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Olafur Eliasson Der Künstler des Unmöglichen

Er bringt die Sonne ins Museum und Wasserfälle nach New York. Der dänisch-isländische Künstler verzaubert das Publikum mit seinen raffinierten Werken.

Stand: 01.04.2019 | Archiv

Er scheint alles zu können: der Däne Olafur Eliasson ist Erfinder, Designer, Konstrukteur, Architekt - er selbst sieht sich einfach als Künstler. Bevorzugt spielt er mit den Elementen und begeistert damit Kunstfreunde und Kritiker weltweit. In der Londoner Tate Modern ließ er die Sonne aufgehen und lockte damit über zwei Millionen Besucher ins Museum. Mehrmals hat er aber auch das Museum verlassen, um mit seiner Kunst dorthin zu gehen, wo die Menschen sind: Mitten in New York baute er 2008 vier mächtige Wasserfälle am East River.

Zur Wiedereröffnung des Münchner Lenbachhauses hat er eine Lichtskulptur aus Metall und Glas entworfen: "Wirbelwerk", der Blickfang im Foyer des Neubaus.

Einbau der Lichtskulptur "Wirbelwerk" in den Neubau des Münchner Lenbachhauses

Das Filmteam des Bayerischen Rundfunks hat sich auf Spurensuche begeben - in Olafur Eliassons emotionaler Heimat Island. Als Kind verbrachte er dort die Sommermonate bei seinem Vater. Die Begeisterung für die Gletscher, Berge und Vulkane hat ihn seither nicht mehr losgelassen. In der Weite der isländischen Landschaft entstanden die Themen, die sich durch sein Werk ziehen: sein Bewusstsein von Raum und Zeit, sein Interesse an den Elementen, vor allem an Wasser, ob in flüssiger Form, als Nebel oder Eis.

Kultur- und Kongresszentrum "Harpa" in Reykjavik

In Island ist auch seine Obsession für Licht entstanden, die er in seinen ausgeklügelten Installationen zum Ausdruck bringt. In Reykjavik drehte das Filmteam das bisher spektakulärste architektonische Werk Eliassons: die Fassade von "Harpa", einem Konzerthaus und Kongresszentrum. Das speziell vom Studio Eliasson für diese "Außenhaut" entwickelte Glas ändert seine Farbe je nach Witterung und Blickwinkel.

Blick aus dem Kultur- und Kongresszentrum "Harpa" in Reykjavik

Im Film-Porträt von Angelika Lizius kommen neben Olafur Eliasson auch Mitarbeiter seines Berliner Studios zu Wort. Sein langjähriger Freund, Thomas Demand, erklärt verschiedene Werke aus der Sicht des Künstlerkollegen und betont, wie wichtig für Eliasson das "Gegenüber" ist. Der Sammler Christian Boros lädt in seinen Berliner Kunstbunker ein und verrät, warum er von den Skulpturen und Installationen des dänisch-isländischen Künstlers so begeistert ist.


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