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Komödie von Roman Polanski Der Gott des Gemetzels

Zwei Paare versuchen die Streitigkeiten ihrer Kinder zu schlichten. Doch bald fliegen zwischen dem Quartett nicht nur verbal die Fetzen. Roman Polanski verfilmte das gleichnamige Theaterstück von Yasmina Reza.

Stand: 15.04.2021

Filmszene aus "Der Gott des Gemetzels" | Bild: BR/© 2011 Constantin Film Verleih GmbH

Zwei Elfjährige prügeln sich auf einem Spielplatz, einem der beiden Jungen werden dabei Zähne ausgeschlagen. Die Eltern des "Opfers", Penelope und Michael, haben die Eltern des "Übeltäters", Nancy und Alan, eingeladen, um den Vorfall zu klären.

Filminfo

Originaltitel: Der Gott des Gemetzels (F, 2011)
Regie: Roman Polanski
Darsteller: Kate Winslet, Christoph Waltz, Jodie Foster, John C. Reilly
Länge: 73 Minuten
16:9, stereo, VT-UT

Was als friedlicher Austausch über Zivilisation, Gewalt und die Grenzen der Verantwortlichkeit beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem Streit voller Widersprüche und grotesker Vorurteile. Und schließlich platzt die dünne Haut der bürgerlichen Kultiviertheit auf: Vier Erwachsene geraten aus der Fassung.

Die Tatsache, dass sich die gestresste Nancy (Kate Winslet) übergibt, trägt nicht gerade zur allgemeinen Beruhigung bei.

Brutal und rücksichtslos werden Grenzen überschritten, provoziert und schließlich deutlich, dass sie alle hinter ihrer zivilisierten Maske einen "Gott des Gemetzels" anbeten. Auf dem Schlachtfeld dieser Tragikomödie versinkt am Ende nicht nur ein Handy in der Tulpenvase ...

Mit ihrem Theaterstück hatte die französische Dramatikerin Yasmina Reza bereits für eines der erfolgreichsten Bühnenwerke der vergangenen Jahrzehnte gesorgt, als sich Roman Polanski an dessen Verfilmung wagte.

Der große Kino-Virtuose verlagerte das Geschehen von Paris nach Brooklyn, behielt aber den satirischen Grundton und Rezas schwarzen, bisweilen bösartigen Humor bei, an dem sich seine Starbesetzung bravourös abarbeitet.

Mit fulminanten Dialogduellen und Wortgefechten entlarven Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly den Standesdünkel einer blasierten Upper-Middle-Class-Gesellschaft.

Für Polanski erwies sich die bissige Charakterstudie als großer Erfolg: Gemeinsam mit Yasmina Reza wurde er für das Drehbuch mit einem César ausgezeichnet. Winslet und Foster erhielten Golden-Globe-Nominierungen.


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