BR Fernsehen - kinokino


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Bayerischer Filmpreis 2017 Alle Preisträger

Stand: 28.11.2016

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    Diane Kruger in Fatih Akins NSU-Drama "Aus dem Nichts" | Bild: Warner Bros./Festival de Cannes/dpa

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    Beste Darstellerin: Diane Kruger in "Aus dem Nichts"

    Die ganze Wucht eines unfassbaren Attentates muss die Frau aushalten, die Diane Kruger in Fatih Akins Film „Aus dem Nichts“ spielt. Es ist ihr Gesicht in dem sich alle Emotionen spiegeln, am Anfang Glück, Unbekümmertheit, dann die Fassungslosigkeit, der Schmerz, die Wut und am Ende die Entschlossenheit, sich nicht abzufinden. Das ist großes Kino, weil wir mit Diane Kruger erleben können, welche Verwüstungen politischer Terror in der Seele eines Menschen anrichtet. Diane Kruger hat in dieser Rolle ihr Herz geöffnet und die dunkelsten Gefühle zugelassen. Das ist große Kunst.

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    Simpel - Szene aus dem Film | Bild: Universum Film

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    Beste Darsteller: David Kross und Frederick Lau in "Simpel"

    Die Darstellung der zwei Brüder Barnabas und Ben in „Simpel“, die unterschiedlicher nicht sein könnten, verlangt den Protagonisten alles ab: Hier David Kross als liebenswerter, in der geistigen Entwicklung zurückgebliebener junger Mann, der sein Umfeld mit naivem Charme erobert. Dort Frederick Lau als verantwortungsvoller, aber längst überforderter großer Bruder. Das große schauspielerische Können von Kross und Lau, ihre Wandlungsfähigkeit und ihr geniales Zusammenspiel machen „Simpel“ zu einem zutiefst berührenden, unvergesslichen Kinoerlebnis.

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    Die beste aller Welten - Filmszene | Bild: RitzFilm

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    Beste Nachwuchsdarstellerin: Verena Altenberger in "Die beste aller Welten"

    Aus der Welt fallen, in sie zurückkehren, sein Kind abgöttisch lieben, es brutal vernachlässigen, verzweifeln und wieder an sich glauben, sich aufgeben oder kämpfen… all das spielt Verena Altenberger intensiv und in jeder Sekunde glaubwürdig als drogensüchtige Mutter des siebenjährigen Adrian in dem Film „Die beste aller Welten“ von Adrian Goiginger. In diesem Film schafft Verena Altenberger für uns neue seelische Räume. Ihr Spiel ist authentisch sowohl im Schmerz als auch in der zärtlichen und glaubwürdigen Mutter-Kind Beziehung.

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    Bayerischer Filmpreis 2017 - Gewinner | Bild: picture-alliance/dpa

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    Bester Nachwuchsdarsteller: Jonas Dassler für „LOMO – The language of many others“ und "Das schweigende Klassenzimmer"

    Jonas Dassler fliegt mit seinen 21 Jahren schon von Erfolg zu Erfolg, im Kino wie auf der Bühne. In „LOMO – The language of many others“ spielt er einen ein Abiturient, den nur eines interessiert: sein Blog, den er „The language of many others“ nennt. Jonas Dassler zeigt das Hin- und Hergeworfensein, die Rat- und Haltlosigkeit eines jungen Mannes nachvollziehbar und in großer Ambivalenz. In dem DDR-Drama „Das schweigende Klassenzimmer“ verleiht er der Figur eines Schülers, der nicht unbedingt zu den Sympathieträgern gehört, eine ganz besondere Tiefe verleiht.

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    Bayerischer Filmpreis 2017 | Bild: picture-alliance/dpa

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    Beste Regie: Fatih Akin für "Aus dem Nichts"

    Am Anfang ist das ganz große Glück da. Ein Häftling heiratet die Frau seiner Träume, eine wunderschöne Frau, doch dann wendet sich alles. In „Aus dem Nichts“ erzählt Fatih Akin von einem neonazistischen Anschlag auf eine deutsch-kurdische Familie. Es ist ein Film von hoher Aktualität, der vom politisch motivierten Terror berichtet. Fatih Akin macht daraus Kino, eine sehr persönliche Angelegenheit. Seine Heldin rächt sich für das Unrecht. Akin zeigt das als Verzweiflungstat. Wir folgen dem, ohne es gut zu heißen, wir verstehen. Es gelingt, weil Akin ein Meister seines Faches ist.

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    Bayerischer Filmpreis 2017 - Gewinner | Bild: picture-alliance/dpa

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    Beste Nachwuchsregie: Adrian Goiginger für "Die beste aller Welten"

    Abenteurer will der junge Adrian werden und seine ihn liebende Mutter bestärkt und unterstützt seinen Traum: „Glaube an Dich“ beschwört sie ihren Sohn. Doch die Liebende ist auch zugleich die zerstörende Mutter. Sie kämpft gegen ihre Drogensucht und scheitert immer wieder bei dem Versuch, eine gute Mutter zu sein. Hart und erbarmungslos inszeniert Adrian Goiginger seinen dokumentarisch anmutenden Spielfilm. Dabei gelingt ihm das Kunststück, kein deprimierendes Drogendrama zwischen Mutter und Kind zu erzählen, sondern eine Beziehung voller Liebe, Originalität und Zuversicht.

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    Bayerischer Filmpreis 2017 - Gewinner | Bild: picture-alliance/dpa

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    Bester Dokumentarfilm: Yasemin und Nesrin Şamdereli für "Die Nacht der Nächte"

    Yasemin und Nesrin Şamdereli ist mit ihrem Film „Die Nacht der Nächte“ mit "kleinen" Geschichten großes Kino gelungen: Vier Paare, die nicht unterschiedlicher sein könnten, aus Asien, den USA und Europa erzählen mit verblüffender Offenheit, völlig ungeschminkt darüber, wie sie es 55 Jahre und mehr miteinander (aus-)gehalten haben. Den beiden Filmemacherinnen ist es auf wunderbare Weise gelungen, eine respektvolle Nähe zu den Menschen vor der Kamera aufzubauen und zwar über alle kulturellen Barrieren hinweg.

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    Überflieger: Kleine Vögel - großes Geklapper - Filmszene | Bild: Wild Bunch (Central)

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    Bester Kinderfilm: "Überflieger"

    Um einen Animationsfilm in dieser hohen Qualität und Liebe zum Detail herzustellen braucht es vor allem eines: Ein gutes Drehbuch. Und das ist bei diesem in großen Bögen erzählten Film der Fall. Es die Geschichte eines Spatzen, der ein Storch sein will und Freunde findet, die ihm nicht ausreden das Unmögliche zu wagen: Die lange Reise in den Süden. In keiner Sekunde langweilig, voller wunderbarer Momente und auf höchstem Niveau erzählt, überzeugt der großartige Film über einen kleinen Spatzen auf ganzer Linie.

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    Die kleine Hexe - Szene aus dem Film | Bild: Studiocanal

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    Beste Bildgestaltung: Matthias Fleischer für "Die kleine Hexe"

    Matthias Fleischer ist längst kein Unbekannter seines Fachs mehr. Bereits im Jahr 2010 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet, präsentiert er sich in einer seiner neuen Arbeit von einer weiteren Seite seiner inzwischen großen Palette. Für den Film „Die Kleine Hexe“ findet er mit seiner Kameraarbeit einen Stil, der nicht nur für das ganz junge Publikum die Freude am Zuschauen garantiert. Seine Bilder vermitteln im Zusammenspiel mit einer großartigen Ausstattung, einem phantasiereichen Maskenbild, sowie sehr gelungenen Spezialeffekten, einen zauberhaften Ausflug in eine Phantasiewelt.

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    Stephan Krumbiegel | Bild: picture-alliance/dpa

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    Bester Schnitt: Stephan Krumbiegel für "Beuys" und "Peter Handke"

    „Beuys“, dieser Film über einen der einflussreichsten deutschen Künstler, ist selbst ein Kunstwerk. Wesentlich dazu beigetragen hat die furiose Montage des historischen Materials. Stephan Krumbiegel hat diese Montagearbeit zu einem Muster für hohe visuelle Dynamik gemacht. Seine Virtuosität hat er noch in einem weiteren Künstlerporträt unter Beweis gestellt: „Peter Handke“. Corinna Belz' Film atmet sehr viel ruhiger, ganz gemäß Handkes Wesen und Poesie. Und auch hier ist es Krumbiegels Handschrift, die bewirkt, dass Form und Inhalt eine idealtypische Symbiose eingehen.

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    The Happy Prince - Filmbild | Bild: Sundance Filmfestival

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    Beste Produktion: Philipp Kreuzer für "The Happy Prince"

    Historische Kinofilme, wie “The Happy Prince“, der die unbekannte Geschichte von Oscar Wildes letzten Lebensjahren im Exil erzählt, sind stets eine Herausforderung. Dies gilt vor allem für internationale Koproduktionen, die hinsichtlich der Logistik, der Drehorte und Motive, der Besetzung, der Sprache und vor allem der Finanzierung hohe Anforderungen an die Produzenten stellen. Philipp Kreuzer (Maze Pictures) hat aus Deutschland heraus diese Herausforderung angenommen und einen Film produziert, der inhaltlich ebenso wie künstlerisch überzeugt und ein herausragendes Kinoerlebnis gewährt.

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    Der Regisseur Ed Herzog (l-r), der Schauspieler Sebastian Bezzel und die Produzentin Kerstin Schmidbauer nehmen am 12.01.2015 in München (Bayern) am Presse-Lunch des FilmFernsehFonds Bayern (FFF Bayern)  | Bild: picture-alliance/dpa

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    Beste Produktion: Kerstin Schmidbauer für "Griessnockerlaffäre"

    Die Eberhofer-Krimis sind seit langem eine erfolgreiche Produktionsreihe, die zuverlässig ihr Publikum in bayerischen Kinos – und manchmal darüber hinaus – findet. Mit „Griessnockerlaffäre“ haben die CONSTANTIN FILM und ihre Produzentin Kerstin Schmidbauer ihre vorherigen Erfolge nochmals getoppt: Mit dem bewährten Schauspielerensemble , einem köstlich zugespitzten Drehbuch und Regisseur Ed Herzog, haben die CONSTANTIN und Schmidbauer wieder einmal bewiesen, dass sie immer wieder Produktionen auf den Markt bringen können, die mit hoher Qualität zielsicher ihr Publikum erreichen.

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    Bayerischer Filmpreis 2017 - Gewinner | Bild: picture-alliance/dpa

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    Ehrenpreis: Werner Herzog

    Das Dokumentarische und die Fiktion verschmelzen bei Werner Herzog, Illusion und Realität sind keine Antipoden, sie befruchten sich und werden bei ihm zum ganz großen Kino. Mit seinem Kino öffnet uns Werner Herzog ein Fenster in die Welt. Unvergleichlich sind seine Arbeiten von der Wirklichkeit, von der Stimmung der Schauplätze aufgeladen, durchdrungen von einem einzigartigen erzählerischen Impetus, bevölkert mit schillernden unvergesslichen Filmfiguren, wie Woyzek, Hombre, Fitzcaraldo, Aguirre, Nosferatu, Bad Lieutenant. Er ist Visionär, Film- Legende, Filmauteur made in Bavaria.

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    Fack ju Göhte 3 - Szene aus dem Film | Bild: Constantin Film

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    Publikumspreis: "Fack Ju Göhte 3"

    Die Zuschauer von kinokino und die Hörer von Bayern 1 haben gewählt: Bora Dagtekins Komödie "Fack Ju Göhte 3" mit Elyas M’Barek, Jella Haase, Max von der Groeben, Katja Riemann und Sandra Hüller erhält den Publikumspreis des Bayerischen Filmpreises 2017. Zur Wahl standen die fünf zuschauerstärksten Filme des vergangenen Jahres: "Fack Ju Göhte 3", "Bullyparade - Der Film", "Ostwind - Aufbruch nach Ora", "Vier gegen die Bank" und "Bibi & Tina - Tohuwabohu total".

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    Bayerischer Filmpreis 2017 - Gewinner | Bild: picture-alliance/dpa

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    VGF - Nachwuchsproduzentenpreis: Helena Hufnagel, Christian Füllmich und Torben Maars für "Einmal bitte alles"

    Helena Hufnagel, die Münchner Produzentin von Cocofilms und Regisseurin des Films, erhält den mit 60.000 Euro höchstdotierten deutschen Nachwuchsproduzentenpreis. Der Preis wird von der Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken mbH (VGF) jährlich auslobt.


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