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alpha-thema: Vulkane - Wenn die Erde Feuer speit Pulverfass Italien Unter den Vulkanen Ätna, Vesuv und Stromboli

Krater des Vesuv | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 16.07.2018
21:30 bis 22:15 Uhr

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2012

Wir sind auf die höchsten Gipfel gestiegen, ins Weltall geflogen, haben die Natur analysiert und haben jeden Quadratzentimeter Land vermessen. Menschen haben alles Menschenmögliche erforscht, erfasst und aufgezeichnet. Es gibt aber immer noch einen Bereich, über den wir so gut wie gar nichts gesichert wissen: Das Innere unseres Planeten ist "terra incognita".

Kein Mensch ist jemals ins Erdinnere vorgedrungen und hat mit eigenen Augen gesehen, was genau sich dort abspielt. Die tiefsten Bohrungen gelangten gerade mal auf eine Tiefe von 12 Kilometern - der Erdkern liegt rund 6000 Kilometer tief. Das berühmte Beispiel: Vergleicht man den Erdball mit einem Apfel, haben wir noch nicht einmal die oberste, hauchdünne Wachsschicht durchstoßen. Was wir wissen: Die Erde ist ein Feuerball, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Unter uns lodert, glüht und brennt es gewaltig.

Daran erinnern uns immer wieder die Feuerberge dieses Planeten - faszinierende, wunderschöne Vulkane, die uns mit ihren Lavafontänen und Glutströmen in den Bann ziehen. Faszinierend und gefürchtet sind in Italien vor allem drei Vulkane: der Vesuv, der Stromboli und der Ätna. Gefährlich und launisch, unberechenbar und bösartig - so wird der Ätna beschrieben. Der Ätna ist der höchste Vulkan Europas und überschüttet regelmäßig die Stadt Catania mit Asche.

Der Flughafen in Catania wird immer wieder gesperrt und die Straßen sind dann gefährlich, denn die Asche ist rutschiger als Eisplatten. Der Stromboli ist der aktivste Vulkan Europas. In unregelmäßigen Abständen (wenige Minuten bis stündlich) kommt es aus mehreren Krateröffnungen zu größeren und kleineren Eruptionen. Das ausgeworfene Material fällt meist in den Krater zurück oder es rollt teilweise über die Sciara del Fuoco ins Meer. Auf der Insel Stromboli befinden sich zwei Ortschaften: Ginostra und Stromboli.

Etwa 800 Menschen leben ständig auf der Insel. Einen Lavastrom in ihre Häuser müssen sie nicht befürchten, da der Vulkan die Lava wie gesagt entweder wieder verschluckt oder sich diese ins Meer ergießt. Nur bei einem wirklich großen Ausbruch droht die Gefahr eines Tsunami! Ein großer Auswurf ins Meer würde einen schweren Tsunami nach beiden Seiten verursachen und damit die Dörfer bedrohen.

Der Vesuv hingegen, dem die Millionenstadt Neapel zu Füßen liegt, ist der bestüberwachte Vulkan Europas. Italienische Behörden haben schon vor Jahren auf die Gefahr reagiert und einen Notfallplan erarbeitet. Doch eine weitere Bedrohung sehr viel größeren Ausmaßes lauert in direkter Reichweite: Eine riesige Glutblase unter den Phlegräischen Feldern nahe der Stadt.

Das macht die Region um Neapel zum gefährlichsten Vulkangebiet der Welt, schließlich leben hier rund vier Millionen Menschen. Die Wissenschaftler und Geologen sind überzeugt: Ein Ausbruch des Mega-Vulkans ist - rein theoretisch - jederzeit möglich, heute, vielleicht erst morgen oder erst in 2000 Jahren. Doch die Menschen in und rund um Neapel sitzen auf mehreren riesigen Pulverfässern.

Wie groß ist die Gefahr eines Ausbruchs des Vulkans tatsächlich? Wo sind die Brennpunkte? Was tun Forscher heutzutage, um Vulkane berechenbarer zu machen? Und wie leben die Menschen in den gefährlichen Gebieten mit dem Wissen um die ständige Bedrohung? Und wie bedrohlich sind die derzeitigen Erdbeben in der Emilia-Romagna bei Bologna? Können sie einen Vulkan, der 600 km entfernt liegt beeinflussen? Ulla Haider befragt Geologen und Wissenschafter und versucht in der Dokumentation all diese Fragen zu beantworten. Auf Spurensuche und Recherche rund um den schlafenden Vesuv, den ständig aktiven Stromboli und den gefährlichen Ätna.

Redaktion: Gábor Toldy