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23:07 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 27.03.2015 23:07 Uhr

Todespilot von Germanwings war krankgeschrieben

Düsseldorf: Der Co-Pilot, der die Germanwings-Maschine zum Absturz gebracht hat, war krankgeschrieben. Ermittler fanden bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Düsseldorf mehrere zerrissene Atteste. Den Ermittlern zufolge hat er seinem Arbeitgeber die Krankschreibungen verheimlicht. Nach Medienberichten litt der 27-Jährige an Depressionen. Die Staatsanwaltschaft nannte keine Einzelheiten zur Erkrankung des Mannes. Im westfälischen Haltern hat Bundespräsident Gauck heute an einem Gedenkgottesdienst für die 150 Opfer des Absturzes teilgenommen. An Bord der Maschine waren 16 Schüler und zwei Lehrerinnen eines Halterner Gymnasiums. Der zentrale Trauerakt für die Toten soll am 17. April im Kölner Dom stattfinden. Dazu werden auch Vertreter aus Frankreich, Spanien und anderen Ländern erwartet, aus denen die Opfer des Flugzeugabsturzes stammen.

Deutsche Fluglinien führen 2-Personen-Regel im Cockpit ein

Berlin: Als Konsequenz aus der Absturzkatastrophe von Frankreich führen deutsche Fluggesellschaften ab sofort die Zwei-Personen-Regel im Cockpit ein. Das hat der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft mitgeteilt. Die europäische Agentur für Flugsicherheit hat den Fluggesellschaften inzwischen offiziell empfohlen, dass immer mindestens zwei Crew-Mitglieder im Cockpit sein sollen. Der Copilot der German-Wings-Maschine war alleine im Cockpit, als er den tödlichen Sinkflug einleitete. Den Flugkapitän hatte er ausgesperrt.

Griechenlandpoker geht weiter

Brüssel: Die Gespräche zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern gehen an diesem Wochenende in eine neue Runde. Aus Athen verlautete, dass eine Liste mit Sparvorschlägen unterwegs nach Brüssel sei. Dort soll auf Expertenebene darüber beraten werden. Eine Kommissionssprecherin sagte, die Liste sei bislang nicht in Brüssel eingetroffen. Die bisherigen Reformideen reichen nach Ansicht der Gläubiger für eine Auszahlung weiterer Gelder nicht aus. Ob die neue Liste weitergehende Vorschläge umfasst, ist unklar. Aus Regierungskreisen hieß es, Griechenland habe gegenüber seinen Geldgebern klargestellt, dass es seinen Schuldendienst nicht länger bedienen könne, wenn die seit 2014 zurückgehaltenen Hilfskredite nicht ausgezahlt würden.

Bundestag beschließt Pkw-Maut

Berlin: Der Bundestag hat die Einführung der umstrittenen PKW-Maut beschlossen. Ab dem kommenden Jahr sollen alle Autofahrer für die Nutzung von Fernstraßen eine Gebühr entrichten, deutsche Autofahrer die Kosten jedoch über die Kfz-Steuer erstattet bekommen. Die Höhe der Gebühr hängt vom Hubraum der Fahrzeuge sowie von deren Schadstoffausstoß ab. Im Schnitt soll eine Jahresvignette 74 Euro kosten. Für deutsche Autofahrer gilt die Maut sowohl für Autobahnen als auch Bundesstraßen, für ausländische Fahrzeughalter nur auf Autobahnen. Bundesverkehrsminister Dobrindt sprach von einem "echten Systemwechsel" von einer Steuer- hin zu einer Nutzerfinanzierung von Straßen. Linke und Grüne prophezeien, dass das Gesetz europarechtlich keinen Bestand haben wird.

Bundesrat billigt Mietpreisbremse

Berlin: Der Bundesrat hat die Einführung einer Mietpreisbremse gebilligt. Regionen, die unter einem angespannten Wohnungsmarkt leiden, können damit künftig den Anstieg der Mieten verlangsamen, so die Hoffnung dahinter. Wird die Preisbremse in einer Kommune angewandt, darf dort die neue Miete bei einem Mieterwechsel maximal auf einen Betrag steigen, der 10 Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegt. Zahlreiche Ausnahmen verwässern die Bremse allerdings. Außerdem dürfen Maklergebühren künftig nicht mehr einfach auf den Mieter abgewälzt werden. Vermieter, die einen Makler beauftragen, müssen diesen dann selber bezahlen. Die Regelungen sollen zum ersten Juni in Kraft treten.

Bayern scheitert mit Asylvorstoß im Bundesrat

Berlin: Bayern ist mit dem Versuch gescheitert, weitere Balkan-Staaten als sichere Herkunftsländer einstufen zu lassen. Der Vorstoß bekam im Bundesrat keine Mehrheit und wird deshalb auch nicht in den Bundestag eingebracht. Bayern wollte Asylverschärfungen für Flüchtlinge aus dem Kosovo, Albanien und Montenegro durchsetzen, indem die Länder zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt werden. Neuen Schub hatte die Diskussion bekommen, weil die Zahl der Asylbewerber aus dem Kosovo zu Jahresbeginn stark gestiegen war. - Verabschiedet hat der Bundesrat hingegen die Frauenquote für große Unternehmen und die Mietpreisbremse.

Italiens Kassationsgericht spricht Amanda Knox frei

Rom: Das höchste italienische Gericht hat die Amerikanerin Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffalele Sollecito vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Das Gericht kippte damit die Verurteilung aus einer früheren Instanz. Knox und dem vier Jahre älteren Mann war vorgeworfen worden, 2007 in Perugia die 21 Jahre alte britische Austauschstudentin Meredith Kercher ermordet zu haben. Zuletzt war Knox im vergangenen Jahr in Abwesenheit zu 28einhalb Jahren Haft verurteilt worden. Mit dem höchstrichterlichen Urteil endet für die beiden Angeklagten ein achtjähriges Justizdrama.

Türkei beschließt neue Sicherheitsgesetze

Ankara: Mit der Mehrheit der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP hat das türkische Parlament eine Verschärfung des Demonstrationsrechts beschlossen. Das Gesetz räumt der Polizei mehr Vollmachten ein. Sie soll künftig in bestimmten Situationen auf gewalttätige Demonstranten schießen dürfen, ohne selber angegriffen worden zu sein. Beschlossen wurde auch eine stärkere Kontrolle des Internets. Kritiker sehen in den Gesetzen den Versuch, Proteste vor der Parlamentswahl im Juni im Keim zu ersticken. Die türkische Regierung rechtfertigt die Reformen mit Unruhen im kurdisch geprägten Südosten der Türkei, bei denen im Oktober Dutzende Menschen getötet worden waren. Während der Parlamentssitzung flogen Stühle und Wassergläser. Es kam zu Schlägereien zwischen AKP-Abgeordneten und der Opposition. Fünf Parlamentarier wurden verletzt.

Raumfahrer sind zu einjähriger Mission gestartet

Baikonur: Auf dem Weltraumbahnhof in Kasachstan hat am Abend eine besondere Mission begonnen. Als Test für eine Marsreise wurden ein Amerikaner und ein Russe für ein ganzes Jahr auf die Raumstation ISS entsandt. Üblicherweise bleiben die Raumfahrer nur ein halbes Jahr im All. Eine Reise zum Mars würde nach heutigen Erkenntnissen etwa zwei bis drei Jahre dauern. Außergewöhnlich an der Mission ist auch, dass der eineiige Zwillingsbruder des amerikanischen Astronauten sich am Boden identischen medizinischen Experimenten unterziehen wird. Davon erhofft man sich Aufschlüsse über die Auswirkungen eines längeren Weltraumaufenthaltes auf den menschlichen Körper.

Ärzte melden mehr Augenschäden nach Sonnenfinsternis

München: Eine Woche nach der teilweisen Sonnenfinsternis melden Bayerns Augenärzte eine erhöhte Zahl der Augenschädigungen. Der Landesvorsitzende des bayerischen Augenärzte-Berufsverbands, Heinz, bestätigte dem Bayerischen Rundfunk, dass nach der Sofi viele Patienten mit Sehstörungen im Krankenhaus behandelt worden seien und nun weiter versorgt werden müssten. Die Kassenärztliche Vereinigung meldet, dass sich auffällig viele Menschen mit Augenbeschwerden bei der ärztlichen Bereitschaftshotline gemeldet hätten. Die Sonnenstrahlen können den Teil des Auges schädigen, der für die Seh-Schärfe verantwortlich ist.

Das Wetter in Bayern: In der Nacht wechselnd bewölkt, Abkühlung auf 3 bis 0 Grad

Das Wetter in Bayern: In der Nacht wechselnd bewölkt. Es kühlt ab auf 3 bis 0 Grad. Morgen weiterhin wolkig, aber meist trocken. In der Nähe der Alpen gelegentlich sonnig. 8 bis 12 Grad. Die weiteren Aussichten: wolkig und windig mit häufigen Regenfällen.


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