehren inmitten der Natur

Für empfindliche Gemüter ist und bleibt eine Hüttenübernachtung eine Herausforderung. Auch in kleinen Zimmerlagern können Geräusche und Gerüche der fremden Mitschläfer den eigenen Schlaf erheblich stören. Da heißt es: Augen zu und durch.

Vom richtigen Standort kann man sich leicht auf den Weg machen.

In hektischen Zeiten sucht der Mensch nach Rückzugsorten, wo er abschalten und zur Ruhe kommen kann. Je nach Typ kann das der Strandkorb, die Luxussuite oder die Berghütte sein. Vor allem Naturfreunde schätzen die Abgeschiedenheit und alpine Weitläufigkeit. Und auch manche Hüttenwirte erfüllen sich mit dem Rückzug auf die Alm einen Traum.

"I hab dacht, kein Computer mehr, keine Bücher mehr. I  mag jetzt aufn Berg. Und des hat mir dann so guat taugt, dass i des 6,7 Jahr immer gmacht hab auf der Hüttn garbeitet. Und es war mir klar, wenn an Hüttn frei wird, dann bewerb i mi."

Susanne Härtl, Hüttenwirtin


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