Bayern 2

Bayerisches Feuilleton Zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl

Sonntag, 02.05.2021
20:05 bis 21:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Keine Stunde Null. Nirgends.
Was aus den Gestapo-Verfolgern der Weißen Rose wurde
Von Ulrich Chaussy

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Die Geheime Staatspolizei GeStaPo war in Deutschland zwischen 1933 und 1945 der Inbegriff des nationalsozialistischen Terrors. Hitlers Regime baute fest auf die lähmende Angst, die die Gestapo durch ihre Verfolgung von Andersdenkenden und Oppositionellen bei der Mehrheit der Deutschen auslöste. Die Gestapo stand für den NS-Überwachungsstaat, in dem es keine Parteien außer der NSDAP, keine freie Meinungsäußerung, schon gar keine freie Presse gab, in dem schon eine bloß gesprächsweise geäußerte abweichende Meinung unter schwerster Strafandrohung stand. Es war die Gestapo, die den Blutrichtern und Henkern der NS-Zeit die Widerstandskämpfer zur Aburteilung auslieferte, die den Mut hatten, trotz aller Risiken aktiv zu werden - wie etwa die "Weiße Rose".

Ulrich Chaussy hat untersucht, wie die Mitglieder der "Weißen Rose" von Beamten der Münchner Gestapo-Leitzentrale überführt und diese Widerstandsgruppe zerschlagen wurde. Bei der Recherche für den Kinofilm "Sophie Scholl - die letzten Tage" stieß er auf bizarre Geschichten. Die Verfolger von einst wurden nach dem Krieg nicht nur so gut wie gar nicht zur Verantwortung gezogen, einige ermittelten sogar fast bruchlos weiter gegen "Staatsfeinde" - jetzt in den Diensten der Amerikaner.

Es gibt interessante Aktenfunde und Gespräche mit Zeitzeugen, unter ihnen der Sohn des Gestapo-Ermittlers Robert Mohr, des Vernehmungsbeamten von Sophie Scholl; es gibt Dokumente aus den Spruchkammerverfahren von Gestapo-Beamten, auch Korrespondenz von Robert Scholl, dem Vater von Hans und Sophie, mit Robert Mohr sowie Vernehmungsprotokolle des amerikanischen Geheimdienstes CIC mit dem Vernehmer von Hans Scholl, Anton Mahler, der nach dem Krieg in die Dienste der Amerikaner trat.

Eine Sendung zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl am 9. Mai 2021.

BR 2006

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