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Fußball-Patriotismus Rechten nicht in die Hände spielen

Der Marburger Sozialpsychologe Ulrich Wagner warnt vor einer Schwarz-Rot-Goldenen-Euphorie in Zeiten von Pegida. Patriotismus könne umschlagen oder von Rechten missverstanden werden, so Wagner im radioWelt-Interview.

Stand: 28.06.2016

Deutschland-Flaggen ziehren eine Hauswand | Bild: picture-alliance/dpa

Der Marburger Sozialpsychologe Ulrich Wagner

Schwarz-rot-goldene Flaggen bei Fußballspielen symbolisieren nach den Worten des Marburger Sozialpsychologen Ulrich Wagner die Zugehörigkeit zur Mannschaft. Das tue auch dem eigenen Gefühl gut, sich einer großen Gruppe zugehörig zu fühlen. Allerdings berge eine hohe Identifikation mit Gruppen, in diesem Fall mit einem Land, die Gefahr, andere abzuwerten. "Vielleicht für den einzelnen Fan, der eben das Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft trägt, dass das gar nicht so eine Bedeutung hat. Aber wir leben eben in Zeiten, in denen Flüchtlingsheime brennen, in denen Pegida wieder großen Zulauf bekommen hat."

"Deshalb sollte sich jeder überlegen, ob es sinnvoll ist, mit der eigenen Symbolik dazu einen Beitrag zu leisten, selbst wenn das gar nicht so gemeint ist."

Sozialpsychologe Ulrich Wagner

Den Aufruf der Grünen Jugend "Fahnen runter" bei Fußballspielen unterstütze er als Psychologe. Das Vortragen von nationalen Symbolen beinhalte die Gefahr, Nationalismen zu fördern.


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