Bayern 2

     

Zeit für Bayern Dolce Vita

Fußweg in Ebersberg. Dieser Weg hätte Müßiggang genannt werden sollen, der Stadtrat Ebersberg hat das abgelehnt. | Bild: BR / Tanja Gronde

Samstag, 9-10-2021
12:05 nachm. to 1:00 nachm.

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BAYERN 2

Der Müßiggang
Gekonnte Entschleunigung oder aller Laster Anfang?
Von Tanja Gronde

Die faule Gärtnerin
Anders gärtnern - aber wie?
Von Petra Nacke

Moderation: Simone Schülein

Wiederholung um 21.05 Uhr
Diese Sendung hören Sie auch in der BR Radio App und ist als Podcast verfügbar.

Der Müßiggang
Gekonnte Entschleunigung oder aller Laster Anfang?
Von Tanja Gronde

Dass der Müßiggang in Bayern eine Tugend ist, kann man nicht behaupten. Unlängst stritt der Stadtrat von Ebersberg darüber, ob es eine Straße oder zumindest einen Fußweg namens "Müßiggang" geben sollte. Manche lobten die Idee, öffentlich einen "Entschleunigungsstreifen" für bewusste Auszeiten zu installieren. Doch die Gegner siegten. Man müsse sich schämen, eine Straße zu haben, die Müßiggang heißt, meinten sie.
Ist jede Auszeit tatsächlich schon vertrödelte Zeit? In der Antike war das Otium, die freie Zeit, die erwünschte Lebensform - wirklich müßig aber war man nicht. Man wollte frei sein von Erwerbsarbeit, um "Sinnvolles" tun zu können. Katholische Gegenden sind geprägt vom "Bete und Arbeite!" Benedikt von Nursias: Alles muss seine Zeit haben: Feiern und arbeiten gleichermaßen. Erst seit der Reformation gilt nahezu jede Form von Untätigkeit als Laster: "Bet und Arbeit, ruft die Welt, Bete Kurz denn Zeit ist Geld" heißt es in einem Arbeiterlied aus dem 19. Jahrhundert.
Wie läuft es sich heute im Müßiggang? Welche Gangart ist das? Ein Schlendern, ein Sitzen, oder gar ein Eilen mit Weile? Solchen Fragen geht Tanja Gronde in dieser Zeit für Bayern nach.

Die faule Gärtnerin
Anders gärtnern - aber wie?
Von Petra Nacke

Wer einen Garten sein Eigen nennen darf, ist ein glücklicher Mensch. Stimmt. Aber so ein Garten wird ganz schnell zur Wildnis, wenn man sich nicht um ihn kümmert. Laub will geharkt, Bäume beschnitten, Rasen gemäht, Unkraut gezupft werden. Hinzu kommen säen, gießen und im besten Falle ernten; nicht zu vergessen, dass Obst und Gemüse auch ständig gegen Fressfeinde wie Raupen, Schnecken oder Wühlmäuse verteidigt werden müssen.
Faule Gärtner kommen da schnell an ihr Limit und verzichten auf Blumen- und Gemüsebeete zugunsten einer pflegeleichten Rasenfläche oder ersticken gleich jeglichen Pflanzenwuchs unter einer dicken Kiesdecke.
Die Autorin ist eine faule Gärtnerin, aber noch will sie nicht aufgeben. Statt traurigen Gras- oder Kieswüsten muss es doch auch einfach zu bewirtschaftende Gärten geben, in denen Schönes gedeiht! Vielleicht geht es gar nicht darum, den Garten nach seinen Vorstellungen zu gestalten, sondern darum, seine Vorstellungen von einem Garten zu ändern? Eine gärtnerische Sinnsuche von Petra Nacke.

Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Zeit für Bayern zeigt das Land im Herzen Europas in seiner ganzen Vielfalt. Eine unterhaltsame Heimatkunde für alle, ob alteingesessen oder neuzugezogen, ob aus Kempten oder Köln, Nürnberg oder Neapel, Berlin, Bagdad oder Berchtesgaden. Denn Heimat ist da, wo man sich kennt und auskennt. Zeit für Bayern bietet die Gelegenheit, die Landstriche und die Menschen Altbayerns, Frankens und Schwabens näher kennen zu lernen und neu zu erfahren - bayerisches Leben und bayerisches Lebensgefühl abseits aller Klischees.

"Zeit für Bayern" ... sollte jeder haben!