Bayern 2

     

Nachtstudio Talking Trans - Warum gibt es überhaupt eine Trans-Debatte?

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Dienstag, 31-1-2023
8:05 nachm. to 9:00 nachm.

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BAYERN 2

Talking Trans
Warum gibt es überhaupt eine Trans-Debatte?
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Wann ist der Mann ein Mann und die Frau eine Frau? Darüber wird wieder heftig gestritten. Allerdings nicht wie vor Jahrzehnten in einer Debatte um offene Geschlechterrollen für alle, sondern als Auseinandersetzung um eine kleine, verletzliche Minderheit: Trans*Personen.

Geschlecht ist nicht einfach Biologie, es wird wesentlich sozial konstruiert: Das ist inzwischen fast im Mainstream angekommen. Gender als Praxis, als "Doing Gender" - durch Erziehung, Vorbilder, Wettbewerb und Warenangebot. Gesellschaftlich geformt und folglich auch gesellschaftlich zu verändern. So weit, so befreiend. Doch was, wenn Menschen ihr biologisches Geschlecht selbst infrage stellen, weil es sich für sie nicht passend anfühlt? Wenn sie nicht nur bestimmen wollen, wie sie Männer oder Frauen sind, sondern ob? Das ist noch immer eine Herausforderung.

Die Reaktion darauf sind düstere Erzählungen um Trans*Personen, ihre bloße Existenz und ihre möglichen Rechte: Eine mächtige Translobby wolle kritische Wissenschaft behindern, die Öffentlichkeit manipulieren und Jugendliche massenhaft zur Transition bewegen. Selbstbestimmungsgesetze stellten Errungenschaften des Feminismus infrage, weil nicht mehr klar sei, für wen er zu kämpfen habe. Schutzräume wie Umkleiden oder Frauenhäuser könnten jederzeit zu Gefahrenzonen für Frauen werden durch Täter, die sich als trans* ausgeben und Zutritt verschaffen. Talking points, die für Trans*Personen konkret bedrohlich werden können, durch Mobbing, Hass, Angriffe und Gewalt.

Warum mobilisiert die Debatte um Transrechte so sehr? Wen mobilisiert sie? Welche wunden Punkte gesellschaftlichen Selbstverständnisses berührt sie? Und was sagt das alles eigentlich über das Verhältnis von Biologie und Gesellschaft?