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Rai Südtirol Eine Zwergschule macht Schule

Weite Wege im Bus zur Schule im nächsten größeren Dorf – oder Kleinschule im Ort? Diese Frage stellt sich in Südtirols Berggemeinden mit ihren abgelegenen Höfen immer wieder. Im Zweifelsfall entscheidet sich das Schulamt für die Kleinschule vor Ort, die von den Schülern auch zu Fuß erreicht werden kann.

Von: Angelika König

Stand: 10.06.2018 | Archiv

Katharinaberg | Bild: BR

"Bei uns auf Katharinaberg ist der Pausenhof groß, doch die Schulklassen sind klein. Die 5. Klasse wird von fünf Kindern besucht, die anderen Klassen von zwei drei und vier Kindern. Und eine erste Klasse gibt es heuer gar nicht. Die Klassen sind eben klein, da haben alle Platz."

Lena, neun Jahre

Lena

… viel Platz: Die kleine Schule in Katharinaberg im Schnalstal besuchen dieses Jahr 13 Kinder, die auf zwei Klassenräume aufgeteilt sind. Damit gehört diese Grundschule zu den sogenannten Schulen mit Abteilungsunterricht. Kinder der 2. und der 3. Klasse werden gemeinsam unterrichtet, jene der 4. und 5. Klasse ebenso. Das Schöne daran ist …

"… dass wir tolle Lehrer haben und dass wir nicht so viele sind. In der Mittelschule wird sich das wohl ändern."

Sophie, neun Jahre

Sabine Bauer

Wo möglich, lernt man gemeinsam:

"Es kommt auf das Fach an: Geschichte und Naturkunde sind ziemlich ähnlich, Mathematik lernen wir besser getrennt.."

Matthias, neun Jahre alt

"Wir können mit verschiedenen Jahrgängen flexibel und altersgemischt arbeiten. Manchmal ist es natürlich notwendig zu trennen. Der klassenübergreifende Unterricht macht nicht nur uns Spaß, sondern auch den Kindern. Sie haben sicher einen sehr großen Vorteil, weil sie individuell betreut werden können. Wir als Lehrpersonen haben genügend Zeit, uns mit ihnen zu beschäftigen."

Sabine Bauer, Lehrerin

Diese Art des Lernens wird auch vom Schulamt mehr und mehr gefördert. Die Inspektorin für Grund- und Sekundarschulen Sigrun Falkensteiner unterrichtete selbst an einer kleinen Schule.

"Am jahrgangübergreifenden Lernen führt in den Zwergschulen kein Weg vorbei. Häufig sind einfach nicht genügend Kinder da. Didaktisch ist das eine Herausforderung."

Sigrun Falkensteiner, Schulamt

Stichwort Individuelles Lernen. Die Universität Bozen hat bereits zwei Kleinschultagungen organisiert. Die Vorteile, die Kleinschulen bieten, liegen für die Experten auf der Hand.

"Wenn ein Kind – der zweiten Klasse etwa – direkt hört und erlebt, wie die Älteren lesen, schreiben oder rechnen, ist das ein Ansporn, denen nachzueifern. Umgekehrt bekommen sogar schwächere Kinder im Lauf der Jahre die Möglichkeit, den Jüngeren etwas beizubringen. Das ist ein Modell, das mich überzeugt."

Sigrun Falkensteiner, Schulamt

Ein Modell, das in die Zukunft gerichtet ist: jedes Kind hat sein Tempo.


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Maria Hartung, Sonntag, 10.Juni, 17:38 Uhr

1. zwergschule macht schule

möchte sie gerne darauf hinweisen, dass zwergschulen keine neuerfindung sind.
die gab es schon zu meiner zeit , vor 60 jahren in den dorfschulen.
da wurden einfach immer 2 klassen zusammen unterrichtet.
also 1. und 2. klasse, 3. und 4. klasse usw.

lg maria hartung