Bayern 2 - Heimatspiegel

Volksmusik und Informationen

Heimatspiegel Volksmusik und Informationen

Spiegelung in einer Qwetschn | Bild: BR / Stefan Frühbeis

Zur Einstimmung auf den Tag: Mit Volksmusik aus der Region und mit Moderatoren, die in Bayern daheim sind. Volkskundliches und Brauchtum finden hier ihren Platz, doch darüber wird auch der Blick auf die Gegenwart nicht verstellt.

Denn Heimat ist das Hier und Heute. Heimat ist der Ort, wo die Menschen in vertrautem Umfeld leben und auch die eine oder andere Überraschung erleben.

Sendezeiten

Der "Heimatspiegel" wird Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag aus dem Funkhaus München gestaltet.

Am Dienstag, Donnerstag und Sonntag übernehmen dies die Kollegen aus dem Studio Franken in Nürnberg. Den Regionen entsprechend ist auch die Musik ausgewählt.

Aktuelle Themen aus Bayern, regionales Brauchtum, Wetter und Veranstaltungshinweise ergänzen das Programm.

Heimatspiegel extra

An Feiertagen senden wir einen "Heimatspiegel extra": zu hören um 7.05 Uhr auf Bayern 2 und um 8.05 Uhr auf BR Heimat.

Feiertagsprogramm

Christi Himmelfahrt, 10. Mai

Zirbelpesto und Zirbelstube
Die Zirbe - ein besonderer Baum der Alpen
Von Andreas Estner

„Führe wichtige Verhandlungen in einem Zirbelzimmer“, sagt eine alte Südtiroler Volkweisheit. Denn Zirbelholz, das wusste man schon immer, beruhigt die Gemüter. Ob sich die Bayerische Staatskanzlei deshalb eine „Zirbelstube“ einbauen ließ, bleibt Spekulation. Sicher ist: Immer mehr Schlafforscher behaupten, dass der Duft von Zirbelholz tatsächlich die Herzfrequenz senkt und einen tieferen, erholsameren Schlaf schenkt. Uraltes Wissen, sagen Baubiologen und Anthroposophen.   

Zirbe

Die Zirbe (Pinus cembra) liefert im Alpenraum seit Jahrhunderten feinstes Möbelholz für besondere Räume. Bauernstuben und Gaststuben werden und wurden mit dem feinen, rötlichbraunen Holz ebenso ausgetäfelt wie Amtsstuben oder Klosterzellen. In den Schlafräumen des Klosters Müstair im Unterengadin schwebt der ätherische Zirbelduft noch nach dreihundert Jahren deutlich durch die Luft. Und eine Erkenntnis in Sachen „Zirbel“ ist noch älter: Menschen mögen den Duft - Motten, Bakterien und Pilze dagegen verabscheuen ihn und suchen das Weite.      

Heute ist die Zirbe als Möbelholz auch in Bayern wieder „in“ - wegen ihres Duftes und wegen ihrer Maserung. Doch in Bayern bleibt sie nach wie vor Importware. Die widerstandsfähigen Bäume, die bis zu 1000 Jahre alt werden können, wachsen in den extremen Lagen der Zentralalpen. Aus den Dolomiten stammt der ladinische Name „Zirm“. In Südtirol wird die Zirbe geliebt und auch gern zu Likör und Schnaps verarbeitet. Und damit nicht genug: Auf der Kesselalpe im Ultental gibt es jetzt sogar Spaghetti mit Baumgeschmack. Zirbelpesto - der letzte Schrei.      

Ein „Heimatspiegel extra“ von Andreas Estner für Holzwürmer und andere Naturfreunde.

Pfingstsonntag, 20. Mai

„Komm, Schöpfer Geist!“
Die schöpferischen Ideen der Fischbachauer Sängerinnen
Von Martin Wieland

Veni creator spiritus (zu deutsch: „Komm, Schöpfer Geist“) ist ein lateinischer Hymnus aus dem 9. Jahrhundert. Wenn man sich die unzähligen Lieder der Fischbachauer Sängerinnen anhört, könnte man glauben, dass dieser „Schöpferische Geist“ des Öfteren bei ihnen zu Gast war. Seit 1947 haben die drei Dirndl aus dem Leitzachtal im Miesbacher Oberland miteinander gesungen und in den fünf Jahrzehnten ihres aktiven Zusammensingens eine Vielzahl von Liedern geschaffen, die bis heute einzigartig und in ihrer Singpraxis unerreicht sind.

Der Kiem Pauli ist sichtlich stolz auf die Dirndl und vermittelt schon bald zahlreiche Veranstaltungen und Rundfunkaufnahmen.

Die Fischbachauer Dirndl (Kathi Greinsberger, Rosi Prochazka (+2017), Franziska Bucher), kennen sich seit ihrer Schulzeit in der Klosterschule am Wallfahrtsort Birkenstein. Das gemeinsame Singen wird bald zu einer großen Leidenschaft: Schnell wird der Volksliedsammler Paul Kiem aus Wildbad Kreuth aufmerksam auf die drei Dirndl mit den glockenreinen Stimmen. In den Jahrzehnten danach werden die Fischbachauer Sängerinnen mit ihrer herausragenden dreistimmigen Singpraxis und vor allem mit vielen eigenen Liedern bekannt. Sie prägen damit die alpenländische Volksmusik entscheidend mit.

Weit über die Grenzen des Leitzachtales hinaus zeigen die „Fischbachauerinnen“ ihre Verbundenheit und Liebe zu ihrer Heimat. Perfekte Intonation und ein faszinierender Stimmumfang sind es, was sie zur Legende werden lässt. Verbunden mit der kreativen Ader, im Stil der alpenländischen Volksmusik neue Lieder zu schaffen, die bis heute ebenso legendär sind wie ihre Schöpferinnen selbst. Neben Alm- und Liebesliedern entstehen viele geistliche Lieder, die im kirchlichen Jahreskreis bis heute landauf und landab zum Einsatz kommen und von anderen Gesangsgruppen gerne in deren Repertoire übernommen werden.

Martin Wieland erinnert im „Heimatspiegel Extra“ am Pfingstsonntag mit Interviews und Archivaufnahmen an den „schöpferischen Geist“ der Fischbachauer Sängerinnen.

Blick ins Fotoalbum

Pfingstmontag, 21. Mai

Piave 1918
Kriegsmusik und Gesänge von der Italienfront
von Stefan Semoff

'La Leggenda del Piave' – die Legende vom Piave: Mit diesem Schlagwort umschrieb die italienische Propaganda jenen Vorstoß, der 1918 den Zusammenbruch der österreichischen Truppen besiegelte. Dem Finale an der Südfront vorangegangen war ein jahreslanges Ringen, das beiden Seiten Hundertausende Gefallene bescherte, aber nur geringfügige Geländegewinne einbrachte. Aus ihrem Sieg in der zwölften Isonzoschlacht bei Karfreit 1917 hatten die österreichisch-deutschen Truppen keinen nachhaltigen Nutzen ziehen können. Dank französischer, britischer und amerikanischer Unterstützung wurde das italienische Trauma von Caporetto wettgemacht. Italien zählte schließlich zu den Siegern des Ersten Weltkriegs.

Artillerie an der Piave 1917

Lieder und Gesänge, Hymnen und Konzertmärsche illustrierten die Kampfhandlungen auf beiden Seiten: Tönende Kriegspropaganda im Gewand säbelrasselnder Blechmusik, aber auch inniger Chorgesänge voll berührender Klage über das Leid der Väter und Söhne…

In seiner Sendung präsentiert Stefan Semoff musikalische Dokumente aus einem Kriegskapitel, das als 'Verdun der Südfront' in die Annalen der Weltgeschichte eingegangen ist. Zu hören im 'Heimatspiegel extra' am Pfingstmontag.

Fronleichnam, 31. Mai

„Schöne Weisen - gute Geister“
Das Alpenländische Weisenblasen
Von Andreas Estner

„Auf de Berg wohnen nur gute Geister“ sagt der Tiroler Musikant Peter Moser. Vor mehr als 40 Jahren hat er auf einem Berggipfel im Tiroler Alpbachtal mit einer kleinen Bläserformation begonnen, Volkslieder nicht zu singen, sondern mit Blechinstrumenten zu blasen. Etwa zur gleichen Zeit arrangierten auch im oberbayerischen Frasdorf junge Musikanten Jodler und Lieder für Blechbläser.

Weisenbläser

Entstanden ist daraus eine eigene Musizierform, die heute im Alpenraum nicht mehr wegzudenken ist: das Weisenblasen. Vom Vintschgau in Südtirol bis in den Bayerischen Wald umrahmen Weisenbläser heutzutage festliche Anlässe im Jahreslauf, von der Trauung bis zur Beerdigung, von der Christmette bis zum Berggottesdienst.

Das Weisenblasen ist in wenigen Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Festtagskultur in Bayern, Österreich und Südtirol geworden. Musikpädagogen vermitteln Weisen mittlerweile im Unterricht als Vorbereitung für klassische Kammermusik. Weil die Weisen in ihrer Schlichtheit hohe Anforderungen stellen - an bläserisches Können ebenso wie an kammermusikalisches Zusammenspiel.

Ein „Heimatspiegel extra“ über das Weisenblasen von Andreas Estner.

Bayern natürlich

Obacht Bairisch, Gerald Huber, Stad halten | Bild: Bayern 2 zum Video Obacht Bairisch! Stad halten! Genießen!

Immer geht's rund, halt nie stad, wie wir Baiern sagen. Das bairische stad kann - genauso wie das schriftdeutsche still - zweierlei bedeuten: still sein und still stehen. Wobei stad ein ganz anderes Wort ist als still. [mehr]


Obacht Bairisch!: Geschenke gehören halt dazu  | Bild: Bayern 2 zum Video Obacht Bairisch! Geschenke gehören halt dazu

Das Schenken gehört dazu, seit es Menschen gibt. Konsumterror? Wohl kaum! Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Manchmal ist Schenken eben wichtiger als Beten! [mehr]

Für Sie am Mikrofon

Moderatorin Ulrike Zöller | Bild: BR/Markus Konvalin zur Bildergalerie Bildergalerie Unsere Heimatspiegel-Moderatoren

Hier können Sie sich anschauen, wer Sie täglich von 6.00 bis 9.00 Uhr auf BR Heimat in den Tag begleitet. Unsere Heimatspiegel-Moderatoren! [mehr]

Bilder

Fischbachauer Sängerinnen | Bild: Martin Prochazka zur Bildergalerie Blick ins Fotoalbum 70 Jahre Fischbachauer Sängerinnen

1947 standen drei junge Dirndl aus dem Leitzachtal im Miesbacher Oberland das erste Mal öffentlich auf der Bühne: die Fischbachauer Dirndl. Seitdem haben die Fischbachauer Sängerinnen mit vielen eigenen Liedern und mit ihrer dreistimmigen Singpraxis die alpenländische Volksmusik entscheidend mitgeprägt. [mehr]


Auer Dult unter der Maria Hilf Kirche | Bild: BR/Stefan Frühbeis zur Bildergalerie Auer Dult Neuheiten, altes Graffl und viel mehr

Dreimal im Jahr findet die Auer Dult an der Mariahilfkirche in München statt. Dort gibt's alles, was das Herz begehrt: Geschirr, Bürsten, Lederhosen, Riesenrad, Schiffschaukel und gebrannte Mandeln. Aber sehen Sie selbst ... [mehr]


Andreas Pahler mit Holzstamm | Bild: BR/Stefan Frühbeis zur Bildergalerie Volksmusik von A(horn) bis Z(arge) Das Holz, aus dem die Noten sind

„Tonholz“ braucht bestimmte Eigenschaften. Jeder Instumentenbauer und jeder Kulturkreis setzt auf spezielle Hölzer. Als Deckenholz für Streichinstrumente kommt häufig Fichte oder Tanne zum Einsatz, Boden und Hals sind aus Ahorn, Griffbretter aus hoch beanspruchbarem Ebenholz. [mehr]


Ledergürtel | Bild: Michael Kilger zur Bildergalerie Der junge Bayerwäldler Michael Kilger ... und seine handgemachten Ledergürtel

Ein Gürtel hilft, damit die Hose nicht rutscht. Oder damit man gut aussieht. Michael Kilger aus Viechtach im Bayerischen Wald stellt Ledergürtel nach Maß her und verspricht, dass sie ein Leben lang halten. Werfen Sie einen Blick in seine Werkstatt. [mehr]


Simultankirche Eschenfelden | Bild: BR/Margit Ringer zur Bildergalerie Simultankirchen in der Oberpfalz Zwei Konfessionen unter einem Kirchendach

50 Simultankirchen gibt's in der Oberpfalz. In neun davon feiern Katholiken und Protestanen noch heutzutage ihre Gottesdienste - abwechselnd, also "simultan". Ein Radweg verbindet die Gotteshäuser, die seit dem 17. Jahrhundert von beiden Konfessionen genutzt werden. [mehr]