Nachrichten


17002

09:00 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 21.10.2014

Cockpit droht mit weiteren Streiks bei Lufthansa in dieser Woche

Frankfurt am Main: Die Piloten-Gewerkschaft Cockpit droht der Lufthansa noch in dieser Woche mit weiteren Streiks. Cockpit-Vorstand Wahl sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man schließe das explizit nicht aus, falls sich die Lufthansa nicht bewege. Die Piloten der Lufthansa haben heute früh ihren gestern Mittag begonnenen Streik fortgesetzt und auf Langstreckenflüge ausgeweitet. Der Arbeitskampf endet um Mitternacht. - In München hat die Lufthansa zwar die Hälfte aller Kurz-, Mittel- und Langstreckenverbindungen streichen müssen, kann aber die andere Hälfte aufrecht erhalten. Dabei helfen die Lufthansa-Regionaltochter Cityline sowie Piloten aus dem Management. Schlimmer trifft es das Drehkreuz Frankfurt. Dort musste die Lufthansa fast alle Langstreckenflüge und einen Großteil der Kurz- und Mittelstreckenverbindungen annullieren.

Ramelow könnte erster Ministerpräsident der Linken werden

Erfurt: Die Spitze der Thüringer SPD hat sich gestern Abend einstimmig gegen eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition und für ein Bündnis mit der Linken und den Grünen ausgesprochen. Das letzte Wort hat die Basis, das Ergebnis der Mitgliederabstimmung soll am 4. November vorliegen. Der Fraktionschef der Linkspartei im Erfurter Landtag, Ramelow, kündigte an, als Regierungschef werde er beweisen, dass die Linke bei Problemlösungen alltagstauglich sei. In der SPD war in den vergangenen Wochen heftig debattiert worden, ob man sich 25 Jahre nach dem Fall der Mauer als Juniorpartner für eine Regierung mit der Linken an der Spitze zur Verfügung stellen sollte. Die Linke war ihren möglichen Partnern weit entgegengekommen - auch indem sie die DDR als "Unrechtsstaat" bezeichnete.

Bundesverfassungsgericht befasst sich mit Rüstungsgeschäften

Karlsruhe: Das Bundesverfassungsgericht verkündet heute sein Urteil über die Informationsrechte des Bundestags bei Rüstungsexporten. Es geht um die Frage, ob die Abgeordneten vorab von Waffenlieferungen erfahren dürfen. Geklagt haben drei Bundestagsabgeordnete der Grünen. Sie wollen die bisherige Praxis kippen. Danach informiert die Bundesregierung das Parlament erst nachträglich über genehmigte Rüstungsexporte. Der jährliche Rüstungsexportbericht wird mittlerweile durch halbjährliche Zwischenberichte ergänzt.

Bundesarbeitsgericht verhandelt über Altersstaffelung beim Urlaub

Erfurt: Vor dem Bundesarbeitsgericht geht es heute Vormittag erneut um eine Altersstaffelung beim Urlaub. Nachdem die obersten Richter 2012 längere Urlaubszeiten für ältere Beschäftigte in Tarifverträgen des Öffentlichen Dienstes für unwirksam erklärt hatten, geht es heute um ein Unternehmen der Privatwirtschaft. Geklagt haben sieben jüngere Mitarbeiter eines Schuhherstellers aus Rheinland-Pfalz. Sie fordern ebenfalls 36 statt 34 Urlaubstage pro Jahr. Die beiden zusätzlichen Tage gewährt der Arbeitgeber bisher nur Mitarbeitern ab dem 58.Lebensjahr und begründet dies mit einer besonderen Fürsorgepflicht für ältere Beschäftigte.

Russland und Ukraine setzen Gas-Gespräche fort

Brüssel: Die Ukraine und Russland setzen am Vormittag in Brüssel unter Vermittlung der EU ihre Gespräche über die strittigen Gaslieferungen fort. Die Ukraine hofft auf eine Einigung mit dem wichtigen Gaslieferanten Russland noch vor dem Winter. Moskau beharrt auf der Begleichung ukrainischer Schulden für frühere Lieferungen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. Dabei dürfe die Ukraine nicht erwarten, dass die EU die ausstehenden Rechnungen für Kiew bezahle, sagte der slowakische Regierungschef Fico nach einem Treffen mit der Bundeskanzlerin. Merkel erklärte ihrerseits, jeder müsse seinen Beitrag leisten. Die Slowakei hatte im vergangen Winter auf Bitten der EU Gas in die Ukraine zurückgepumpt, um den Versorgungsengpass dort zu beenden.

US-Seuchenschutz verschärft Vorschriften für Ebola-Behandlungen

Atlanta: Nach der Ebola-Infektion von zwei Pflegerinnen in den USA werden die Richtlinien für die Behandlung betroffener Patienten verschärft. Die US-Seuchenschutzbehörde ordnete an, dass künftig durch zusätzliche Handschuhe, Masken und Kapuzen dafür gesorgt werden muss, dass die Schutzbekleidung den Körper der Betreuer vollständig bedeckt. Zudem muss ab sofort immer eine Aufsichtsperson zugegen sein, wenn die Montur an- und abgelegt wird. Kürzlich hatten sich zwei Krankenschwestern in Texas bei der Betreuung eines Ebola-Patienten angesteckt. Er ist mittlerweile gestorben.

Städtetag sieht Flüchtlingshilfe als große Herausforderung

München: Die bayerische Staatsregierung berät heute über einen Winter-Notfallplan für Flüchtlinge. Dabei geht es um die Frage, wo Flüchtlinge während der kalten Jahreszeit untergebracht werden. Derzeit schlafen sie teilweise in Räumen, die nicht beheizt werden können. Der Deutsche Städtetag rechnet mit rund 230.000 Flüchtlingen in diesem Jahr. Präsident Maly sprach in der "Passauer Neuen Presse" von einer gewaltigen Herausforderung für die Kommunen. Man solle aber auch nicht jammern. Bei einer Gesamtbevölkerung von 80 Millionen Menschen sei das durchaus zu leisten, so der Nürnberger Oberbürgermeister.

Bei jüngeren Erstklässlern wird öfter ADHS diagnostiziert

Berlin: Die AOK warnt davor, Kinder vorschnell zu ADHS-Patienten zu erklären. Ein Experte der Krankenversicherung sagte der Zeitung "Die Welt", wenn ein Schulkind im Unterricht unaufmerksam sei oder herumlaufe, könne das auch andere Ursachen haben. So zeigt zum Beispiel eine aktuelle Untersuchung der AOK, dass ADHS bei Erstklässlern desto häufiger festgestellt wird, je jünger das betreffende Schulkind ist. Studien-Autor Schröder sagte, Eltern sollten deshalb überlegen, ob ihr Kind besser ein Jahr später eingeschult werde. Damit könne vermieden werden, dass Kinder fälschlicherweise zu ADHS-Patienten erklärt und mit Psychopharmaka behandelt würden.

Der September war der wärmste seit über 130 Jahren

Washington: Der vergangene September war der wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen vor mehr als 130 Jahren. Wie die US-Klimabehörde mitteilte, lag die Durchschnittstemperatur der Erd- und Meeresoberflächen bei 15,7 Grad Celsius und damit gut 0,7 Grad höher als im langfristigen Mittel für diesen Monat. Auch Mai, Juni und August hatten dieses Jahr schon globale Temperaturrekorde aufgestellt.

Hofer Filmtage starten mit Streifen über fremdenfeindliche Krawalle

Hof: Mit einem Film über die fremdenfeindlichen Krawalle in Rostock-Lichtenhagen im Jahr 1992 werden heute Abend die 48. Internationalen Hofer Filmtage eröffnet. Bei den Krawallen hatten rechte Randalierer tagelang ein überfülltes Asylbewerberheim belagert und schließlich unter dem Applaus von Anwohnern Brandsätze auf ein angrenzendes Ausländerwohnheim geworfen. Bei dem Festival stehen in diesem Jahr 125 Filme auf dem Programm - die Filmtage dauern bis zum 26. Oktober.

Das Wetter in Bayern: Neben Regen auch Auflockerungen, 13 bis 18 Grad

Das Wetter: Wechselnd bewölkt mit Schauern, am Nachmittag zunehmend windig; Höchstwerte 13 bis 18 Grad. In der Nacht bei stürmischen Winden weitere Regenfälle, Tiefstwerte um 4 Grad. Die weiteren Aussichten: auch morgen windig und regnerisch, Höchstwerte 4 bis 9 Grad. Am Donnerstag bewölkt und vor allem in Südbayern noch Regen, am Freitag trocken und gelegentlich etwas Sonne. Höchstwerte 5 bis 13 Grad.


17002