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traumpfade Der Gailtaler Höhenweg

Ein echter Geheimtipp: der Gailtaler Höhenweg. Er ist der "kleine Bruder" des Karnischen Höhenwegs und zieht sich über hundert Kilometer quer durch Kärnten. Nur wenige Touristen sind hier unterwegs.

Von: Florian Guthknecht

Stand: 05.08.2014

Der Gailtaler Höhenweg zieht sich über hundert Kilometer und zehn Gipfel quer durch Kärnten. Es ist ein fast vergessener Weg - und genau das macht ihn für den Wanderer so einzigartig! Denn der kleine Bruder des überlaufenen "Karnischen Höhenweges" ist unerschlossen, mit nur wenigen hochalpinen Hütten und Übernachtungsmöglichkeiten. So ist immer ein Auf- und Abstieg am Anfang und Ende einer Etappe erforderlich - oder ein Zelt.

Anstrengend ist der Weg deshalb, aber der Wanderer wird für die Mühen reichlich entschädigt: denn so erlebt er eine Region, die ganz anders ist, als die der touristisch erschlossenen Fernwanderwege, wo Wanderer in den Hütten kaum noch unterkommen.

Abseits der Touristenrouten

Ein Bassist auf der Alm: der Senner vom Guggenberger Sattel

Entlang des Gailtaler Höhenweges ist Österreich authentisch. Florian Guthknecht trifft Almbauern, die auf so steilen Wiesen mähen, die andernorts schon lange nicht mehr bewirtschaftet werden. Doch hier sind die Menschen dringend auf diese Nebeneinkünfte angewiesen. Denn Arbeit gibt es in der Region kaum. Deshalb suchen viele Menschen kreativ nach neuen Verdienstmöglichkeiten. Werner Holzfeind ist der Winzer mit dem vielleicht höchstgelegensten Weingut in Österreich.

Martin Müller, der Fischer am Weissensee, hat die ausgestorbenen Seeforellen wieder heimisch gemacht und lebt inzwischen gut vom Verkauf. Und in der Compton Hütte kocht und bäckt die Wirtin Maria Tauerer so einfallsreich, dass inzwischen die Leute zum Essen von weither anreisen.

Tradition und Abenteuer

Das Kufenstechen hat eine lange Tradition.

Florian Guthknecht hat nicht nur diese Menschen besucht. Er war beim "Kufenstechen" dabei, das an die Türkeneinfälle aus dem 15. Jahrhundert erinnert. Junge Burschen versuchen dabei, von ungesattelten Pferden aus, ein hölzernes Fass, die sogenannte Kufe, mittels einer schweren Eisenkeule zu zerschlagen. Und er hat die Acapulcospringer am Weissensee bei ihren waghalsigen Sprüngen beobachtet, die größte Schaukel Europas ausprobiert und den gefährlichsten Gipfel der Tour überstiegen: Den Reisskofel. Sieben Tage lang hat der Filmemacher den Gailtaler Höhenweg erkundet.

Buch und Regie: Florian Guthknecht
Redaktion: Peter Giesecke

Literatur-Tipp

  • Der Gailtaler Höhenweg von Walter Mair

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