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Das beweges Leben, das Ordnung sucht

Aristoteles Das beweges Leben, das Ordnung sucht

Stand: 12.10.2016

Figur des Philosophen Aristoteles vor der Universität in Freiburg | Bild: picture-alliance/dpa

Nicht nur sein Werk, bereits er selbst führte ein bewegtes Leben. Aristoteles musste mehrmals fliehen und um sein Leben fürchten. 384 v. Chr. als Sohn eines Leibarztes des makedonischen Königs geboren, schien ihm in die Wiege gelegt, sein Leben nach der Gunst oder Ungunst der jeweils Herrschenden ausrichten zu müssen. Mit siebzehn Jahren ging  Aristoteles nach Athen. Sein Ziel: Platons Akademie, die damals renommierteste Schule. Erst zwanzig Jahre später verließ er sie wieder. Aus dem Schüler war der Lehrer geworden, der mittlerweile seinen eigenen Weg gefunden hatte, wie man wesentlichen Fragen nachgeht. Er hatte ältere Texte, Dialoge, Reden und Urteile studiert und erkannt: Es gibt da gemeinsame Strukturen im Denken, wenn etwas besonders schlüssig, stichhaltig und erfolgreich begründet wird. Das hatte in dieser Deutlichkeit so noch keiner ausgesprochen. Am Beginn von Aristoteles' eigenen Schriften steht somit das, worauf auch heute noch letztlich alles Schließen fußt: die Logik. Weiß man also, wie man "richtig" schließt und urteilt, kann man anfangen, das bloße Wissen zu ordnen: Gesteine, Tiere, Pflanzen, aber auch alles nicht-Greifbare von rhetorischen Kniffen, den verschiedenen Arten der Freundschaft und der Unterteilung der Wissenschaften bis hin zu den ganz großen Problemen noch "jenseits" der physikalischen Welt. Hier nun, in dem, was man Metaphysik und Ontologie nennt, lassen sich die allgemeinsten aller Fragen stellen: Was ist Sein? Was gibt den Dingen ihren Zweck? Wie hängen Form und Materie zusammen?

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