BR Heimat

Zeit für Bayern Alte Wege und neue Entdeckungen

Ein steinzeitlicher Jäger durchstreift das Gebirge. Die Abbildung zeigt eine Filmszene aus „Der Mann aus dem Eis“ | Bild: Port au Prince Filmproduktion/Fotograf: Martin Rattini

Samstag, 8-7-2023
9:05 nachm. to 10:00 nachm.

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BR Heimat

Wandernd Geschichte entdecken
Der Amtsbotenweg zwischen Königsberg und Coburg
Von Susanne Roßbach

Feuerstein und Bratpfanne
Archäologie im Gebirge
Von Andreas Pehl

Wiederholung von 12.05 Uhr, Bayern 2
Diese Sendung hören Sie auch in der BR Radio App bei Bayern 2 und ist als Podcast verfügbar.

Wandernd Geschichte entdecken
Der Amtsbotenweg zwischen Königsberg und Coburg
Von Susanne Roßbach

Der "Amtsbotenweg" ist heute eine Wanderstrecke von Königsberg in Bayern über Seßlach nach Coburg. Sanfte Hügellandschaften, kleine Flusstäler und tiefe Wälder machen den Weg abwechslungsreich. Er ist 51 Kilometer lang.
Zwischen 1826 und 1918 gehörte Königsberg zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. Zwischen der Amtsstadt Königsberg und der Residenzstadt Coburg trug ein Amtsbote Nachrichten und Akten hin und her. Ein mühsamer Job. Neun Stunden brauchte der Bote in der Regel für die einfache Strecke. Mindestens zweimal die Woche musste er den Weg gehen - bei jeder Witterung.
Die Autorin Susanne Roßbach hat sich auf den Spuren des letzten Amtsboten Peter Bittenbrünn begeben und ist den Weg durch die Haßberge und das Coburger Land gewandert. Außerdem hat sie im Coburger Staatsarchiv Akten zum Amtsbotenweg aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts studiert. Daraus geht hervor, wie mühsam sein Leben gewesen sein muss. Es steht exemplarisch für die Not der unteren Schichten in Zeiten der politischen Unruhen und der Massenarmut.

Feuerstein und Bratpfanne
Archäologie im Gebirge
Von Andreas Pehl

Schon seit vielen tausend Jahren sind Menschen in den Alpen unterwegs. Archäologische Spuren aus der Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit kann man beim Wandern in der Zugspitzregion, im Kaisergebirge oder im Karwendel finden: Feuersteinklingen und Steinbeile, Werkzeuge aus Bronze oder Eisen tauchen immer wieder aus der dünnen Humusschicht der Berge auf, manchmal direkt auf dem Wanderweg. Archäologinnen versuchen, die vorgeschichtliche Besiedlung der Bayerischen Berge zu erforschen und die vielfältigen Beziehungen und die internationale Vernetzung der Menschen von Norden nach Süden, von Osten nach Westen durch die Jahrtausende nachzuvollziehen.

Zusammen mit den Archäologen Caroline von Nicolai und Dr. Joachim Pechtl, der Sprachwissenschaftlerin Corinna Salomon und dem Alpenforscher Prof. Werner Bätzing beschäftigt sich Andreas Pehl mit der Frage, wie und wo Menschen in den Bergen unterwegs waren, seit wann Almen bewirtschaftet wurden, welchen Weg die Metalle und Erze der Alpen nahmen, wie etruskische Schriftzeichen in die Bayerischen Alpen kommen und was wir vielleicht aus solchen historischen Erkenntnissen heute lernen können.

Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Zeit für Bayern zeigt das Land im Herzen Europas in seiner ganzen Vielfalt. Eine unterhaltsame Heimatkunde für alle, ob alteingesessen oder neuzugezogen, ob aus Kempten oder Köln, Nürnberg oder Neapel, Berlin, Bagdad oder Berchtesgaden. Denn Heimat ist da, wo man sich kennt und auskennt. Zeit für Bayern bietet die Gelegenheit, die Landstriche und die Menschen Altbayerns, Frankens und Schwabens näher kennen zu lernen und neu zu erfahren - bayerisches Leben und bayerisches Lebensgefühl abseits aller Klischees.

"Zeit für Bayern" ... sollte jeder haben!