NSU-Prozess


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178. Tag im NSU-Prozess Zeugen wollen NSU-Mitglied erkannt haben

Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München sind erneut Zeugen zum Nagelbombenanschlag in Köln 2004 gehört worden. Zwei der Befragten gaben an, einen mutmaßlichen Täter erkannt zu haben. Von Alf Meier

Stand: 27.01.2015 | Archiv

NSU-Nagelbombenanschlag in Koeln | Bild: picture-alliance/dpa

Gerlinde B. war am 9. Juni 2004 in der Nähe des Tatorts unterwegs. Die heute 63-jährige Rentnerin hatte gerade ihr Sportprogramm im Fitness-Studio absolviert und war auf dem Weg nach Hause. Auf einem kleinen Seitenweg, einer Abkürzung über Brachland, kam ihr ein junger Mann entgegen, der sein Fahrrad sehr vorsichtig schob. Das sei ihr merkwürdig vorgekommen, berichtete die Zeugin heute, zumal keiner der Reifen platt gewesen sei. Auf dem Gepäckträger habe sich darüber hinaus ein schwarzer Koffer befunden, der eigentlich mehr zu einem Motorrad gepasst hätte.

Zeugin erkennt Böhnhardt später wieder

Oliver Bendixen | Bild: Bayerischer Rundfunk zum Artikel Gerichtsreportertagebuch Verdächtige statt Opfer

Ein Zeuge schildert seine Erinnerungen an den Sommernachmittag 2004. Er saß mit zwei Freunden vor einem türkischen Cafehaus an der Kölner Keupstrasse, als nur wenige Meter entfernt die Nagebombe gezündet wurde. Von Oliver Bendixen [mehr]

Das Fahrrad passt der Beschreibung nach zu dem Rad, auf dem der Sprengsatz montiert war und das an diesem Tag vor dem Geschäft eines Friseurs in der Keupstraße abgestellt worden war. Den Mann, der das Rad schob, beschrieb die Rentnerin als groß und schlank. Er habe eine Kappe getragen und sei kein Kurde oder Türke gewesen.

Als nach dem Auffliegen des NSU im November 2011 Bilder von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos im Fernsehen gezeigt wurden, erkannte die Rentnerin aus Köln Böhnhardt sofort, wie sie sagt. Es habe sich um den Mann mit dem schwarzen Koffer auf dem Gepäckträger gehandelt.

Schreckliche Erinnerungen an die Tat

Ebru A. hatte einen Schmuckgeschäft auf der Kölner Keupstraße, es lag gegenüber dem Laden eines Friseurs. Der 9. Juni 2004 sei ein schöner sonniger Tag gewesen, sagte die 36-Jährige heute vor Gericht. Sie sei eine Zeitlang im Türrahmen gestanden, habe Kaffee getrunken und das Leben auf der Straße beobachtet. Dann sei sie zurück in den Laden gegangen, weil das Telefon geläutet habe. "Dass Gespräch war gerade beendet, das gab es einen gigantischen Knall. Es war, als würde die Straße nicht mehr existieren", so die Zeugin im Prozess. "Ich habe dann in Panik die Jalousien runtergemacht", sagt die 36-jährige. Im Laden viele Nägel, draußen auf der Straße blutende Leute, Menschen die geschrien haben, Chaos. Dann habe sie bemerkt, dass im Türrahmen, dort wo sie noch vor kurzer Zeit gestanden wäre, drei lange Nägel steckten.

Ebru A. ist eine von neun Zeugen, die heute zum Bombenanschlag aussagten. Die Betroffenen schilderten, wie sie von der Detonation, der mit Zimmermannsnägeln gespickten Schwarzpulverbombe zu Boden gerissen wurden. Wie sie versuchten, Verletzten zu helfen, Blutungen zu stillen. 22 Menschen wurden damals durch die Nagelbombe verletzt. Einige von ihnen schwer. Die Zeugen berichteten auch von den eigenen Ängsten nach der Tat, davon wie ihre Existenz vernichtet wurde, weil sie Geschäfte nicht mehr weiterbetreiben konnten.

Auch zweiter Zeuge begegnet Radfahrer

Peter Alexander P. wollte sich am 9. Juni 2004 bei einem Motorradhändler in der Nähe der Kölner Keupstraße gerade nach der Reparatur seiner Maschine erkundigen, als er einen lauten Knall hörte. "Es hat sich angehört wie eine Bombe", sagte der 57-jährige Feuerwehrmann im NSU-Prozess aus.

„Panik im Gesicht“

Kurz danach, P. hatte sich gerade die Motorradhandschuhe übergestreift, den Helm aufgesetzt und wollte losfahren, wurde er fast von einem Fahrradfahrer gerammt, der mit hoher Geschwindigkeit um die Ecke kam. Der Mann hätte Panik im Gesicht gehabt, sagte P. Ein vermutlich Deutscher, der laut P. mit Dreiviertelhose, T-Shirt und Kappe bekleidet war sowie eine dunkle Sonnenbrille trug.

Der Mann sei kein Türke gewesen, sagte P. später gegenüber der Polizei. Er hatte, als er vom Bombenattentat in der Keupstraße erfahren hatte, eine Aussage gemacht. Dabei hätten ihn die Beamten nach seiner politischen Einstellung gefragt. Er habe sich wie ein Verdächtiger gefühlt, so der Zeuge heute.

Ermittlungen in falscher Richtung

Trotz der damaligen Hinweise von Gerlinde B. und Peter Alexander P. auf den verdächtigen, vermutlich deutschen Radfahrer, ermittelten die Behörden letztlich im Umfeld der Opfer. Ein rechtsradikaler Terroranschlag wurde nicht mehr in Betracht gezogen.


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Edebommel, Mittwoch, 28.Januar 2015, 08:26 Uhr

2. Blödsinn

Die Zeugin beschrieb den vermeintlichen Täter als "mediterranen" Typ und auf Nachfrage sind ihr auch keine abstehenden Ohren aufgefallen... und auch wenn sie Böhnhardt erkannt haben will: die Ermittler halten Mundlos für den Bombenfahrradschieber. Welchen Wert hat das Erkennen also?

Und warum berichten Sie nicht über diese Widersprüche?

dieterstrom, Mittwoch, 28.Januar 2015, 01:38 Uhr

1. Den kenn ich doch.

Genau nach 10 Jahren kann ich das sagen, ich erkenne den Täter.
Ich wurde nicht von Zeitungsbilder beeinflusst oder vom Hörensagen.

Nein es ist bestimmt so gewesen!
Was nutzt solch eine Aussage heute noch?

Ich hatte eine Begenung mit vier Randalierern und musste am gleichen Tag auf der Polizei die Täter anhand von Bildern zeigen.
Ich konnte nur einen zeigen. Das war gerade mal 4 Stunden har und ich konnte das schon nicht mehr sagen.
Kann sein dass ich nur dumm bin aber die Polizisten haben zu mir gesagt dass fast alle Leute das nicht können.
Übrigens die Bande war der Polizei bekannt.