Bayern 2

Bayerisches Feuilleton Der Geige eine Stimme geben

Geigenbauer bei der Arbeit | Bild: picture-alliance/dpa

Samstag, 10.03.2012
08:05 bis 09:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Der Geige eine Stimme geben
Instrumentenbauer und Musiker
auf der Suche nach dem Klang
Von Sarah Khosh-Amoz
Wiederholung am Sonntag, 20.05 Uhr
Als Podcast verfügbar

Jeder Geigenbauer ist zunächst auf dem Holzweg unterwegs - und das ist kein leichter Weg. Nicht irgendein Holz gilt es zu finden, es muss klingendes Tonholz sein. Zu unterscheiden sind dabei die "Sängerstämme" von den "Nichtsängern". Nur wenn das Holz richtig schwingt, rauscht und singt, ist es einer Geige würdig. 250 Arbeitsstunden oder mehr sind nötig - Holzsuche nicht inbegriffen - bis daraus eine Geige wird.
Holz suchen und finden, das ist eine Philosophie für sich. Mondphasenholz zum Beispiel wird bei abnehmendem Mond kurz vor Weihnachten geschlagen. Daraus entsteht, wenn man nur fest genug daran glaubt, der beste Geigenklang. Theoretisch, denn Geschmäcker sind verschieden - und so ist auch jede Geige ziemlich individuell. Deshalb kann man Geigen im Grunde gar nicht miteinander vergleichen.
Die Grande Dame unter den Geigen ist die italienische Stradivari, unverwechselbar in ihrem Klang. Möchte man meinen. Und doch wagen wir das Experiment: den Vergleich mit einer Geige aus dem 21. Jahrhundert! Dabei verlassen wir uns nicht nur auf unsere Ohren, sondern betreten neben der Klangwelt der Geigen auch ein Akustiklabor, wo pure Wissenschaft herrscht und man jeden Ton nachmessen kann. Entstehen vielleicht so die besten Geigen?
Gibt es überhaupt einen idealen Geigenklang? Und ist dieser etwa vergleichbar mit der menschlichen Stimme? Über Klang lässt sich philosophieren: In der Werkstatt der Instrumentenbauer, hinter der Konzertbühne mit Musikern, auf einem Geigenbauforum - und auch in diesem Bayerischen Feuilleton …
Sarah Khosh-Amoz hat sich zusammen mit Instrumentenbauern und Musikern auf Klangsuche begeben.

Hörkino zum Frühstück statt Frühstücksfernsehen

Das Bayerische Feuilleton erzählt keine Geschichten, die schon 100 Mal erzählt wurden. Alle Spielarten von Geschichte hinter den Geschichten sind möglich. Wir nutzen die Chance für Spott, Scherz, Satire und Ironie. Uns interessieren Themen, in denen sich reale Ortschaften mit Literatur und Kunst verbinden. Wir schätzen Originale in der schönen neuen Medienwelt der "Unauffälligen". Wir bieten radiophone Geschichten mit Gedankenstoff und Spielraum für Gefühle. Als journalistisches Genre hat das Bayerische Feuilleton eine anspruchsvolle Tradition.