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Feel green! Wie nachhaltig leben wir wirklich?

Campus Magazin Moderatorin Sabine versucht, einen Tag so nachhaltig wie möglich zu verbringen. Sie testet dazu Öko-Apps, trifft Menschen, die sich für den Umweltschutz engagieren und kauft Klamotten im Secondhand-Shop.

Von: Franziska Laßotta

Stand: 10.01.2018

Für die Umwelt ist die wachsende Anzahl von Pappbechern, die im Müll landen inzwischen ein Problem. Auch Julia Post war Intensivtäterin, hat beinahe jeden Morgen einen Kaffee im Pappbecher auf dem Weg zur Uni getrunken. Mittlerweile ist sie Gründerin der Initiative Coffee to go again.

Umweltschutz mit Mehrwegbechern

Mit dem Logo der Kampagne zeigen Cafés, Bäckereien und Restaurants an, dass auch sie Teil der Aktion sind. Kunden können dann ganz einfach ihren eigenen Mehrwegbecher mitbringen und auffüllen lassen. Bereits 411 Betriebe deutschlandweit sind mit dabei. Die Begeisterung, die ihr sowohl von den Kunden, als auch von Seiten der Betriebe entgegenschlug, hat Julia Post überrascht. Doch das ist ihr nicht genug.
Denn Nachhaltigkeit muss mehr werden als nur ein Trend. Um auf Dauer ökologisch zu leben, muss ein Umdenken stattfinden. Deshalb fordert Julia Post eine Einführung von Steuern auf Pappbecher, sowie ein einheitliches Pfandsystem für Mehrwegbecher in den Betrieben.

App: Lebensmittel in der Essensbox statt in die Mülltonne

Jedes 8. Lebensmittel, das wir kaufen, landet wieder im Müll. In Deutschland werden jährlich fast 20 Millionen Tonnen Essen weggeworfen. Dabei ließe sich das ganz einfach vermeiden. Zum Beispiel mit Hilfe von Apps wie Too good to go.

Damit kann jeder super leicht mit dem Smartphone Mahlzeiten für gerade mal 3,90€ kaufen. Man wählt ein Gericht in einem Restaurant in der Nähe aus, bestellt und kann die Essensbox selbst abholen. Auch das Restaurant BalanDeli macht bei der Aktion mit. So wird frisches Essen, das ansonsten in der Tonne gelandet wäre, für wenig Geld und mit überschaubarem Mehraufwandverkauft. Der Betriebsleiter Reinhard Prösl ist der Meinung, dass dieses Konzept flächendeckend angeboten werden sollte. Und, dass Politik und der Gesetzgeber mehr für den Umweltschutz tun müssen. Der Verbraucher denkt erst um, wenn er z.B. den Einwegbecher teuer bezahlen muss, so wie heute schon die Plastiktüte im Shop.

Kleiderwechsel im Secondhand-Shop

60 neue Klamotten: so viel hängt sich jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr in den Schrank. Und die alten Kleider werden weggeworfen. In Secondhand-Shops wie dem beGipsy von Daniela Wolf kann man seine alten Klamotten verkaufen und dafür „neue“ bereits getragene Teile erstehen. Seit einiger Zeit spürt Daniela Wolf einen regelrechten Secondhand-Boom. Der Trend hin zum Öko hört also bei Mode nicht auf. Daniela Wolf hat übrigens Kunden aller Altersklassen, die mit Secondhand sowohl ihren Geldbeutel schonen, als auch etwas für die Umwelt tun wollen.

Ökologisch leben erfordert noch mehr Umdenken

Auch wenn das Angebot an nachhaltigen Alternativen immer größer wird - vieles davon ist längst nicht selbstverständlich geworden im Alltag. Die meisten Verbraucher finden Öko und Nachhaltigkeit gut, praktiziert es aber nicht konsequent in allen Lebenslagen. Eben diese kleine Lücke müsste der Gesetzgeber durch sanften Druck schließen und ein echtes Umdenken in den Köpfen der Menschen und der Händler bzw. Gastronomen bewirken.


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