Religion


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Psychotherapeutin Rahel Mann Ich lebe immer jetzt!

Rahel Mann ist eine vielseitige Frau: Ausgebildet zur Medizinerin, hat sie lange als Psychotherapeutin gearbeitet. Mit 60 Jahren ging sie für zehn Jahre nach Israel und studierte dort Hebräisch.

Von: Andrea Roth

Stand: 14.02.2016 | Archiv

Die jüdische Psychotherapeutin Rahel Mann  | Bild: BR/Andrea Roth

Und 2007, zurückgekehrt nach Berlin, schrieb sie drei Gedichtbände, arbeitet bis heute ehrenamtlich in einem Hospiz und geht als Zeitzeugin an Schulen.

Dort erzählt sie ihre unglaubliche Geschichte

Die eines jüdischen Mädchens, das als uneheliches Kind 1937 geboren wird. Und da es jüdisch ist, gleich nach der Geburt von der Mutter aus dem Krankenhaus gebracht werden muss. Die Mutter lässt sich und ihre Tochter evangelisch taufen: Rahel heißt nun Renate.

1942 wird die Mutter dennoch deportiert

Die Mutter wird ins das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Die fünfjährige Rahel hat Glück: Die Frau des Blockwarts versteckt das Mädchen zunächst bei Verwandten, dann, als es nicht mehr anders geht, mehrere Monate in einem Keller. Dort lebt das Mädchen im Dunkeln, ohne Sozialkontakte und Bewegung – bis es von russischen Soldaten befreit wird.

Eine traumatische Kindheit

Lange kommt Rahel Mann nicht darüber hinweg. Doch sie hat gelernt zu überleben: Als Erwachsene ist es die Psychotherapeutin Rahel Mann, die Holocaust-Opfer und sogar -Täter behandelt, ihnen hilft, die Traumata der Vergangenheit aufzuarbeiten.

Buch-Tipps - eine redaktionelle Auswahl:

  • Pascale Hugues interviewt Rahel Mann: Ruhige Straße in guter Wohnlage. Die Geschichte meiner Nachbarn
  • Tina Hüttl und Alexander Meschnig: "Uns kriegt ihr nicht" - darin erzählt unter anderen Rahel Mann ihre Geschichte.
  • Rahel Mann - Gedichtbände: "erdundhimmelwärts" (1992), "Das Ewige im Menschen" (1994) und "Ich reiche dir meine Hand" (2005, mit Hilka Koch).

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