Bayern 2 - radioWelt


3

Hochsprung-Legende Carlo Thränhardt Kritik an Olympia-Wettbewerben vor fast leeren Rängen

Einige Wettbewerbe in Rio finden vor kaum gefüllten Zuschauerrängen statt. Der frühere Hochsprung-Leichtathlet Carlo Thränhardt sagt dazu in der radioWelt auf Bayern 2: "Für Sportler ist das nicht motiverend."

Stand: 17.08.2016

Carlo Thränhardt | Bild: picture-alliance/dpa

Zur Person

Der Leichtathlet Carlo Thränhardt gehörte in den 80er Jahren zur Weltspitze im Hochsprung: Er hat dreimal den Hochsprung-Weltrekord aufgestellt, zuletzt 1988 mit einer Höhe von 2,42 m. Heute arbeitet er als Fitness- und Mentalcoach.

Carlo Thränhardt, ehemaliger Leichtathlet und heutiger Mentaltrainer, hat Kritik geübt an der Organisation der Olympischen Spiele in Rio. Im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2 sagte Thränhardt zu teilweise leeren Rängen: "Das halte ich für äußerst schwierig und auch nicht für zielführend."

Wenn man bei Olympischen Spiele in Ländern, wo Leute kein hohes Einkommen haben, den Menschen keine Möglichkeit gebe, um die Wettbewerbe zu sehen, dann sei einfach etwas von der Organisation nicht sinnvoll geregelt worden, meint er.

"Gerade auch für einen Sportler, der vor zu einem Drittel gefüllten Rängen Höchstleistung bringen soll, ist das nicht wirklich motivierend."

Carlo Thränhardt

Thränhardt beklagte den fehlenden absoluten Willen mancher Athleten beim Hochsprung.

"Wenn Sie sich überlegen, dass ich vor 27 Jahren 2,42 Meter gesprungen bin, ist es erstmal logisch, dass es eigentlich deutlich höher geht. Ich bin überrascht, dass die auch noch nicht höher gesprungen sind. Ich glaube, die Bedingungslosigkeit im Training, wie wir sie damals hatten, fehlt. Wir hatten das große Ziel als erste über 2,40 zu springen und ich glaube, das ist heute nicht mehr ganz so. Man gibt sich eher zufrieden mit einer Medaille mit 2,38 Meter."

Carlo Thränhardt

Das sei zwar auch eine großartig Höhe, betonte Thränhardt. Er halte aber eine Steigerung für durchaus möglich, sagte er in der radioWelt auf Bayern 2.


3