Bayern 2

BAYERN 2-SOMMERRADIO Bayerisches Feuilleton Der Münchner Maler Julius Seyler

Samstag, 10.08.2019
08:05 bis 09:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Sommerradio-Reihe "Bavariamerica"
Sportler, Farmer, Indianerfreund
Die Extratouren des Münchner Malers Julius Seyler
Von Julie Metzdorf
Wiederholung am Sonntag, 20.05 Uhr, Bayern 2
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Der Münchner Maler Julius Seyler (1873-1955) zählt zu den Spätimpressionisten. Was ihn jedoch einzigartig und unverwechselbar macht, ist ein besonderes Sujet, dem er sich mit großer Leidenschaft widmete: die Ureinwohner Nordamerikas.

Julius Seyler ist wohl der einzige deutsche Künstler, für den das Etikett "Indianermaler" angemessen ist. Bei einem Verwandtschafts-Besuch in den USA lernte er den Eisenbahnmagnaten Louis Hill kennen und erhielt von ihm den Auftrag, Werbeplakate für den Glacier National Park in Montana zu malen. Bei seinen Recherchen begegnete Seyler dort den Blackfeet-Indianern und schloss Freundschaft mit ihnen.

Zwei Sommer begleitete und malte er sie: als Krieger hoch zu Ross oder im wilden Galopp als Büffeljäger, ganz so, wie sie sich selbst gerne sahen. Mit der Realität hatte das allerdings nichts mehr zu tun: die Blackfeet lebten damals bereits in Reservaten und die Bisons - ihre einstige Lebensgrundlage - waren längst ausgerottet.

Seyler lebte selbst einige Jahre in den Vereinigten Staaten, versuchte sich zeitweise als Farmer, kehrte aber schließlich wieder nach München zurück. Seinem bevorzugten Motiv, der impressionistisch skizzenhaften Darstellung des Lebens der Prärieindianer, blieb er jedoch bis zu seinem Lebensende treu. Ein Hörstück über den sehr persönlichen "American dream" eines deutschen Künstlers.

Hörkino zum Frühstück statt Frühstücksfernsehen

Das Bayerische Feuilleton erzählt keine Geschichten, die schon 100 Mal erzählt wurden. Alle Spielarten von Geschichte hinter den Geschichten sind möglich. Wir nutzen die Chance für Spott, Scherz, Satire und Ironie. Uns interessieren Themen, in denen sich reale Ortschaften mit Literatur und Kunst verbinden. Wir schätzen Originale in der schönen neuen Medienwelt der "Unauffälligen". Wir bieten radiophone Geschichten mit Gedankenstoff und Spielraum für Gefühle. Als journalistisches Genre hat das Bayerische Feuilleton eine anspruchsvolle Tradition.