BR Fernsehen - Lebenslinien


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Lebenslinien - Starfotografin Gabriella Meros Feuer im Herzen

Die Starfotografin Gabriella Meros ist in Tel Aviv geboren und lebt in München. Dort kämpft sie für eine aktive Teilhabe der Juden am Leben in der Stadt. Als Angehörige der zweiten Generation zurückgekehrter Juden hat sie immer wieder Anfeindungen erlebt. Laut und kompromisslos erhebt sie ihre Stimme und fordert ihre Rechte ein.

Stand: 10.12.2020

Gabriella Meros stammt aus einer Familie deutscher Juden. Ihre Mutter erlebt in München die Verfolgung ihrer Familie durch die Nazis, kann aber 1939, noch kurz vor Kriegsbeginn, nach Palästina entkommen. Gabriella kommt in Tel Aviv zur Welt.

Filminfo

Originalitel: Feuer im Herzen (D, 2016)
Regie: Marc Haenecke
Redaktion: Christian Baudissin
Länge: 45 Minuten
VT-UT, 16:9, stereo

Trotz großer Vorbehalte kehrt die Familie Anfang der 1960er-Jahre nach München zurück und wird zur Keimzelle der sich neu bildenden jüdischen Gemeinde. Gabriellas Kindheit ist von der Hoffnung geprägt, dass Deutsche und Juden wieder selbstverständlich zusammenleben werden.

Doch der Weg ist lang: Mit acht Jahren wird Gabriella in der Trambahn von einer fremden Frau geohrfeigt und als „Saujüdin“ beschimpft. Es bleibt nicht bei dieser einen Anfeindung. Als sie versteht, worum es dabei geht, beginnt sie zu kämpfen.

Gabriella Meros mit ihrer Mutter Ruth (1922 bis 2020).

In der Fotografie findet Gabriella ihre berufliche Erfüllung, ihre Mode- und Reportage-Aufträge führen sie regelmäßig um die ganze Welt, es gelingt ihr, das Vertrauen weltbekannter Stars zu gewinnen und sie zu fotografieren: Roman Polanski, Morgan Freeman, Juliette Binoche, Charlize Theron, Harrison Ford, Steven Spielberg und viele andere.

Doch immer wieder kehrt sie nach München zurück, wo ihre Mutter lebt. Die erfolgreiche Fotografin will das Andenken dieser Generation in einem Fotoprojekt wahren. Sie versucht, den letzten Zeitzeugen Gesicht und Stimme zu geben, bevor es dafür zu spät ist.

Eine Frage überlagert alles: Wo ist ihre Heimat wirklich - und können sie und andere Juden sich in Deutschland noch sicher fühlen in Zeiten eines wieder erstarkenden Antisemitismus?

Gabriellas Mutter Ruth Meros ist am 21. April 2020 im Alter von 98 Jahren in München gestorben.


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