Bayern 2

radioFeature Vergewaltigung als Kriegsstrategie

Das Potocari Memorial Center erinnert an das Massaker von Srebrenica von 1995 | Bild: Mechthild Müser

Samstag, 10.09.2016
13:05 bis 14:00 Uhr

BAYERN 2

"Jede Nacht haben sie andere geholt"
Vergewaltigung als Kriegsstrategie
Von Mechthild Müser
WDR/DLR/BR 2015
Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr

Ist die Vergewaltigung von Frauen eine besonders effektive Kriegswaffe? Was bringt Soldaten oder Polizisten dazu, ihre Macht auf diese Weise zu demonstrieren? Steckt eine Strategie dahinter, selbst wenn Befehle von Oben oft nicht nachweisbar sind?
In Bosnien wurden während des vier Jahre dauernden Krieges mindestens 25 000 muslimische Frauen systematisch vergewaltigt: alte wie junge. Ziel war unter anderem die ethnische Vertreibung der muslimischen Bosnier. In patriarchalen Gesellschaften gilt die sexualisierte Gewalt an Frauen auch als besondere Demütigung der Männer. Die Botschaft: Ihr seid nicht mal in der Lage, eure Frauen zu schützen! Bis heute wagen sich die betroffenen Frauen nicht in ihre Heimat zurück. Eine Versöhnung scheint fast unmöglich.