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00:58 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 30.06.2016 00:58 Uhr

Yildirim äußert sich nach Anschlag zum Vorgehen der Terroristen

Istanbul: Nach dem Anschlag auf den "Atatürk"-Flughafen hat sich der türkische Ministerpräsident Yildirim zur Vorgehensweise der drei Selbstmordattentäter geäußert. Einer der Angreifer habe sich vor dem Gebäude in die Luft gesprengt. Die beiden anderen hätten ihre Sprengsätze im Gebäude gezündet, nachdem sie nicht am Sicherheitssystem vorbeigekommen seien. Zuvor hätten sie noch ihre Waffen aus Koffern genommen und wahllos geschossen. Bei dem Anschlag waren mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung machte die Terrormiliz Islamischer Staat für die Tat verantwortlich, der IS bekannte sich aber bis jetzt nicht dazu.

EU-Staaten wollen ab September über Änderungen beraten

Brüssel: Nach der Brexit-Entscheidung wollen die 27 verbleibenden EU-Staaten bis September Vorschläge über die Zukunft der Europäischen Union ausarbeiten. In der ersten Sitzung ohne den britischen Premier Cameron beschlossen die Staats- und Regierungschefs, zunächst eine Nachdenkphase einzulegen. Sowohl EU-Kommissionspräsident Juncker als auch Kanzlerin Merkel betonten, derzeit sei der Zusammenhalt der EU das Wichtigste. Man wolle am 16. September in der slowakischen Hauptstadt Bratislava weiter beraten. Eine vertiefte Zusammenarbeit schlugen die großen EU-Staaten in den Bereichen Sicherheit, Arbeitsmarkt, Jugend und Eurozone vor. Beschlüsse sollten im März 2017 fallen.

Bundestagspolitiker sind empört über Brüsseler Pläne für CETA

Berlin: Die Pläne der EU-Kommission für das Freihandelsabkommen CETA sorgen im Bundestag für Empörung. Kommissionschef Juncker hatte angekündigt, er wolle die nationalen Parlamente nicht über das Abkommen mit Kanada abstimmen lassen. Dazu sagte Bundeswirtschaftsminister Gabriel in einem Interview, das Vorgehen sei unglaublich töricht. Gabriel spricht von einem dummen Durchdrücken, das alle Verschwörungstheorien zu den geplanten weiteren Freihandelsabkommen explodieren lasse. Auch die Opposition kritisiert die Brüsseler Pläne. Linksfraktionsvize Ernst erklärte mit Blick auf das Brexit-Votum, Juncker habe den Schuss aus Großbritannien nicht gehört. Es seien genau dieses Machtgehabe und diese Selbstherrlichkeit in Brüssel, die die Europäische Union gefährdeten. Auch nach den Worten der Grünen-Chefin Peter befeuert Junckers Vorgehen EU-Skepsis und Politikverdrossenheit.

Luxleaks-Enthüller werden zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt

Luxemburg: Zwei ehemalige Mitarbeiter der Wirtschafts-Prüfungsgesellschaft PvC sind zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt worden. Die Luxemburger Richter befanden die Whistleblower des Diebstahls und des Verrats von Betriebsgeheimnissen für schuldig. Die beiden hatten Unterlagen darüber an die Öffentlichkeit gebracht, dass der Staat Luxemburg großen Konzernen Steuervorteile in Milliardenhöhe gewährte. Nutznießer waren Konzerne wie Ikea und McDonalds. Diese sogenannten Lux-Leaks-Enthüllungen hatten in der EU eine Debatte über dubiose Steuerpraktiken einzelner Staaten ausgelöst. EU-Parlamentarier äußerten sich empört über das heutige Urteil. Die Angeklagten hätten Zivilcourage gezeigt, für die sie eigentlich belohnt werden müssten, sagte etwa der FDP-Abgeordnete Theurer.

Russland verlängert Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel

Moskau: Russlands Präsident Putin hat das Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel verlängert. Bis Ende kommenden Jahres dürfen Milchprodukte, Fleisch und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse nicht importiert werden. Russland hatte mit dem Embargo auf die EU-Sanktionen reagiert, die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt verhängt worden waren. Die EU hatte diese Strafmaßnahmen in der vergangenen Woche ebenfalls verlängert.

Flugschreiber bestätigt Rauch an Bord bei Egypt- Air-Absturz

Kairo: Gut einen Monat nach dem Absturz eines Egypt-Air-Flugzeugs über dem Mittelmeer gibt es weitere Indizien dafür, dass an Bord der Maschine Rauch ausgebrochen ist. Die Auswertung des Flugdatenschreibers hat bestätigt, dass ein entsprechender Alarm ausgelöst wurde. Laut dem ägyptischen Ermittlerteam weist das Wrack des Flugzeugs zudem Schäden auf, die auf eine hohe Hitzeeinwirkung zurückzuführen sind. Die Ursache für das Unglück mit 66 Todesopfern ist immer noch unklar.

UN schicken weitere 2.500 Soldaten und Polizisten nach Mali

New York: Die UN-Friedensmission "Minusma" im westafrikanischen Mali wird aufgestockt. Der UN-Sicherheitsrat hat eine entsprechende Resolution beschlossen, die Frankreich eingebracht hatte. Sie sieht 2.500 zusätzliche Soldaten und Polizisten vor. "Minusma" gilt als die gefährlichste UN-Mission weltweit. Zuletzt hatte sich die Sicherheitslage in Mali deutlich verschlechtert.

Tarifeinigung bei den Zeitungsverlagen

Berlin: Nach mehreren Warnstreiks ist der Tarifkonflikt in den Zeitungs-Redaktionen beigelegt. Arbeitgeber und Gewerkschaften einigten sich bei ihren Verhandlungen in Berlin. Demnach bekommen die rund 13.000 Redakteure bei deutschen Zeitungen rückwirkend zum 1. Juni 1,5 Prozent mehr Gehalt. Im August 2017 kommen nochmals 1,6 Prozent dazu. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Die Gewerkschaften hatten ursprünglich mindestens 4,5 Prozent für ein Jahr verlangt, die Arbeitgeber wollten innerhalb von drei Jahren maximal vier Prozent mehr zahlen.

Nach Unwettern in Freyung-Grafenau werden Hilfsgelder ausgezahlt

Freyung: Nach den jüngsten Unwettern in Niederbayern am vergangenen Wochenende ist die Auszahlung von Hilfsgeldern in den betroffenen Landkreisen angelaufen. Seit gestern können Geschädigte in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Passau zunächst 1.500 Euro Sofortgeld in bar oder per Überweisung erhalten. Im Landkreis Freyung-Grafenau wurden am ersten Tag schon mehr als 80.000 Euro in bar an mehr als 50 Geschädigte ausgezahlt. Darüber hinaus beantragten zahlreiche Menschen, ihr Sofortgeld per Überweisung zu bekommen. Auch dafür muss man persönlich im Landratsamt erscheinen. Das Geld sollte dann am nächsten Tag auf dem Konto sein.

Das Wetter in Bayern: In der Nacht im Westen Regen, am Tag unbeständig. Um 22 Grad.

Das Wetter in Bayern: In der Nacht Tiefstwerte 16 bis 12 Grad. Am Tag unbeständig mit teils gewittrigen Regenfällen bei 20 bis 24 Grad. Am Freitag überwiegend sonnig, am Samstag neue Schauer und Gewitter; Höchstwerte um 24 Grad.


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