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Medizinisch-technische/r Assistent/in - Funktionsdiagnostik Der Krankheit auf der Spur

Krampfanfälle, Herzrasen, Schwerhörigkeit - Medizinisch Technische Assistenten erheben Daten und Messwerte, damit der Arzt die richtige Diagnose stellen und eine Therapie verordnen kann.

Stand: 09.04.2018

Sophia war schon mit zwölf Jahren klar, dass sie im Krankenhaus arbeiten will. Mittlerweile ist sie 22 Jahre alt und steckt mitten in der dreijährigen Ausbildung zur MTA Fachrichtung Funktionsdiagnostik. Dabei handelt es sich um eine schulische Ausbildung. Sophia besucht die Akademie für Gesundheitsberufe der Universität Ulm. Sie zahlt keine Gebühren, erhält aber auch keine Ausbildungsvergütung. Im Unterricht lernen die Schüler viel über den menschlichen Körper und den Umgang mit Patienten. Anfangs üben die Auszubildenden untereinander das Anlegen von Elektroden, später folgt die Praxis bei Einsätzen im Krankenhaus. Während der Untersuchung stehen die Fachkräfte in engem Kontakt mit dem Patienten. Vertrauen gewinnen ist wichtig.

"Ich finde vor allem den Kontakt zu Patienten toll. Wir müssen dabei einfühlsam sein. Davon hängt auch die Qualität  der Untersuchungsergebnisse ab. Wir tragen sehr viel Verantwortung."

Sophia Abel (22), 2. Ausbildungsjahr

Der Umgang mit Menschen aller Altersgruppen mit unterschiedlichen Erkrankungen setzt körperliche und  psychische Belastbarkeit voraus. Maren ist bereits im dritten Ausbildungsjahr. Insbesondere den Einsatz im Herzkatheterlabor findet sie sehr interessant. Nach den Eingriffen geht es den Patienten meist schnell besser. Maren hat aber auch die Grenzen der Medizin erlebt. Nicht jedem Patienten kann im Krankenhaus geholfen werden.

"Klar, es ist natürlich schlimm, wenn Patienten sterben sieht. Aber das kommt selten vor und man lernt auch ein bisschen damit umzugehen. Ich glaube, man braucht in diesem Beruf eine dicke Haut."

Maren Halbig (20), 3. Ausbildungsjahr

Die Arbeit mit elektronischen Präzisionsgeräten erfordert technische Fähigkeiten, Geschicklichkeit und Sorgfalt. Sophia lernt während ihrer Ausbildung den Umgang mit medizinischen Geräten. Die Diagnostik umfasst die vier Hauptbereiche Gehirn und Nerven, Herz- und Kreislauf, Lunge und schließlich Hören und Gleichgewicht. Sophia kann sich keinen spannenderen Beruf vorstellen.   

"Ich würde jedem raten in den Beruf reinzuschnuppern, der großes Interesse an Medizin hat. Der zudem gerne mit Menschen zusammen arbeiten möchte und sich auch für Technik interessiert. Jedenfalls ist es wichtig, dass man gerne auf Menschen zugeht."

Sophia Abel (22), 2. Ausbildungsjahr 

Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit eines dualen Studiums im Bereich Medizinische Wissenschaften. Und das geht auch ohne Abitur.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Medizinisch-technische/r Assistent/in - Funktionsdiagnostik
  • Ausbildungsdauer: Die Ausbildung dauert drei Jahre.
  • Ausbildungsform: Bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen.
  • Prüfung: Staatliche Abschlussprüfung in Theorie und Praxis.
  • Ausbildungsorte: Unterrichtsräume der Berufsfachschulen (Unterricht im Klassenverband) und in Krankenhäusern (Funktions- und Untersuchungsräumen, medizinische Fachabteilungen und Krankenstationen).
  • Zugang: Vorausgesetzt wird in der Regel entweder ein mittlerer Bildungsabschluss und ggf. eine anschließende mindestens zweijährige Berufsausbildung oder ein Hauptschulabschluss  in Verbindung mit einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung.
  • Eignung: Kommunikationsbereitschaft. Interesse am Umgang mit Menschen. Naturwissenschaftliches Verständnis.
  • Perspektiven: Die Berufsaussichten sind gut.
  • Alternativen: Medizinisch-technische/-r Radiologieassistent/-in | Zytologieassistent/-in | Medizinisch-technische/-r Laboratoriumsassistent/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Arbeitszeit

In Krankenhäusern arbeiten die Fachkräfte häufig im Schichtdienst, auch an Sonn- und Feiertagen. Dafür bekommen sie Zulagen bezahlt und haben an anderen Tagen frei. 

Genauigkeit

Die MTA Funktionsdiagnostik führt nach Anordnung Untersuchungen durch. Die Ergebnisse sind wichtig für Diagnose und Behandlung. Die Fachkräfte tragen eine große Verantwortung. Auch unter Zeitdruck dürfen keine Fehler passieren. 

Kommunikation

Nur, wer gerne mit Menschen spricht wird in diesem Beruf glücklich. Der Umgang mit schwerkranken Patienten und Angehörigen erfordert Feingefühl. Bei ihrer Tätigkeit unterliegen die Fachkräfte der Schweigepflicht. Name und Diagnose der Patienten müssen sie vertraulich behandeln und dürfen sie nicht an andere weitergeben.


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