ARD-alpha

alpha-Thema: "Denkmalschutz" Häusergeschichten Leben mit dem Denkmalschutz

Als technische Zeichnerin kann Walli Gschwendtner beim originalgetreuen Bemalen der Wände ihre Fähigkeiten entfalten. | Bild: Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: "Bild: BR". Nutzung im Social Media-Bereich, sowie inhaltlich andere Verwendungen nur nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildarchiv, Tel. 089 / 5900 10580, Fax 089 / 5900 10585, Mail Pressestelle.foto@br.de

Mittwoch, 16.09.2015
21:00 bis 21:45 Uhr

  • Untertitel

ARD-alpha
Deutschland 2005

Alte Bauwerke sind wie Bücher: Sie erzählen von alten Zeiten und vom Leben unserer Vorfahren, ihren Gewohnheiten und Eigenheiten, ihren Ideen und Fähigkeiten. Und zugleich sind sie "anschauliche" Zeugnisse der früheren Wohn- und Arbeitswelt.

Doch immer mehr geht verloren: Was 1972 nicht in die bis heute gültige Denkmalliste aufgenommen oder nachgetragen wurde, ist den heutigen Besitzern schutzlos ausgeliefert, und so wird hier eine Jugendstilvilla durch einen Wohnblock ersetzt, da steht ein alter Hof einer Umgehungsstraße oder einem Gewerbegebiet im Weg. Aber auch den geschützten Gebäuden droht der Verfall, wenn kein Geld oder keine Liebe für das alte Erbe da ist.

Anhand von drei Fallbeispielen zeigt der Film, wie schön aber auch wie schwer es sein kann, mit einem Denkmal zu leben, und dabei können die Besitzer ebenso spannende wie vielschichtige "Häusergeschichten" erzählen:

So hatte der jahrhundertealte "Fischerweber"-Hof am Tegernsee den Bau eines modernen Gästehauses behindert. Nach heftigem Tauziehen mit den Behörden kam er ins oberbayerische Freilichtmuseum auf der Glentleiten. Dort besucht ihn die Altbäuerin regelmäßig mit etwas Wehmut, während die Tochter froh ist über ihren großzügigen Neubau im Landhausstil.

Weil Freilichtmuseen eigentlich keine Entsorgungsstationen für ein unbrauchbares Erbe sein sollten, wurde im Rupertiwinkel das stark lädierte "Weberhaus" in Kulbing vor Ort versetzt. Dabei wurde das uralte Holzhaus mit einmaligen Malereien nicht wie üblich Balken für Balken abgetragen, sondern in einer spektakulären Aktion komplett versetzt. Die Kosten trägt der Staat, während die Besitzer jetzt nicht nur einen Bauplatz gewonnen haben, sondern das alte Haus weiterhin mit benutzen dürfen.

Währenddessen hat ein Paar aus Wolfratshausen schon unermesslich viel Zeit und Liebe in seine so genannte "halbe Behausung" investiert, um das Kleinhäusleranwesen möglichst originalgetreu herzurichten - auch ein Dienst an der Nachwelt, allerdings auf eigene Kosten.


BR-alpha Themenreihe "Zeig mir, wie du wohnst"

"Dahoam is dahoam". das weiß man in Bayern. Aber nicht nur dort, sondern weltweit hat sich der Mensch mit seinen Behausungen über Jahrtausende seine Heimat geschaffen - oder sie dort vergeblich gesucht, wenn er gezwungen war, in gesichtslosen Mietskasernen oder in winzigen Absteigen sein Dasein zu fristen. Von Geschichte und Geschichten des Wohnens handelt die Themenreihe in BR-alpha.

Autor: Sybille Krafft
Redaktion: Frida Buck