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Industrieelektriker Fachrichtung Betriebstechnik Montieren, warten, sichern

Industrieelektriker Fachrichtung Betriebstechnik montieren, warten und reparieren elektrische Anlagen. Und wenn es einen Fehler in der Elektrik gibt, dann leisten sie Detektivarbeit, suchen den Fehler und bringen die Anlage wieder zum Laufen.

Stand: 30.04.2018

Julia Theil hat die Welt der Elektronik durch ein Praktikum noch während ihrer Schulzeit für sich entdeckt. Heute ist die 16-Jährige im ersten Ausbildungsjahr und verkabelt in der Lehrwerkstatt der Otto Bihler Maschinenfabrik in Füssen elektrische Bauteile. Als Vorlage hat sie einen Schaltplan: Das ist eine Zeichnung mit Symbolen und Anweisungen, eine Art Anleitung, mit der man elektrische Anlange montieren kann. Logisches Denken, sehr genaues Arbeiten: so bringt sie einen elektrischen Motor dazu zu bringen, auf Knopfdruck links- und rechts herum zu laufen.

Auch mathematische Aufgaben, bei denen sie elektrische Widerstände berechnen muss, kann sie inzwischen lösen. Denn ihr Ausbildungsleiter Peter Neumann hat ihr alles verständlich erklärt. Ihre Kenntnisse in Mathematik und Physik, die sie durch ihren mittleren Bildungsabschluss bekommen hat, reichen aus, um die Aufgaben zu lösen.

"Man braucht viel Mathematik und viel Physik und die ganzen Formeln, da muss man viel einsetzen und dann kann man das mit den Formeln ausrechnen."

Julia Theil (16)

Elektrische Anlagen montieren, Widerstände berechnen und Fehler finden, wenn die Elektrik an einer Maschine nicht klappt: das sind Aufgaben, die Industrieelektriker Fachrichtung Betriebstechnik in ihrem Beruf machen.

Damit alle sicher arbeiten können

Ihr Kollege Sascha Weng ist im zweiten Ausbildungsjahr. Er hat ein große Verantwortung. Mit verschiedenen Messgeräten prüft er Stromverteilerkästen, Computer, elektrische Anlagen, aber auch Wasserkocher und Lampen auf ihre Sicherheit. Denn jedes Gerät, das einen elektrischen Anschluss hat, kann Menschen gefährden wenn z.B. Kabel brüchig sind oder Fehlerstromschutzschalter nicht richtig funktionieren.

"Ich finde schön an dem Beruf das verantwortungsvolle und konzentrierte Arbeiten, dass meine Kolleginnen und Kollegen ihre Geräte sicher betreiben können und auch sicher an unseren Verteilerkästen arbeiten können."

Sascha Weng (28)

Junge Frauen sind willkommen

Die zweijährige Ausbildung kann man, wenn man einige Genehmigungen eingeholt hat, auch anrechnen lassen und zur dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik aufstocken. Auch den Meister kann man machen. Manche Betriebe wie das Verbund-Kraftwerk Töging bieten sogar an, erst den Industriemechaniker Fachrichtung Instandhaltung, eine dreieinhalbjährige Ausbildung, und anschließend die Ausbildung zum Industrieelektriker FR Betriebstechnik anzuhängen: dann aber verkürzt auf ein Jahr. So hat man zwei Berufe in viereinhalb Jahren gelernt. Barbara Kastl hat genau das gemacht. Sie kann im Kraftwerk sowohl Maschinen reparieren, als auch mit Strom versorgen und die Elektronik warten. Ihr Tipp:

"Als Mädchen kriegt man schon Unterstützung von den Meistern, aber man soll sich das Leben nicht zu leicht machen, man soll sich dahintersetzen und sagen: ich mache, ich lerne, sonst funktioniert das auch nicht. Man braucht Ehrgeiz und einen Sturschädel, weil sonst kommt man nicht voran."

Barbara Kastl (19)

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Industrieelektriker Fachrichtung Betriebstechnik
  • Ausbildungsdauer: Zwei Jahre
  • Ausbildungsform: Die duale Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in einer Berufsschule statt.
  • Ausbildungsorte: Energieversorgungsunternehmen, Betriebe der Metall- und Elektroindustrie, Maschinenfabriken, Ziegeleien, Betriebe der Automobilindustrie.
  • Zugang: keine besonderen formalen Voraussetzungen. Die meisten Auszubildenden haben einen mittleren Bildungsabschluss.
  • Eignung: Handwerkliches Geschick, mathematisches Verständnis, Interesse an Physik, räumliches Vorstellungsvermögen
  • Prüfung: IHK
  • Perspektiven: Elektroniker/-in für Betriebstechnik | berufsnahe weitere Ausbildung, z.B. Industriemechaniker | Techniker/-in | Meister/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur


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