Nachrichten


14717

10:00 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion Stand: 28.07.2014

Mollath überwirft sich mit Verteidigern

Regensburg: Im Mollath-Prozess scheint das Verhältnis von Angeklagten und Verteidigung einen neuen Tiefpunkt erreicht zu haben: Mollath forderte zusätzliche Zeit für weitere Beweisanträge. Seinen Anwälten hielt er vor, seine bisherigen Anträge nur zum Bruchteil umgesetzt zu haben. Mollaths Verteidiger Strate wies dies verärgert zurück und sagte: "Ich habe ihm erklärt, warum diese Beweisanträge Mist sind." Strate sprach außerdem von Leuten, die Mollath an der Verteidigung vorbei im Hintergrund juristisch beraten und deutete seinen Rückzug an.

Sicherheitsrat fordert einstimmig bedingungslose Waffenruhe für Gaza

New York: Der UN-Sicherheitsrat hat die Konfliktparteien im Gaza-Krieg zu einer sofortigen und bedingungslosen humanitären Waffenruhe aufgerufen. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen verabschiedete am frühen Morgen unserer Zeit einstimmig eine entsprechende Erklärung. Israelis und Palästinenser sollen demnach während des heutigen Fastenbrechens nach dem Ramadan und darüber hinaus das Feuer einstellen. Der Schutz der Zivilbevölkerung müsse respektiert und Hilfen für die notleidenden Menschen im Gaza-Streifen ermöglicht werden. Gegenwärtig greift die israelische Armee offenbar keine Ziele im Gaza-Streifen an, allerdings zerstören Soldaten weiter Tunnel der Hamas.

USA hat angeblich Beweise für russische Attacken gegen ukrainische Soldaten

Washington: In der Ukraine-Krise erheben die USA schwere Anschuldigungen gegen Russland. Das Büro des Nationalen Geheimdienstdirektors veröffentlichte Satelliten-Aufnahmen. Diese Fotos belegen angeblich, dass pro-russische Separatisten von Russland gelieferte schwere Artillerie gegen ukrainische Soldaten eingesetzt haben. Außerdem sollen die Aufnahmen beweisen, dass russische Soldaten über die Grenze hinweg ukrainische Streitkräfte beschossen haben. - Da in der Region noch immer heftige Kämpfe toben, ist der freie Zugang zur Absturzstelle der malaysischen Passagiermaschine nach wie vor nicht möglich.

Treibstofflager in Tripolis brennt

Tripolis: In der libyschen Hauptstadt steht noch immer ein Treibstofflager in der Nähe des Flughafens in Flammen. Wie die staatliche Ölgesellschaft mitteilte, wurde der Tank von einer Rakete getroffen. Das Lager enthält sechs Millionen Liter Benzin und befindet sich neben anderen Tanks für Gas und Diesel. Ihr Volumen wird mit 90 Millionen Litern angegeben. Sollte das Feuer übergreifen, droht eine gewaltige Explosion, die schwere Schäden im Umkreis von etwa fünf Kilometern anrichten könnte. Das Energieministerium rief alle Anwohner auf, das Gebiet zu verlassen. Einsatzkräfte der Betreiberfirma und des Zivilschutzes versuchen die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

SPD und Grüne wollen Betreuungsgeld abschaffen

Berlin: Ein Jahr nach seiner Einführung ist erneut ein heftiger Streit um das Betreuungsgeld entbrannt. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen Göring-Eckardt sagte im Kölner Stadtanzeiger, das Betreuungsgeld setze falsche Anreize. Die Bundesregierung solle die Leistung abschaffen und besser in ausreichend gute Betreuungsplätze investieren. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Reimann erklärte in der Passauer Neuen Presse, ihre Partei sei sofort bereit, das Betreuungsgeld wieder abzuschaffen. Aus der CSU hieß es dagegen, der Staat dürfe nicht ein Erziehungsmodell bevorzugen. Hintergrund der Diskussion ist eine neue Studie, wonach das Betreuungsgeld viele Migrantenfamilien und Eltern mit geringer Bildung davon abhält, ihre Kleinkinder in eine Krippe zu schicken.

Hasselfeld rügt Mautkritiker in der Union

Passau: CSU-Landesgruppenchefin Hasselfeldt hat ein Ende des unionsinternen Streits um die geplante Pkw-Maut gefordert. Der Passauer Neuen Presse sagte sie, es müsse endlich Schluss sein mit dem Gezeter um die Abgabe, das gehe den Menschen auf die Nerven. Es sei unbestritten, dass mehr Geld für die Straßen gebraucht werde. Wer sich darüber empöre, dass das Konzept von Verkehrsminister Dobrindt über den Koalitionsvertrag hinausgehe, habe diesen offensichtlich nicht richtig gelesen. Thüringens Ministerpräsidentin Lieberknecht von der CDU sieht dagegen nach wie vor politischen Diskussionsbedarf. Der Bild-Zeitung sagte sie: um den richtigen Weg müsse man noch ringen.

Arbeitgeber fordern neues Flexi-Renten-Konzept

Berlin: Die Arbeitgeber haben sich gegen die unflexiblen Hinzuverdienstgrenzen für Frührentner ausgesprochen. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände fordert, soll jeder Frührentner unbeschränkt zur Altersrente weiteres Einkommen erarbeiten können. Die heute geltenden Hinzuverdienstregeln würden vielfach als Arbeitsverbot verstanden, so der Verband. Wer derzeit als Frührentner regelmäßig mehr als 450 Euro verdiene, bekomme je nach Höhe des Zusatzeinkommens nur noch zwei Drittel, die Hälfte oder sogar nur ein Drittel des Altersgeldes als Teilrente ausgezahlt.

Dänemark und Deutschland sind größte Profiteure des EU-Binnenmarkts

Gütersloh: Die Länder Deutschland und Dänemark sind die größten Profiteure des zusammengewachsenen EU-Binnenmarktes. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Den Berechnungen zufolge ließ das Zusammenwachsen Europas das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland zwischen 1992 und 2012 in jedem Jahr um durchschnittlich um 37 Milliarden Euro steigen. Das entspreche einem jährlichen Einkommensgewinn von 450 Euro pro Einwohner. Nur Dänemark habe mit einem Zuwachs von 500 Euro pro Einwohner noch höhere Zuwächse erzielt. Ausbaufähig sei in beiden Ländern lediglich der Dienstleistungs- und Arbeitsmarkt, stellt die Studie weiter fest.

Sommergewitter toben über Teilen Bayerns

Erlangen: Ein heftiges Hitzegewitter hat am Abend einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Allein in Erlangen musste die Feuerwehr zwischen 18 Uhr und Mitternacht zu mehr als 120 Einsätzen ausrücken - meistens wegen voll gelaufener Keller und Tiefgaragen. In Alt-Erlangen ging ein Dachstuhl in Flammen auf. In Nürnberg musste wegen Dauerregen erstmals in der 15-jährigen Geschichte das Klassik Open Air abgebrochen werden. Auch aus Oberfranken werden schwere Schäden gemeldet. In Neustadt schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein, dabei entstand ein Schaden von 100.000 Euro. In Bayreuth, Hof und Kulmbach standen zahlreiche Straßen unter Wasser.

Das Wetter in Bayern: Freundlich bei 22 bis 28 Grad, später Gewitter

Wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Ab Mittag örtlich kräftige Schauer und Gewitter. Höchstwerte 22 bis 28 Grad. In der Nacht Schauer und Gewitter, im Westen später kräftig und ergiebiger Regen möglich. Tiefstwerte um 16 Grad. - Morgen bewölkt mit gewittrigen Regenfällen, Höchstwerte 17 bis 25 Grad. Am Mittwoch wenig Wetteränderung, Donnerstag von Nordwesten her freundlicher, Höchstwerte 18 bis 26 Grad.


14717