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Vorgestellt // Fatoni Yo, Meisterwerk!

Wenn wir Fatoni mit Dexter hören, ist das für uns wie Salt'n'Pepa, wie Kool & The Gang, wie Marky Mark und Prince Ital Joe. Ja, wir sind verknallt in unsere Bayerische Band der Woche. Na und? Wir geben's wenigstens zu.

Von: Katja Engelhardt

Stand: 09.11.2015 | Archiv

Was man wissen muss…

... ist wahnsinnig viel! Rapper Fatoni und Rapper/ Produzent Dexter haben so viel auf dem musikalischen Kerbholz, dass man im Format von Telefonbüchern drüber schreiben könnte. Und noch ein echtes Telefonbuch obendrauf, in dem alle Features, Homies und Lässigkeiten drin stehen. Die Zeit haben wir aber nicht. Die Kurzversion: Fatoni - früher mal bei Creme Fresh. Dexter - seit mehr als fünf Jahren Hitmacher.

Für die aktuelle Platte...

... haben Fatoni und Dexter bewiesen, dass weniger mehr ist. Im Videosnippet dürfen noch Kollegen wie Juse Ju oder Zugezogen Maskulin auftauchen – aber ins offizielle Tracklisting vom Album kommt nur ein Feature: Kryptik Joe von Deichkind. Wir sollten mal investigativ abchecken, wie es dazu wohl gekommen ist. Vielleicht verdreht Fatoni dann aber auch nur seine Augen und zitiert den gemeinsamen Song, in dem er sagt: "Kann nicht reden, ich esse".

True Story...

... Großmeister Jay-Z rappt darüber, dass er gerne einen Picasso hätte - Fatoni und Dexter basteln sich einfach einen. "Yo, Picasso", heißt nämlich ihr Album. Das zu machen dauert zwar ein bisschen, so drei Jahre lang, hat dafür aber deutlich mehr Street Credibility und macht nicht nur an der Wand eine gute Figur, sondern auch auf dem Plattenteller.

Auf der Kanye-West-Aftershowparty…

... würde Fatoni eine mordsmäßige Szene machen, Kanye West zur Seite schubsen und mit Tränen in den Augen fragen, wo denn bitte Mike Skinner ist. Dieser Typ, der hinter dem Namen The Streets steckt, ist für Fatoni sowas wie der Chuck Norris des Rap. Mike Skinner kann einfach alles, das rappt Fatoni zumindest in dem Song "Mike". Aber vielleicht findet er Mike Skinner auch komplett scheiße und hasst Heldenverehrung, und der ganze Song ist nur ein fieser ironischer Witz. Bei Fatoni weiß man das nie so genau.

Wären sie ein Spielzeug in einem Kinderzimmer...

... dann ein Rubikwürfel. Das bunte Ding macht auch dann Spaß, wenn man damit nur so rumspielt. Aber wenn man das Rätsel echt lösen will, also alle Flächen von einer Farbe zusammenkriegen will, beißt man sich daran die Zähne aus. Mit dem Album von Fatoni und Dexter ist das ähnlich: Kann man durchhören, geil finden und immer mitnicken. Wenn man anfängt, sich zu überlegen, wo Fatonis Doppeldeutigkeit endet und analysiert, wie genau Dexters Beats zu welchen Worten passen, wird das genauso vertrackt wie der Rubikwürfel.


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