Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung Nerven aus Spinnenseide

Radnetzspinne Nephila | Bild: colourbox.com

Dienstag, 25.02.2014
18:05 bis 18:30 Uhr

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BAYERN 2

Nerven aus Spinnenseide
Wenn Neurologen Spinnen melken
Von Yvonne Maier
Als Podcast verfügbar

Wenn Nerven verletzt oder gar durchtrennt werden, leidet ein Mensch darunter oft sein ganzes Leben lang. Zwar können Nervenenden theoretisch wieder zusammenwachsen - doch ohne Wegweiser beziehungsweise eine Art "Klettergerüst" finden sie nicht zueinander. Hände bleiben taub, Beine steif oder empfindungslos.
Seit langem versuchen Mikrochirurgen, den lockeren Enden dabei zu helfen, ihren Weg zu finden - und an der Medizinischen Hochschule Hannover scheint man dabei jetzt eine erfolgreiche, wenn auch etwas ungewöhnliche Lösung gefunden zu haben: Spinnenseide.
Die Fäden der goldenen Radnetzspinne Nephila hat schon die indigene Bevölkerung Polynesiens genutzt, um Fische zu fangen, so robust sind sie. Darüber hinaus sind sie im Körper abbaubar, eine perfekte Mischung also, um aus ihnen Kletterranken für kaputte Nervenendungen zu bauen. Mit einer speziellen Kurbelmaschine kann man bis zu 500 Meter Spinnenseide auf einmal "melken". Bisher sind die Spinnenseide-Ranken nur im Tierversuch getestet worden, das aber ziemlich erfolgreich.

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