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Anlagenmechaniker/-in Immer volles Rohr!

Unterirdische Rohrleitungen bringen Wasser, Gas und Fernwärme in unsere Haushalte. Um diese Versorgungsnetze kümmern sich Anlagenmechaniker. Dabei geht es um den Ausbau der vorhandenen Leitungen, um deren Wartung und um die Reparatur bei Schäden und Störungen.

Author: Susanne Nordhausen

Published at: 9-10-2019

Azubi Niklas (19) soll heute eine Sicherung in der Trinkwasserversorgung von Nürnberg überprüfen. Bei einem Rohrbruch muss diese Vorrichtung das Wasser abriegeln. Niklas simuliert einen Druckabfall und protokolliert das Ergebnis. Test bestanden!

"Wenn ich daheim den Wasserhahn aufdrehe, sehe ich, ok, das läuft auch dank meiner Kollegen und mir."

Niklas Ruhloff, angehender Anlagenmechaniker Rohrsystemtechnik

Danach schlüpft der Azubi in einen weißen Schutzoverall. Jetzt muss er eine Filteranlage warten, die steht direkt über dem Trinkwasserreservoir. Hygiene und Sauberkeit sind hier oberstes Gebot. Anlagenmechaniker sorgen dafür, dass zuhause immer Wasser aus dem Hahn kommt.

In Schwandorf ist Azubi Andreas (17) mit den Kollegen vom Gasservice unterwegs. Sie kümmern sich darum, dass Energie für Heizung und Warmwasser sicher ins Haus kommt. Bei den Rohren, die Gas leiten, sind besondere Sicherheitsvorkehrungen nötig. Andernfalls besteht Explosionsgefahr.

"Wenn man mit 16, 17 die Ausbildung beginnt, ist man natürlich noch nicht so weit, wie mit 30 Jahren Berufserfahrung. Aber wir geben den Kollegen immer erfahrene Kollegen an die Hand."

Stefan Rappl, Leiter Gasservice Oberpfalz/Niederbayern

Auf einer Baustelle hilft Johannes (18) dabei, zwei Kunststoffrohre zu verschweißen. In der Ausbildung lernen die künftigen Anlagenmechaniker Rohrsystemtechnik die Grundlagen der Metallbearbeitung. Für die verschiedenen Schweißtechniken sind Extra-Kurse und einige Jahre Erfahrung nötig, bis sie als Profis an den Rohrnetzen arbeiten dürfen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Anlagenmechaniker/-in Rohrsystemtechnik
  • Zugang: Rechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe erwarten mindestens den Abschluss der Mittelschule.
  • Ausbildungs- und Beschäftigungsbetriebe: Versorgungs- und Installationsbetriebe (Wasser, Gas, Fernwärme)| Unternehmen des Rohrleitungs- und Industrieanlagenbaus | Unternehmen für Erdöl- und Erdgasförderung | chemische Industrie, z.B. Raffinerien
  • Ausbildungsorte: Lehrlingswerkstätten, Projektzentren | Fachabteilungen der Unternehmen | Baustellen innen und außen
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Prüfung: Teil 1 der Abschlussprüfung vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres | Teil 2 der Abschlussprüfung in der Mitte des vierten Ausbildungsjahres
  • Eignung: Der Beruf des/r Anlagenmechanikers/-in vereint handwerkliche und technische Fähigkeiten. Für die grundlegenden Techniken der Metallbearbeitung, wie bohren, biegen, feilen und drehen, brauchen die Auszubildenden handwerkliches Geschick, Sorgfalt und ein gutes Augenmaß. Für den Umgang mit mechanischen und elektrischen Maschinen ist technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen nötig. Grundlagen im IT-Bereich sind von Vorteil.
  • Perspektiven: Anlagenmechaniker/-innen sind sehr gefragt. Neben guten handwerklichen und technischen Fähigkeiten kommt es bei den Versorgungsnetzen von Wasser, Gas und Fernwärme vor allem auf großes Verantwortungsbewusstsein an. Zusätzliche Kurse und Spezialisierungen, zum Beispiel in den verschiedenen Schweißtechniken, erhöhen die Chancen auf eine sichere und gut bezahlte Stelle.

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