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Glyphosat-Streit EU-Kommission verlängert Zulassung um 18 Monate

Die EU hat die Europa-Zulassung für den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat verlängert. Die Kommission entschied den Streitfall Glyphosat damit in Eigenregie, nachdem sich die Mitgliedsstaaten nicht einig wurden.

Von: Kai Küstner

Stand: 29.06.2016 | Archiv

Eine Flasche des Unkrautvernichtungsmittel, das den Wirkstoff Glyphosat enthält. | Bild: pa/dpa/Patrick Pleul

Sowohl für Glyphosat-Gegner als auch Befürworter wird es nun eine Atempause geben – wenn auch nur eine kurze: Denn spätestens in eineinhalb Jahren wird die EU erneut entscheiden müssen, wie sie mit dem umstrittenen Unkraut-Vernichter umgehen will. Ursprünglich hatte die EU-Kommission den Wirkstoff  für weitere 15 Jahre erlauben wollen – diese Zeitspanne ist nun auf 18 Monate zusammengeschrumpft. Was auch daran liegt, dass um Glyphosat zuletzt erbittert gestritten wurde: Für den Menschen sei es hochgiftig, klagen die einen – für die Landwirtschaft unersetzlich, meinen die anderen.

Keine Einigung über Zulassung oder Verbot

Trotz wiederholter Versuche hatten sich die Einzelstaaten der EU weder auf ein Verbot noch auf eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung einigen können. Die Bundesregierung, gespalten in der Frage wie die EU, hatte sich bei Abstimmungen enthalten. Also war die Kommission gefragt. Die nun angekündigt hat, das Pflanzenschutzmittel für weitere anderteinhalb Jahre zu erlauben.

Die Frist-Verlängerung soll nun von der Europäischen Chemikalien-Agentur ECHA dazu genutzt werden, mithilfe einer Studie die alles entscheidende Frage zu klären: Ist Glyphosat Krebs-erregend oder nicht?


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lan sing, Mittwoch, 29.Juni 2016, 14:03 Uhr

13. Freut Euch doch!

Die "fürsorgliche" EU-Kommission (Vorsorgeprinzip) und besonders deren Anführer - der EU-Kommissionspräsident Jean Claude-Juncker - tun alles nur zu unserem Besten! Solange und sooft bis jeder einzelne von uns diese EU, diese EU-Kommission und die gesamten dort tätigen Figuren Abgrund tief verabscheut und das Fass endlich überläuft. Übrigens, demnächst setzen die CETA ohne Parlament in Kraft. Und ich suche immer noch nach dem Spendenkonto. Nein, nicht für - sondern gegen die EU, die EU-Kommission und den EU-Kommissionspräsidenten und deren fleissige Helferlein.

ScandiLeon, Mittwoch, 29.Juni 2016, 13:25 Uhr

12. BAYER lässst grüssen

Viele Schreiber hier haben leider den Knall nicht gehört! Hinter RoundUp stehen halt mal die Giganten BAYER und MONSANTO. Bei >95% aller Europäer ist Glyphosat im Urin nachweisbar. Wenn ich Spieler wäre würde ich wetten, daß nach 18 Monaten wieder verlängert wird!

Ein Bayer, Mittwoch, 29.Juni 2016, 13:14 Uhr

11. In einem uneinigen Europa kein Wunder

[Zitat]...nachdem sich die Mitgliedsstaaten nicht einig wurden.....[/Zitat]
Die unterschiedlichen Staaten der EU haben leider auch unterschiedliche Meinungen. Was bisher - und wohl noch eine gehöre Zeit lang - hinten anstand, war die Meinung der Bevölkerung. In so einem Umfeld haben einschlägige Unternehmen leichtes Spiel. Vielleicht schaffen - die hier schon vermuteten - wenigen EUROs im Briefumschlag den letzten Widerstand beiseite. Auch das eine Folge der Uneinigkeit und gängig Methoden in vielen Ländern der EU - vermutlich auch in Deutschland.
Die letzte Freizeit-Sendung im BR hat verdeutlicht, wohin dieses Gebaren führt. Man braucht nur mal genau hinhören. Hier der Link dazu:
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/freizeit/schmidt-max-und-der-gesunde-grossstadt-honig-100.html

Babsi, Mittwoch, 29.Juni 2016, 10:06 Uhr

10. War ja klar

Und nun darf weitere 18 Monate Europa vergiften und dafür musste man nur einer Handvoll Leute einen Koffer zuschieben. Die EU hat schon auch Vorteile!

  • Antwort von Zwiesel, Mittwoch, 29.Juni, 12:46 Uhr

    @Babsi:
    Natürlich kann man der Kommission vorwerfen, dass sie diese Entscheidung so getroffen hat. Ich finde das auch nicht gut. Aber, die Kommission musste entscheiden, weil der Europäische Rat nicht entschieden hat. Und warum hat der Rat nicht entschieden? Weil sich Deutschland enthalten hat. Die Koalition konnte sich nicht einigen und dadurch hat sich Deutschland enthalten. SPD gegen Glyphosat, CDU/CSU für Glyphosat. Deutschland hatte es in der Hand, Glyphosat zu verhindern. Interessant dabei, der Agrarminister Schmidt von der CSU ist für die Genehmigung. Aber jetzt hat man wieder die Möglichkeit aus Bayern gegen die Kommission zu hetzen. Und am "Stammtisch" gilt das für bare Münze.

  • Antwort von Erich, Mittwoch, 29.Juni, 13:52 Uhr

    Gut gebrüllt - Aber ein großes Aber. Es gilt wie auch bei der normalen Wahl - Wer nicht wählt, wählt das was er nicht will.
    Es kann sich also keiner herausreden, er habe das nicht gewollt - auch nicht die Bundesregierung!!!!
    Das war eine bewußte Enthaltung, weil es schon verher bakannt war, wenn sich D enthält, dass es eine Verlängerung gibt!!

Peter, Mittwoch, 29.Juni 2016, 09:53 Uhr

9.

Freie Fahrt für die Wirtschaft, was kümmert uns die Umwelt?

  • Antwort von as, Mittwoch, 29.Juni, 13:00 Uhr

    .... was kümmern uns die Bürger. Die sind nur fürs Kreuzchen machen gefragt, sonst wirds nichts mit den Pöstchen!