ARD-alpha - Phase 3


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Phase 3 Cadú Datoro

Der Brasilianer Cadú Datoro erzählt von seiner künstlerischen Laufbahn, wofür er sich begeistert und wie er die Zukunft der Videokunst sieht:

Stand: 19.08.2011 | Archiv

Cadú Datoro | Bild: Cadú Datoro

"Ich entstamme einer Künstlerfamilie: Mein Großvater war Maler und Schriftsteller, meine Mutter trat in seine Fußstapfen und ich gehe jetzt einen ähnlichen Weg. Aber die Wege zu meinem Ziel haben sich stark verändert, denn auch die Kunst hat sich stark verändert. Ich lernte, dass man in unserer Zeit verschiedene Medien verschmelzen kann; diese Mischung unterschiedlicher Metiers gefällt mir. Da das Konzept von Zeit in der Kunst für mich sehr wichtig ist, stellen Filme und Animation für mich die perfekten Ausdrucksmöglichkeiten dar."

Ausbildung und erste Schritte

"Ich studierte an der Filmhochschule in São Paulo und begann anschließend - das war etwa 1990 - für eine große Trickfilmproduktionsfirma zu arbeiten. Ich produzierte Videoprojektionen für Marisa Monte, einen der größten Stars der brasilianischen Popmusik. Zu dieser Zeit gab es kaum Synchronizität, man versuchte nur, mit dem Video einen visuellen Bezug zum Songtext herzustellen. Viele Jahre später, als die technischen Möglichkeiten sich potenziert hatten, konnte man in Echtzeit cutten und Effekte einbauen. Ich hatte mit linearer Technologie begonnen - als dann die digitale Bearbeitung aufkam, war das unglaublich."

Die digitale Wende in der Videoproduktion

"Damals traf ich die Leute von Digitalstage in Tokio und erkundete deren Echtzeit-Videosoftware Motion Dive. Meine erste Konsole erhielt ich von Herrn Hirano, dem Inhaber von Digitalstage. Ich fand es wahnsinnig aufregend, wie man nicht nur fertige Videos auch auf eine ganz andere Art noch einsetzten konnte, sondern wie man Videomaterial auch bearbeiten und es als neues Urmaterial für eine einzigartige Live-Präsentation verwenden konnte."

Im Brennpunkt: Die Botschaft

"Derzeit arbeite ich an drei verschiedenen Projekten. Am interessantesten finde ich Planung und Entwicklung. Viele Künstler machen sich eher Gedanken über die Technik und vergessen die Botschaft. Ich mache mir immer viele Gedanken wie wir (ich und meine Kollegen von Toro Production, unserer eigenen Videoproduktionsfirma) etwas kreieren und welche Gefühle wir damit bei den Zuschauern auslösen."

Zukunft und Vision

"Ich glaube, dass wir uns im Bereich Video und Kunst bald auf ganz neuen Pfaden bewegen werden, denn Video wird immer stärker mit Audio verknüpft. Ich hoffe, lange genug zu leben, um mitzubekommen, wie immer mehr unsere Sinne in ein starkes Kunsterlebnis mit hinein gezogen werden. Meine Zukunfts-Vision sieht so aus, dass man Live-Input des Publikums (mittels usb/wifi/4t-Konsolen) verwendet, um damit ein riesengroßes Spiel zu kreieren, das synchron mit der Musik abläuft, die ein Musiker live dazu spielt. Vielleicht wird so etwas eines Tages Realität werden."


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