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Prof. Dr. Alice Pinheiro-Walla Was wir bei Kant über alternative Fakten lernen können

Seit Donald Trump Präsident ist, hören wir oft, dass wir in einer „postfaktischen Gesellschaft“ leben. Aber was sind „Fakten“? Und was für eine Rolle spielen sie für das Zusammenleben?

Stand: 07.09.2018

Fakten sind die Evidenz, womit wir unsere Aussagen begründen können und sollen. Warum sind sie wichtig? Weil Fakten nicht beliebig sind. Ihre Existenz und Gültigkeit ist nicht von unserem Willen, unseren Erwartungen oder Wünschen abhängig. Weil sie gewissermaßen von uns unabhängig sind, schaffen Fakten einen gemeinsamen Anhaltspunkt für Orientierung und Entscheidungsprozesse.

Die Philosophieprofessorin Pinheiro-Walla zeigt, was wir von Immanuel Kant zum Thema "alternative Fakten" lernen können. Sie legt dar, dass Lügen in der Öffentlichkeit aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden können. Dazu zieht sie den Leitsatz von Kant heran: Lügen unterminieren in der Öffentlichkeit das Grundvertrauen, das für eine Rechtsordnung notwendig ist.

Die Brasilianerin Alice Pinheiro Walla ist Junior-Professorin für Politische Philosophie an der Universität Bayreuth. Ihr Spezialbereich umfasst politische Philosophie, Moralphilosophie und Philosophiegeschichte, insbesondere Kants Praktische Philosophie. Zurzeit forscht sie zu Themen aus Kants Rechtsphilosophie und Ethik wie Kants Eigentumstheorie, Denk- und Mitteilungsfreiheit, und die Begründung von Rechten und Pflichten.


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