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01:43 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 29.07.2016 01:43 Uhr

Deutschland ist laut Merkel im Krieg mit dem IS

Berlin: Deutschland ist nach den Worten von Kanzlerin Merkel im Krieg mit der Terrormiliz IS. Bei ihrer vorgezogenen Sommerpressekonferenz kündigte sie einen Plan für mehr Sicherheit hierzulande an. Dazu gehören nach ihren Angaben schnellere Abschiebungen und ein besseres Frühwarnsystem mit Blick auf die Radikalisierung von Flüchtlingen. Die Anschläge in Bayern verurteilte sie als barbarisch. Es seien zivilisatorische Tabus gebrochen worden. Die Attentäter hätten das Land, das sie aufgenommen habe, verhöhnt - und damit auch jene Flüchtlinge, die Schutz suchten und Frieden wollten.

Ansbacher Oberbürgermeisterin ruft zu weiterer Hilfe für Flüchtlinge auf

Ansbach: Die Oberbürgermeisterin der mittelfränkischen Stadt hat an die Bürger appelliert, in ihrer Hilfe für Flüchtlinge auch nach dem Selbstmordanschlag nicht nachzulassen. In der Mitteilung von Carda Seidel an die Bevölkerung heißt es wörtlich: "Der Bombenanschlag hat uns an einer sehr empfindlichen Stelle getroffen, unserer Unbekümmertheit." Am Abend fand in der Ansbacher Sankt Gumbertuskirche wegen der Bluttat ein ökumenischer Gottesdienst statt. Regionalbischöfin Gisela Bornowski sagte in ihrer Predigt, die Stadt sei durch den Terror aus den Fugen geraten, die Angst sei in Ansbach angekommen. Bei dem Bombenanschlag eines 27 Jahre alten Syrers waren am vergangenen Sonntag 15 Menschen zum Teil schwer verletzt worden.

Bayerisches Kabinett beschließt Einstellung von 2.000 Polizisten

St. Quirin: Nach drei Gewalttaten binnen einer Woche verschärft auch die bayerische Staatsregierung ihre Sicherheitspolitik. Das neue Konzept mit dem Titel "Sicherheit durch Stärke" sieht mehr Polizisten und mehr Videoüberwachung vor. Außerdem wird darin der Wunsch nach einer Grundgesetzänderung formuliert. Dadurch soll der Einsatz der Bundeswehr im Inland bei Anschlagsgefahren erleichtert werden. Innenminister Herrmann kündigte bei der Kabinettsklausur am Tegernsee an, dass bis 2020 insgesamt 2.000 neue Polizeibeamte eingestellt werden. Die Videoüberwachung etwa in Bahnhöfen, im Nahverkehr und an öffentlichen Plätzen soll laut Herrmann ausgeweitet werden. Außerdem werde die Polizei ihre Präsenz in den sozialen Medien ausbauen.

Papst fährt Straßenbahn und wünscht sich "rebellische Jugend"

Krakau: Rund 600.000 Menschen haben Papst Franziskus auf dem Weltjugendtag in Polen begeistert empfangen. In seiner Rede bestärkte Franziskus die jungen Leute, "rebellisch" zu sein und die Gesellschaft zu verändern. Ausdrücklich rief er zu Offenheit gegenüber Fremden auf - ein weiterer Seitenhieb gegen die polnische Regierung, die er schon am ersten Tag seines Besuchs wegen ihrer restiktiven Flüchtlingspolitik kritisiert hatte. Für Begeisterung sorgte der 79-Jährige bei den jungen Besuchern, weil er mit einer Straßenbahn zum Festplatz kam.

Ankara verstärkt Druck auf deutsche Politik

Stuttgart: Die Türkei verstärkt den Druck auf die deutsche Politik. Laut Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hat das türkische Generalkonsulat in Stuttgart seine Landesregierung aufgefordert, Vereine und Schulen zu kontrollieren, die der Gülen-Bewegung nahestehen. Kretschmann nannte das befremdlich; man werde der Aufforderung nicht nachkommen. Zuvor hatte Ankara von der Bundesregierung verlangt, geflüchtete Gülen-Anhänger aus dem Justizapparat auszuliefern. Der Prediger Gülen wird von Erdogan für den Putschversuch verantwortlich gemacht.

Syrische Al-Nusra-Front sagt sich von Al-Kaida los

Beirut: Die islamistische Al-Nusra-Front in Syrien hat sich vom Terrornetzwerk Al-Kaida losgesagt. Außerdem benannte sich die Miliz um in "Dschabhat Fatah al-Scham". Unter diesem neuen Namen will sie künftig verschiedene Dschihadisten-Gruppen vereinen und im syrischen Bürgerkrieg vermutlich neue Bündnisse schmieden - auch mit Gruppen, die von den USA unterstützt werden. Al-Kaida scheint die Trennung zu billigen. Sowohl Al Kaida als auch die bisherige Al-Nusra-Front sind trotz ideologischer Nähe verfeindet mit dem IS, beide bekämpfen außerdem das Assad-Regime.

UNO: Jüngstes El-Niño-Phänomen ist vorüber

Genf: Das jüngste Wetterphänomen El Niño ist laut der UN-Wetterorganisation vorüber und wird voraussichtlich bald von der kleinen Schwester La Niña abgelöst. El Niño - spanisch der Junge, oft auch "das Christuskind" genannt - sorgt meist in der ersten Jahreshälfte für große Hitze und verursacht sowohl Dürren als auch Überschwemmungen. La Niña - das Mädchen - tritt alle vier bis fünf Jahre auf und zeichnet sich durch eine Erwärmung des Pazifischen Ozeans aus. Diese Wetterphänomen führt meist zu mehr Regen und im Winter zu mehr Schneefällen und Stürmen auf der Welt. Unter den Folgen der beiden Naturereignisse leiden nach UN-Angaben weltweit jedes Jahr viele Millionen Menschen.

Dürer-Fund kehrt vom Flohmarkt in Stuttgarter Staatsgalerie zurück

Stuttgart: Ein verschollen geglaubter Kupferstich des Nürnberger Künstlers Albrecht Dürer ist überraschend der Staatsgalerie Stuttgart zurückgegeben worden. Ein elsässischer Sammler kaufte das Werk auf einem Flohmarkt, entdeckte einen Herkunftsstempel der Staatsgalerie und schenkte es jetzt der Grafischen Sammlung des Museums. Vermutlich war der Kupferstich nach Kriegsende 1945 an seinem Auslagerungsort in der französischen Besatzungszone gestohlen worden. Das Werk zeigt Maria mit dem Kind, gekrönt von einem Engel. Zum Wert machte das Museum keine Angaben.

Ministerin fordert Sonderbericht zu Missständen am Landshuter Schlachthof

München: Die bayerische Verbraucherschutzministerin Scharf hat eine genaue Überprüfung der Missstände am Landshuter Schlachthof in Auftrag gegeben. Das sagte sie dem Bayerischen Rundfunk. BR Recherche hatte gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung aufgedeckt, dass der vom niederländischen Konzern Vion betriebene Schlachthof über Jahre hinweg gegen Gesetze in den Bereichen Arbeitsrecht, Tierschutz und Hygiene verstoßen hat. Auf Nachfrage sagte Scharf, dass es im Ministerium schon im Frühjahr einen Aktenvermerk zu den Verstößen gab. Diesen müsse man sich jetzt noch einmal genau anschauen. Zuständige Aufsichtsbehörde ist die Regierung von Niederbayern.

Hertha gewinnt Europa-League-Quali-Hinspiel gegen Bröndby

Berlin: Nach sechseinhalb Jahren Pause ist Hertha BSC auf die europäische Fußballbühne zurückgekehrt - und das erfolgreich. Die Berliner gewannen das Hinspiel der Europa-League-Qualifikation 1 zu 0 gegen Bröndby Kopenhagen und kamen so der Gruppenphase einen guten Schritt näher. Das Rückspiel findet nächste Woche statt.

Das Wetter: Nachts örtlich Schauer und Gewitter

Das Wetter in Bayern: In der Nacht unterschiedlich bewölkt, vereinzelt Schauer oder Gewitter. Tiefstwerte 18 bis 11 Grad. Am Tag Sonne und Wolken, ganz vereinzelt Schauer. Höchstwerte 22 bis 27 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Samstag freundlich mit viel Sonne. Am Sonntag Sonne, Wolken, Schauer und Gewitter. Höchstwerte 22 bis 29 Grad.


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