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Werkstoffprüfer/in Fachrichtung Kunststofftechnik Kunststoffe messen, testen, kontrollieren

Snowboards, Smartphones, Spielzeug, Shampoo-Flaschen: Werkstoffprüfer der Fachrichtung Kunststoff-Technik beschäftigen sich mit Dingen aus Kunststoff. Sie checken, was genau drinsteckt, ob die Qualität stimmt. Ihr wichtigster Arbeitsplatz ist das Labor.

Von: Tanja Rohr

Stand: 01.11.2019

Lukas lernt Werkstoffprüfer mit dem Schwerpunkt Kunststofftechnik. Sein Ausbildungsbetrieb: ein großer Produzent von carbon- und glasfaserverstärkten Kunststoffen. Die werden zum Beispiel für die Wände von Wohnmobilen gebraucht.

Klimaprüfkammer

Lukas nimmt Proben von frischproduzierten Kunststoff-Platten mit ins Labor: Hier prüft er, ob die Qualitätsnorm, die die Firma vorschreibt, auch eingehalten wird. Kunststoffe müssen viel aushalten können - und deshalb werden sie allen möglichen Tests unterzogen, bevor sie auf den Markt kommen. "Klimaprüfkammern" simulieren Hitze, extreme Kälte und Feuchtigkeit. Die Werkstoffprüfer checken, ob die Werkstoffe den Belastungen auch wirklich standhalten. Das geht schon bei der Wareneingangskontrolle los: Lukas prüft Harze im Labor mit verschiedenen Prüfverfahren auf ihre Qualität. Die Ergebnisse trägt er dann in ein Prüfprotokoll ein. Wenn alles stimmt, kann er das Harz freigeben und die Lieferung darf in der Produktion verwendet werden.

"Ich finde es spannend, sich mit Werkstoffen zu beschäftigen, weil das was ist, was wir im Alltag überall haben, in jedem Bereich. Und es ist spannend, da in der Qualitätssicherung und Entwicklung zu arbeiten."

Lukas Bärnreuther (22) Azubi

Genauigkeit und Sorgfalt

Freigegebene Probe

Für seine Arbeit braucht Lukas technisches Interesse und handwerkliche Fähigkeiten. Gute Noten in Mathe, Chemie und Physik sind nicht verkehrt. Klar, dass er in seinem Job supergenau arbeiten muss - die Firma und die Kunden verlassen sich auf seine Zahlen. Werkstoffprüfer bauen auch Versuchsanlagen auf, führen Messungen durch und dokumentieren die Ergebnisse sorgfältig. Die Ausbildung ist anspruchsvoll und dauert insgesamt dreieinhalb Jahre.

Ute Mehlhorn, Studienrätin

"Ich halte es für einen sehr anspruchsvollen Ausbildungsberuf, im Vergleich zu anderen technischen Berufen. Wir müssen sehr nach den Normen arbeiten, da sich Betriebe auf unsere Angaben verlassen. Im Zweifelsfall sind die Azubis, bzw. Facharbeiter dafür verantwortlich, was sie geprüft haben."

Ute Mehlhorn Studienrätin

Vier Schwerpunkte beim Werkstoff-Prüfer

Beim Beruf Werkstoffprüfer muss man sich entscheiden, denn es gibt gleich vier verschiedene Fachrichtungen. Am bekanntesten und ältesten ist die "Metalltechnik". Auch hier entnehmen Werkstoffprüfer Proben und untersuchen diese. Die Fachrichtung Kunststofftechnik ist noch recht jung: Erst seit 2013 werden Werkstoffprüfer darin ausgebildet. Der Beruf ist deshalb immer noch recht unbekannt; Azubis werden gesucht. Der Beruf bietet Herausforderungen, denn die Anwendungen und die Zusammensetzung von Kunststoffen ändert sich ständig - je nach Einsatzgebiet und Produkt. Im Anschluss an die Ausbildung können die Werkstoffprüfer und -prüferinnen dann noch ihren Techniker machen oder ein Studium angehen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Werkstoffprüfer/in Fachrichtung Kunststofftechnik
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: IHK
  • Ausbildungsorte: Materialprüfämter, Forschungsinstitute, Werkstoffprüfanstalten, Werkstofflabors, Hersteller von Teilen oder Produkten aus Kunststoffen, weiterverarbeitende Betriebe von Kunststoffen (z.B. Automobilhersteller, Luftfahrt, Eisenbahn)
  • Zugang: keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten die Fachoberschulreife (Mittlere Reife).
  • Eignung: gute Noten in Physik und Chemie, Interesse an Umgang mit Technik, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, Forschergeist Perspektiven Der Beruf ist noch recht jung: Den Schwerpunkt Kunststofftechnik gibt es erst seit 2013. Kunststoffe sind als Werkstoff überall im Einsatz, sie werden ständig weiterentwickelt für neue Anwendungen - Fachkräfte sind gesucht.
  • Alternativen: Chemielaborant/-in, Physiklaborant/-in, Baustoffprüfer/-in, Lacklaborant/-in, Mikrotechnologe/ Mikrotechnologin, Stoffprüfer/-in (Chemie)
  • Spezialisierung: Ausbilder/-in, Industriemeister/-in Fachrichtung Metall, Techniker/-in der Fachrichtung Physik, Techniker/-in der Fachrichtung Umweltschutztechnik, Dipl.-Ingenieur/-in Werkstofftechnik

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Sorgfalt

Die Betriebe verlassen sich auf die Prüfergebnisse der Werkstoffprüfer. Exaktes Arbeiten - meist im Labor - ist Pflicht.

Kleidung

Werkstoffprüfer und -prüferinnen tragen bei ihrer Arbeit meist Schutz-Handschuhe, einen Laborkittel und eine Schutzbrille - sie gehen täglich mit Chemikalien um.

Info

Den Beruf des Werkstoffprüfers kann man noch in drei anderen Fachrichtungen wählen: Systemtechnik, Metalltechnik und Wärmebehandlungstechnik.


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