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BMW gibt Gas in Mexiko Am Nachmittag Spatenstich für neues Autowerk

BMW baut künftig Autos auch in Mexiko. Am späten Nachmittag deutscher Zeit startet mit dem ersten Spatenstich der Bau eines Werkes in der Stadt San Luis Potosi. Aus der neuen Fabrik will der Münchener Konzern vor allem den amerikanischen Markt bedienen.

Von: Stephan Lina

Stand: 16.06.2016

Symbolbild: Mehrere Bauhelme mit BMW-Logo auf einem Tisch | Bild: picture-alliance/dpa/Martin Schutt

Kaum ein Land auf der Welt legt derzeit bei der Herstellung von Autos so rasant zu wie Mexiko.

Die Unternehmensberatung Roland Berger geht davon aus, dass in dem mittelamerikanischen Land im Jahr 2020 etwa 5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr gebaut werden. Das wären mehr als zum Beispiel in Südkorea.

Hier Produktion von VW in Puebla



Investoren rühmen des hohe Ausbildungsniveau und das Engagement der Mitarbeiter, die vergleichsweise günstigen Löhne und nicht zuletzt die Vielzahl der Freihandelsabkommen. So hat Mexiko in den vergangen Jahrzehnten mehr als 40 solcher Verträge geschlossen, darunter auch mit dem sonst oft schwer zugänglichen Japan. Das wichtigste Abkommen aber ist die Freihandelszone Nafta mit Kanada und dem Nachbarn USA. Dorthin geht auch der Großteil der mexikanischen Exporte.

BMW spät dran

Die bayerischen Autobauer sind mit ihren Investitionen vor Ort relativ spät dran, wollen nun aber Gas geben. So sollen bei Audi noch in diesem Jahr die ersten Autos "Hecho en México" vom Band rollen. BMW wiederum will mit dem heutigen Spatenstich den Grundstein zu einer Investition von mehreren hundert Millionen Euro legen. An der Zeremonie nehmen nicht nur die Konzern-Vorstände für Produktion und Personal teil, sondern auch zahlreiche Vertreter der mexikanischen Bundes- und Regionalpolitik.

Zuliefererfirmen sind schon da

Bosch produziert in Toluca Benzineinspritzsysteme.

Im Rahmen der Veranstaltung will BMW auch bekannt geben, welche Modelle man ab dem Jahr 2019 in Mexiko bauen will. Das Werk entsteht in San Luis Potosí, mehrere Autostunden nördlich von Mexiko-Stadt. Dort sitzen schon heute zahlreiche Zulieferer, auch aus Deutschland. Insgesamt zählt der Branchenverband VDA inzwischen knapp 150 deutsche Autozulieferer im Land.

Käfer prägen das Straßenbild

Umgekehrt genießen deutsche Investoren in Mexiko in der Regel einen exzellenten Ruf. So dominierte der VW Käfer über Jahrzehnte das Straßenbild des Landes. Volkswagen betreibt in der Stadt Puebla seit den 60er Jahren eine eigene Fabrik und hat seither den Ruf deutscher Firmen vor Ort als langfristig engagierte Partner entscheiden geprägt.


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