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Demenzprojekt Schüler betreuen in Franken Senioren

240.000 Menschen sind in Bayern an Demenz erkrankt. Sie ziehen sich mehr und mehr zurück - und verlieren den Kontakt zur Außenwelt. Aber wenn junge Menschen zu ihnen kommen, kann etwas ganz Wunderbares passieren. Das zeigt ein Projekt im fränkischen Bad Windsheim.

Von: Angela Neulinger

Stand: 22.11.2018

Bad Windsheim - eingebettet zwischen Frankenhöhe und Steigerwald. Als Heil- und Kurort ist die Stadt weit über das westliche Mittelfranken hinaus bekannt. In der Altstadt reiht sich ein historisches Gebäude ans andere. Doch im sozialen Miteinander wollen die Menschen sich nicht auf altbewährter Tradition ausruhen, sondern neue Wege gehen. Wie mit dem Projekt "Begegnung der Generationen".

Erfolgserlebnisse durch Begegnung und soziales Engagement

Einmal in der Woche besuchen Kinder der Förderschule im Aischgrund das Seniorenheim "Neumühle". Im Gepäck: ihre geballte Energie, mit der sie Hilfe und Gesellschaft leisten, auch bei gemeinsamen kleinen Ausflügen. Die meisten der alten Menschen in dem Seniorenheim leiden an Demenz. Schülerin Alica nimmt seit einem Jahr an dem Projekt teil. Am Anfang kostete es ihr eine gewisse Überwindung, erzählt sie: "Aber ich habe es einfach geschafft und jetzt bin ich fröhlich.“ Fröhlich durch Erfolgserlebnisse - für die Kinder einer Förderschule eine wichtige Erfahrung - und ein guter Grund, warum sich Erzieherin Susanne Kellermann seit Jahren für das Projekt stark macht.

"Die Förderschüler haben oft mal Schwierigkeiten beim Lernen und finden hier im sozialen Kontakt mit Bewohnern was, wo sie sagen: Das kann ich gut, da bin ich gut, ich kann gut mit alten Leuten umgehen. Und es stärkt ihr Selbstbewusstsein, ihr Selbstvertrauen. Und alles was mich stärkt, macht mich auch sicher für andere Dinge."

Susanne Kellermann, Erzieherin

Weitere Informationen zum Projekt "Begegnung der Generationen" gibt es auf der Homepage der Diakonie Neustadt-Aisch.