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Rechtsextremismus und Musik "Frei.Wild" - rechtsaußen oder nicht?

Die Musik der Rechtsextremen ist eines der wichtigsten Propagandamittel für die rechte Szene. Aber was macht eine Band zur rechten Band - und gehört auch die Gruppe "Frei.Wild" in diese Ecke? Die Südtiroler wehren sich.

Von: Kai Brinckmeier und Jan Müller-Raith

Stand: 21.03.2014 | Archiv

Fan mit Tour-T-Shirt der Band Frei.Wild | Bild: picture-alliance/dpa

Männlich-martialischer Körperkult, Pathos und gezielte Tabubrüche - das sind die Elemente, die Pop-Bands charakterisieren, die zur Stilrichtung der "Neuen Deutschen Härte" gezählt werden. Zwar wird der Mehrheit der "NDH" keine Nähe zur rechtsextremen Szene nachgesagt, dennoch finden deren Stils und Ästhetik dort Anklang. So auch die Musik der Gruppe "Frei.Wild". Den Südtirolern wird medial immer wieder eine Nähe zu rechten Motiven nachgesagt. Jedenfalls war die Band zuletzt mehrfach gezwungen, ihre Teilnahme an diversen Festivals aufgrund von Protesten abzusagen.

"Frei.Wild" nicht auf den Index

Versuche der Politik, Songs von Frei.Wild zu verbieten, sind allerdings wiederholt gescheitert. Zuletzt stufte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien Anfang Februar eine vom thüringischen Sozialministerium eingereichte CD der Band nicht als jugendgefährdend ein. Zwar wurde ein bestimmter Titel kritisch bewertet, im Kontext zu den anderen Stücken auf der CD erreichte das Gremium aber nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit.

Wieder kein "Echo"

Im Jahr 2013 wurde eine Nominierung der Band für den Musikpreis Echo nach massiven Protesten zurückgezogen. In diesem Jahr ist es die Band, die den Rückzieher macht. Trotz einer Nominierung will "Frei.Wild" nicht zur Verleihung des Preises kommen. In einer Pressemitteilung erklärte "Frei.Wild", mit der Ausschluss-Entscheidung von 2013 sei die Band samt ihrer Fans "diffamiert und geschädigt" worden. Zwar sei keines der Bandmitglieder "sauer oder verstimmt, aber einen solchen Preis wolle man nicht. Nach dem Eklat 2013 hatte der Echo-Veranstalter einen Beirat eingesetzt. Dieser erhob nun zwar einen Einspruch gegen eine Nominierung - dennoch wird es auch jetzt keinen Preis geben.


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