ARD-alpha - Dokumentarspiele

Der Staat ist für den Menschen da

Vom Reich zur Republik Der Staat ist für den Menschen da

Stand: 17.08.2011 | Archiv

Teilnehmer des Verfassungskonvents | Bild: BR

Sie waren die Väter der Verfassung: Am 10. August 1948 trafen sich auf Herrenchiemsee mehr als 30 Politker und Staatsrechtler, um einen Verfassungsentwurf auszuarbeiten. Bernd Fischerauer hat den Verfassungskonvent von Herrenchiemsee in einem Dokumentarspiel verfilmt.

Filminfo: Der Staat ist für den Menschen da - Regie: Bernd Fischerauer

Dokumentarspiel (2009)

Der Anspruch der Alliierten, deutsche Interessen, parteipolitische Vorstellungen und persönliche Erlebnisse - das alles musste 1948 beim "Verfassungskonvent" von Herrenchiemsee unter einen Hut gebracht werden. Bernd Fischerauer und Klaus Gietinger schrieben ihr Drehbuch zu dem Dokumentarspiel "Der Staat ist für den Menschen da" frei nach Originalprotokollen von damals.

Vor der Kamera stehen Schauspieler wie Wilfried Klaus ("SOKO 5113", "Münchner Geschichten"), Johannes Silberschneider und Hans Michael Rehberg ("Der Totmacher", "Schindlers Liste").

Eine neue Verfassung

1948 hatte der bayerische Ministerpräsident Hans Ehard (CSU) zum Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee eingeladen. 13 Tage lang arbeiteten die Vertreter der Länder der drei Westzonen im Alten Schloss an dem Entwurf einer neuen Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland. Die hier erarbeitete Vorlage wurde später von der verfassungsgebenden Versammlung, dem Parlamentarischen Rat, inhaltlich nahezu komplett übernommen.

Dreharbeiten in Haar

Die erste Klappe für das Dokumentarspiel fiel am 16. September 2008. Bis zum 18. September standen auf Herrenchiemsee die Außenaufnahmen an. Am 4. Februar 2009 stand das Team für zehn weitere Tage vor und hinter der Kamera, um die Innenaufnahmen in Haar zu drehen. Drehort: ein Raum im Kreiskrankenhaus, der den 1940er-Jahren entsprechend eingerichtet wurde. Die Originalschauplätze im Schloss von Herrnchiemsee standen für den Filmdreh nicht zur Verfügung.

70 Personen waren insgesamt an dem Dokumentarspiel beteiligt, darunter auch einige, mit denen Regisseur Bernd Fischerauer schon für "Hitler vor Gericht" zusammengearbeitet hatte. So hat "Hitler" Johannes Zirner einen Auftritt als Konventssekretär. Johannes Silberschneider und Franjo Marincic, die in "Hitler vor Gericht" als Lossow und Seißer auftraten, sind dieses Mal als Theodor Maunz und Hermann Brill zu sehen. Auch George Meyer-Goll stand für "Der Staat ist für den Menschen da" vor der Kamera – als Josef Beyerle. In "Hitler vor Gericht" spielte er den Richter Georg Neithardt.