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Newton Anthropozän – Das vom Menschen gemachte Erdzeitalter

Der Mensch ist nicht nur Teil der Natur, er ist selbst ein geologischer Faktor | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 20-5-2019
4:30 nachm. to 5:00 nachm.

ARD alpha
2019

Moderation: Matthias Euba

Der Einfluss des Menschen auf den Planeten Erde ist bereits so stark, dass wir uns in einem neuen Erdzeitalter befinden – nicht mehr im Holozän, sondern in einer neuen geologischen Epoche, dem Anthropozän: das Zeitalter, das vom Menschen gemacht wurde. Diese Hypothese hat eine internationale Gruppe von Geologinnen und Geologen aufgestellt. Denn in den Erdschichten finden sich die Rückstände der letzten Jahrzehnte: Spuren von nicht natürlichen Materialien wie Beton, Plastik, Aluminium und von Atomwaffentests. Der Mensch hat seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts so stark in die biologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde eingegriffen, dass diese Veränderungen auch noch in den nächsten 100.000 Jahren geologisch sichtbar sein werden. Nun untersuchen die Erdwissenschafter/innen auf der ganzen Welt nach Hinweisen, um diese Theorie belegen zu können und den Beginn des vom Menschen gemachten Erdzeitalters Anthropozän genau datieren zu können. Sollte die geologische Zeitskala neu geschrieben werden, so hätte der Mensch das Holozän nach – geologisch gesehen extrem kurzer Zeit – „nur“ 12.000 Jahren nach der letzten Eiszeit beendet.

Redaktion: Gábor Toldy