BR Fernsehen

Überall war Tod Vom Leiden und Sterben im KZ Flossenbürg

Die Dokumentation "Überall war Tod - Vom Leiden und Sterben im KZ Flossenbürg" zeichnet die Geschichte dieses KZ nach, das Jahrzehnte lang vergessen war. Der Film gibt den Überlebenden des Terrors eine Stimme. Im Bild: das Kommandantur-Gebäude im KZ Flossenbürg. | Bild: Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: Bild: BR/Hans Fischer. Die Nutzung im Social Media-Bereich, sowie inhaltlich andere Verwendungen nur nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildarchiv, Tel. 089 / 5900 10580, Fax 089 / 5900 10585, Mail Pressestelle.foto@br.de

Mittwoch, 22.04.2015
22:00 bis 23:30 Uhr

  • Untertitel

BR Fernsehen
Deutschland 2015

"Ich habe Flossenbürg verlassen, aber Flossenbürg hat mich nie mehr verlassen", sagt Jack Terry. Als der jüdische Junge aus Polen 1945 hier befreit wurde, war er 15 Jahre alt und wog 34 Kilo.

Überall war Tod: im Steinbruch, in den Baracken, auf dem Appellplatz, in der Krankenstation. Häftlinge wurden zu Tode gequält, geprügelt, erhängt, erschossen. "Vernichtung durch Arbeit" war das "Motto" des KZs Flossenbürg. Granit ist der Grund, warum die SS 1938 in diesem oberpfälzischen Ort ein Konzentrationslager errichtet. Häftlinge müssen in den Steinbrüchen unter furchtbaren Bedingungen als billige Arbeitssklaven Granit für die geplanten Prachtbauten des NS-Staates gewinnen.

Später wird das KZ Flossenbürg zu einem wichtigen Rüstungsstandort. Ab1943 produziert hier die Firma Messerschmitt Flugzeuge. Das KZ wird zudem die Zentrale eines weit verzweigten Systems von Außenlagern. In den beiden größten, in Hersbruck und in Leitmeritz, arbeiten, leiden und sterben ebenfalls Tausende für absurde Rüstungsprojekte des untergehenden Reiches.

Als die Lager im Osten evakuiert werden und Transporte auch Flossenbürg erreichen, drängen sich 15.000 Menschen unter katastrophalen Umständen in einem Lager, das für 3.000 Häftlinge geplant war. Das tragischste Kapitel von Flossenbürg sind schließlich die Todesmärsche. Wegen der heranrückenden US-Armee werden die Häftlinge in Richtung Dachau getrieben. 7.000 Gefangene sterben - Tage, oft nur Stunden vor der Befreiung.

Die Dokumentation "Überall war Tod – Vom Leiden und Sterben im KZ-Flossenbürg" zeichnet die Geschichte dieses KZs nach. Überlebende des Terrors berichten von ihren grauenvollen Erfahrungen im KZ Flossenbürg, von ihrem tagtäglichen Überlebenskampf. Sie erinnern sich, was sie am Leben gehalten hat, obwohl sie schon mehr tot als lebendig waren. "Ich wurde nicht befreit, ich habe mich selbst befreit", sagt der Italiener Vittore Bocchetta, dem es gelungen war, auf dem Todesmarsch zu fliehen.

Autor: Beatrice Sonhüter
Redaktion: Astrid Harms-Limmer