BR Fernsehen - Alpen-Donau-Adria


1

TV-Ungarn Tierischer Einsatz im Grundschulunterricht

Fast jedes Kind in der vierten Klasse der Bonifert Domonkos-Volksschule in Szeged hat einen Hund; und wer keinen hat, hätte gerne einen. Warum ist das so?

Von: Zsuzsa Sári

Stand: 11.01.2015 | Archiv

Welpen spielen mit einer Person | Bild: BR

"Ein Hund ist gut, weil er ein richtiger Freund ist. Deshalb sagt man auch, dass der Hund der beste Freund des Menschen ist."

Olívia Táborosi

"Und wenn man traurig ist, dann kommt er und hat einen lieb. Das tut gut."

Melani Gombkötő

"Er ist wie ein großer Bruder - ein großer Bruder mit vier Beinen."

Viktória Kiri

Noémi Erdélyi

Die Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Tappancs besuchen seit Jahren die Schulen und bringen den Kindern die Regeln der verantwortungsvollen Tierhaltung nahe.

Bei den Vorträgen geht es darum, wie die Kinder und ihre Eltern sorgsame Herrchen und Frauchen sein können. Gesprochen wird über die Bedeutung des regelmäßigen Fütterns und über den Bewegungsbedarf der Hunde, aber auch über Impfungen und über die Kastration.

Das von den Tierschützern vor über zehn Jahren gegründete Tierasyl wird im Rahmen eines Kurzfilmes präsentiert.

"Diese zwei, drei Monate alten kleinen Hunde wurden von ihren Besitzern ins Tierasyl gebracht, weil diese mit dem plötzlichen Familienzuwachs nicht fertig geworden sind. Es sind aber auch Welpen darunter, die in Nylonsäcken am Straßenrand gefunden wurden."

Ausschnitt aus dem Film der Tierschutzorganisation Tappancs

"Im Film war sehr schön zu sehen, wie man sich mit ihnen beschäftigt."

Viktória Kiri

"Weil ihr so tüchtig wart, habe ich euch auch noch einen Überraschungsgast mitgebracht."

Tilla Szerencsés

"Ich beschäftige mich seit sieben Jahren damit und man empfängt uns überall mit überwältigender Freude. Für mich ist das nicht überraschend, es tut immer gut."

Noémi Erdélyi, Therapie-Hundeführerin

Die Kinder sind von der Disziplin des Hundes Mazsi beeindruckt und davon, dass er auf die sanften Worte seiner Besitzerin immer deren Befehle ausführt.

Aufregend ist für sie auch, wie man den Chip, mit dem man die Identität eines Hundes feststellen kann, abliest.

"Das ist ein tolles kleines Gerät. Hier ist die Chip-Nummer von Mazsi. Er ist im Internet registriert."

Noémi Erdélyi

Zur Sprache kommen auch Therapiemöglichkeiten mit Hunden.

"Es gibt keinen Bereich, wo der Hund den Menschen nicht dazu bringen könnte, sich zu öffnen. Das beginnt bei der Sprechförderung und reicht über die Sozialisierung bis hin zu den sozialen Mustern und Verhaltensformen."

Noémi Erdélyi, Therapie-Hundeführerin

Für die Kinder bedeutet die Verantwortung des Herrchens gegenüber dem Haustier:

"… dass man mit ihm spazieren geht, es füttert und sich mit ihm beschäftigt, und nicht, dass man den ganzen Tag nur mit ihm spielt. Darum geht es nämlich nicht, sondern darum, dass man die Tiere pflegen muss."

Viktória Kiri

"Zum Beispiel darf man, wenn das Tier nahe beim Fenster schläft und es draußen kalt ist, das Fenster nicht offen lassen, weil es sich sonst erkälten kann."

Boglárka Bánlaki

"Und dass wir sie sehr lieb haben und nicht auf der Straße aussetzen, sondern dass wir sie sehr lieb haben, sie pflegen und ihnen etwas beibringen."

Melani Gombkötő

Die Schülerinnen und Schüler verstehen also sehr gut, worum es bei der verantwortungsvollen Tierhaltung geht: nämlich um das harmonische Zusammenleben zwischen Mensch und Tier und das im Einklang mit der Natur.


1

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Margit Fruth, Sonntag, 11.Januar 2015, 18:41 Uhr

1. Tierischer Einsatz in der Grundschule

Gerade hier in Ungarn ist es wichtig, daß man schon den Kindern den richtigen Umgang mit Hunden versucht zu erklären. Hier sehe ich wirklich einen großen Handlungsbedarf. In Ungarn werden die Hunde noch häufig als "Gegenstände" betrachtet, die keinerlei Anspruch haben. Sehr häufig liegen sie noch an einer viel zu kurzen Kette und sind auch bei großer Kälte in einer nicht isolierten Hundehütte untergebracht. Fast jede Famile hat aber mindestens einen Hund, in der Regel aber zwei, einen kleinen und einen großen. Hoffentlich kann man mit so einer Initiative das Leben der Hunde verbessern.