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Machtwechsel Von Goppel zu Strauß

Alfons Goppel anlässlich seiner Wiederwahl und Vereidigung als bayerischer Ministerpräsident 1966. | Bild: Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: "Bild: BR". Nutzung im Social Media-Bereich sowie inhaltlich andere Verwendungen nur nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildmanagement, Tel. 089 / 5900 10580, Fax 089 / 5900 10585, Mail Bildmanagement@br.de

Mittwoch, 02.11.2016
22:00 bis 22:45 Uhr

  • Untertitel

BR Fernsehen
2015

Die Machtwechsel im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten sind Wegmarken der sieben Jahrzehnte bayerischer Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg: Versöhnung und Integration standen am Anfang des wiedergegründeten Freistaats nach dem Krieg. Der Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur kennzeichnet die „Wirtschaftswunderjahre“. Die internationale Vernetzung Bayerns steht im Mittelpunkt der krisenhaften siebziger und achtziger Jahre. Die Optimierung Bayerns im Weltmaßstab wurde zum Ziel bayerischer Politik bis in die jüngste Zeit.

1978 übernimmt Franz Josef Strauß das höchste Amt im Freistaat: Als der Bundespolitiker vom Rhein an die Isar wechselt, fragen sich viele, ob er das Amt als Sprungbrett für die Kanzlerkandidatur nützt. Gleichzeitig verabschiedet sich Alfons Goppel als Ministerpräsident: Er war 16 Jahre Regierungschef in Bayern.
In dieser Zeit macht Bayern einen gewaltigen Modernisierungsschub - große Infrastrukturprojekte wie der Rhein-Main-Donaukanal oder der Münchner Flughafen werden geplant und weiterentwickelt, aus dem Agrarstaat wird nun endgültig ein bedeutender Industriestandort.

Viele Bayern empfinden diesen Wandel jedoch als Entfremdung, besonders als durch Zusammenlegungen und Eingemeindungen der Gebietsreform, sie ihre Heimat zu verlieren scheinen. Der Ministerpräsident Alfons Goppel ist dennoch ein beliebter Regierungschef.Strauß geht es als Ministerpräsident zunächst vor allem darum, das Reformtempo zu bremsen. Da er als Kanzlerkandidat scheitert, bleibt er schließlich in Bayern. Hier muss er erfahren, wie mühsam und zäh der Regierungsalltag im Freistaat sein kann, um den großen Infrastrukturausbau voranzutreiben, gegen den sich immer mehr Proteste regen. Sie kulminieren in den heftigen Auseinandersetzungen um die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf.

Autor: Steffi Illinger
Redaktion: Christian Lappe