Bayern 2

     

Bayern 2 Bayerisches Feuilleton Zum 100. Todestag von Franz Kafka

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Samstag, 1-6-2024
8:05 vorm. to 9:00 vorm.

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BAYERN 2

"Alles, was ich in München angestellt ..."
Franz Kafka an der Isar
Von Bernhard Setzwein
BR 2024

Wiederholung am Sonntag, 12.05 Uhr, Bayern 2

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Dreimal hat Franz Kafka München besucht, in unterschiedlichen Lebensphasen, mit wechselndem Erfolg. Das erste Mal 1903, da wollte er - frisch maturiert - an der Isar Germanistik studieren und vor allem vor der Familie und Prag fliehen, jenem „Mütterchen“, das Krallen hatte und ihn nicht losließ. Der Ausbruchsversuch misslang, Kafka kehrte zurück an die Moldau, folgte dem Berufswunsch des Vaters und wurde Jurist. Schließlich landete er als Beamter in der Arbeiter- und Unfallversicherung, eine Entscheidung, mit der er ein Leben lang haderte, hielt sie ihn doch vom Schreiben ab. „Ich bestehe aus Literatur, ich bin nichts anderes und kann nichts anderes sein.“

Kleine Fluchten aus dieser Malaise waren unter anderem gelegentliche Reisen, die Kafka mit seinem engsten Freund, dem Schriftsteller Max Brod, unternahm. Einmal waren sie auf dem Weg nach Italien ... und mussten in München den Zug wechseln. Den Aufenthalt nutzten sie, um mit einer jungen Frau anzubandeln und eine Stadtrundfahrt zu machen. Anhand dieser Episode bietet sich das Thema „Franz Kafka und die Frauen“ an, auch kein sehr einfaches. Schließlich der November 1916, da war Kafka das dritte Mal in München. Zum einen um eine Lesung abzuhalten, in der Galerie Goltz am Odeonsplatz. Zum anderen um seine Verlobte Felice Bauer zu treffen, eine Aussprache war dringend notwendig geworden. Beide Vorhaben endeten in grandiosen Misserfolgen.

Anhand dieser drei Stationen erzählt Bernhard Setzwein, selbst Autor eines soeben erschienenen Kafka-Romans, aus dem Leben des großen Prager Autors. Gesprochen hat er für sein Feature unter anderem mit dem Kafka-Biografen Reiner Stach, mit dem Kafka-Band-Gründer Jaroslav Rudiš sowie mit Daniel Kehlmann, der das Drehbuch zum Kafka-TV-Spielfilm für ARD und ORF aus Anlass des 100. Todestages geschrieben hat.

Hörkino zum Frühstück statt Frühstücksfernsehen

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