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Newton Die Schattenseiten des Lichts

Newton - Auf dem Prüfstand | Bild: ORF

Montag, 7-10-2019
2:30 nachm. to 3:00 nachm.

ARD alpha
2019

Moderation: Matthias Euba

90 Prozent der Europäerinnen und Europäer haben noch nie die Milchstraße gesehen. Schuld daran ist die zunehmende Lichterflut. Straßenbeleuchtung, Fassadenstrahler, Reklametafeln – vor allem in Großstädten machen zahllose helle Lichtquellen der natürlichen Finsternis Konkurrenz und sorgen dafür, dass in den meisten Gebieten Österreichs nur etwa 450 von 6.000 Sternen am Himmel sichtbar sind. „Newton“ – präsentiert von Matthias Euba – beschäftigt sich in einer Reportage von Nadine Maehs mit den „Schattenseiten des Lichts“.

„Lichtverschmutzung“ nennen Fachleute diese Form der Umweltverschmutzung, die nicht nur zu Beobachtungsproblemen führt. „Newton“ hat Wissenschafterinnen und Wissenschafter getroffen, die deutlich machen, welche Folgen ungebremster Lichtkonsum auf Mensch und Tier hat.

In einem einzigartigen Langzeitversuch haben die Verhaltensbiologen Katharina Mahr und Herbert Hoi 60 Nester im Wiener Wald künstlich beleuchtet und mit Fotofallen überwacht. So konnten sie herausfinden, wie das Großstadtlicht die Gesundheit junger Meisen negativ beeinflusst.

Und an der Universität Salzburg zeigen die Ergebnisse von Schlafforscherin Christine Blume, wie uns das Licht von Tablets, Smartphones und Co. um erholsamen Schlaf bringt.
Dass es ohne Licht nicht geht, weiß auch Astrophysiker Stefan Wallner. Tatenlos zuschauen, wie unsere Welt immer heller wird, will er dennoch nicht.

Sein Ziel: die letzten Gucklöcher zum Himmel ausfindig machen, um sie dann als sogenannte „Sternenparks“ zertifizieren zu lassen. Das sind Schutzgebiete zum Erhalt der natürlichen Nacht. 14 Sternenparks gibt es bereits in Europa. Läuft alles nach Plan, könnten bis Ende des Jahres zwei weitere auf österreichischem Gebiet dazukommen.

Redaktion: Gábor Toldy