ARD-alpha - Ich mach's!


12

Sportfachmann/-frau Schwitzen, Motivieren, Trainieren

Schwimmen, Badminton, Fitness oder Fußball – und das am liebsten jeden Tag von früh bis spät? Kein Problem für Sportfachleute. Denn die machen ihr liebstes Hobby zum Beruf. Sie trainieren und beraten Hobby-Sportler und Profis in Sport- und Fitnesseinrichtungen.

Stand: 15.02.2018

Ein Tag ohne Sport? Für Richard Schulz undenkbar. Er ist Ultraläufer, schafft Strecken von 100 Kilometern am Stück. Er trainiert fünf bis sechsmal pro Woche, macht außerdem Kraft-Training, Boxen und Thai-Boxen. Sport ist seine Leidenschaft. Der 25-Jährige arbeitet in einem Fitness-Studio im oberfränkischen Neunkirchen am Brand. Er hat sich in drei Jahren zum Sportfachmann ausbilden lassen. Jetzt gehört Sport jeden Tag zu seinem Job dazu. Im Studio zeigt Richard Neulingen, wie die Geräte funktionieren und worauf sie beim Training achten müssen. Seine Verantwortung ist groß - falsches Training kann den Körper ruinieren.

Neue Trainingsmethoden

Sportfachleute sollten Sport lieben - egal, welchen und sie sollten körperlich topfit sein. Sie arbeiten oft in Fitness-Studios oder bei Sport-Vereinen. Sie  leiten an, korrigieren bei Übungen, überlegen sich neue Trainingsmethoden. Richard gibt im Fitness-Studio mehrere Kurse pro Woche - dabei hat er  mit allen möglichen Kunden zu tun: Kinder, Rentner, Athleten. Richard muss ihre Leistungsfähigkeit richtig einschätzen und sie motivieren können.

"Die Verantwortung ist natürlich groß, ist da. Man will natürlich nur das Beste für Kunden und dass er gesund trainiert. Gerade bei Einsteigern ist es besonders wichtig, dass sie erst einmal ein Gespür für die komplette Übung kriegen, und deshalb empfehle ich das gerätegeführte Training, und man kann nicht viel falsch machen. Es ist eher immer eine Frage zwischen effektiv und weniger effektiv."

Richard Schulz (25), Sportfachmann

Sportfachleute kümmern sich auch um Organisatorisches: bestellen neue Fitnessgeräte, erstellen Trainingspläne und Kursübersichten, betreuen und beraten Kunden. Der Sportfachmann ist ein eher unbekannter Beruf - viel populärer ist der Sport- und Fitnesskaufmann, der eher hinter den Kulissen von Sportevents arbeitet.

Viel Praxis auf dem Lehrplan

Die Johann Christoph von Dreyhaupt-Schule in Halle an der Saale bildet Sportfachleute aus. Es gibt nur sehr wenige Berufsschulen, an denen dieser Beruf überhaupt unterrichtet wird. In den ersten zwei Lehrjahren werden die beiden Berufe zusammen unterrichtet. Im 3. Jahr steht für die Sportfachleute dann viel Praxis auf dem Lehrplan. Der Unterricht ist in verschiedene Lernfelder aufgeteilt. Anatomische Grundkenntnisse erlernen die Schüler hier ebenso wie die Organisation von Wettkämpfen und Trainings, sie lernen Geräte kennen, machen Marketing.

"So soll es sein, dass die Sport- und Fitnesskaufleute  mehr Bürotätigkeiten übernehmen, letztendlich Verkaufsgespräche führen, Mitglieder beraten, eingeben und und und . Und die Sportfachleute sind auf der Trainingsfläche, sie sind im Kursraum tätig, sie sind in Sport-Vereinen tätig, in Reha-Stunden, in Präventionsstunden. Also: Die Sportfachleute sind die Praktiker."

Kristin Böhler, Fachlehrerin Berufsschule

Später können sie sich selbstständig machen als Personal-Trainer oder mit einem eigenen Studio oder sie können studieren. Sportfachleute arbeiten in einer boomenden Branche: Immer mehr Menschen - ob jung oder alt - halten sich mit Sport fit. In Vereinen und Fitness-Studios wird gutes Personal gesucht.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichung: Sportfachmann / Sportfachfrau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungform: dual - Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: IHK
  • Ausbildungsorte: Sport- und Fitness-Einrichtungen, Sportvereine, Hotels, Schwimmbäder, kommunale Sportstätten
  • Zugang: Im allgemeinen werden Azubis mit einem mittleren Bildungsabschluss eingestellt.
  • Eignung: körperliche Fitness, Spaß an Sport, Kontaktfreude, Geduld, Organisationstalent, Talent, andere zu motivieren
  • Perspektiven: Sportfachleute haben gute Berufsaussichten. Sport- und Fitnessangebote boomen. Besonders in Fitness-Studios wird qualifiziertes Personal gesucht, aber auch in Sportvereinen. Sportfachleute können mit guten Englischkenntnissen auch mit ausländischen Kunden oder auf Kreuzfahrt-Schiffen arbeiten.
  • Alternativen: Sport- und Fitnesskaufmann/-frau

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Arbeitszeit

Viele Fitness-Studios haben lange geöffnet: von 6 bis 22 Uhr zum Beispiel. Für Sportfachleute bedeutet das: Schichtdienst. Oft müssen sie auch am Wochenende ran.


12