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Studie zu Übergewicht Mehr Dicke, mehr Diskriminierung

Es gibt immer mehr dicke Menschen, als Krankheit wird Adipositas aber nach wie vor nicht wahrgenommen. Die Diskriminierung extrem dicker Menschen sei gestiegen, sagt Claudia Luck-Sikorski von der SRH Hochschule für Gesundheit in Gera.

Stand: 21.09.2016

Männerfüße auf einer Waage | Bild: picture-alliance/dpa

Jeder zweite Deutsche bringt zu viele Kilos auf die Waage. Jeder vierte Erwachsene zwischen 18 und 79 Jahren gilt als fettleibig. Extremes Übergewicht, sogenannte Adipositas, aber wird nach den Worten der Professorin für Psychische Gesundheit und Psychotherapie, Claudia Luck Sikorski oft als selbstverschuldet angesehen.

"Die stark übergewichtigen Menschen werden aber dann doch negativ beurteilt, als unästhetisch, faul, sie sind selbst schuld an ihrem Zustand."

Claudia Luck Sikorski

Adipositas aber sei ein Krankheitsbild. Die Menschen bräuchten Hilfe. Aufklärung ist nach den Worten der Psychotherapieprofessorin vonnöten. Medien sollten nicht immer nur das Bild des "kopflosen Dicken zeigen, wo man Kopf und Beine nicht sieht, nur den beleibten Leib, der dann meistens noch porträtiert wird, wenn er isst." Das sei ein Klischee, das nicht belegt sei. Stattdessen müsse über die komplexen Ursachen der Adipositas aufgeklärt werden. Schuldzuweisungen seien falsch.

Claudia Luck-Sikorski von der SRH Hochschule für Gesundheit in Gera ist Mitautorin des XXL-Reports von DAK-Gesundheit und Johnson & Johnson Medical, der heute veröffentlicht wird.


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