Themen - Unterwegs in Bayern


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Regensburg Seit 200 Jahren wieder Teil Bayerns

Wie erholte sich Regensburg von dem Schock? Einst genoß die oberpfälzische Stadt Weltbedeutung, plötzlich war sie nurmehr Provinz. Siegfried Höhne beleuchtet die letzten 200 Jahre der ehemals freien Reichsstadt.

Stand: 04.10.2011

  • 1809
    Napoleon blickt von einem Hügel aus auf das brennende Regensburg | Bild: Historisches Museum Regensburg

    Napoleon blickt von einem Hügel aus auf das brennende Regensburg.

    1809

    Der Anfang vom Ende: Napoleon erstürmt Regensburg

    Der Anfang vom Ende für die ehemals freie Reichsstadt Regensburg vollzieht sich bereits ein Jahr vor der offiziellen Übergabe an Bayern. Am 23. April 1809 - drei Jahre nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation - erstürmen französische Truppen die Stadt. An der Spitze des französischen Heers: Napoleon Bonaparte. Regensburg ist in diesem Jahr noch unabhängiges Fürstentum, regiert von Kurerzkanzler Carl von Daberg." Doch mit dem Sieg Napoleons über die österreichischen Truppen hat das unabhängige Fürstentum Regensburg keine Zukunft mehr.

    Quelle: Historisches Museum Regensburg

  • 1810
    Historischer Augenblick: Regensburg wird bayerisch. | Bild: Historisches Museum Regensburg

    Historischer Augenblick: Regensburg wird bayerisch.

    1810

    Regensburg wird Bayerisch

    Am 23. Mai 1810 ist es soweit. Im "Bischofshof" geht eine Epoche zu Ende: Nach über 500 Jahren politischer Unabhängigkeit wird aus der ehemaligen freien Reichsstadt und Sitz des "Immerwährenden Reichstags" eine bayerische Provinzstadt. Der Gesandte des bayerischen Königs, Joseph Maria Freiherr von Weichs, verliest vor den Honoratioren der Stadt das "Besitzergreifungspatent" des bayerischen Königs Maximilian I. Josef. Für die Stadt bedeutet dies zunächst einen großen Verlust. Sie versinkt in jahrzehntelange Bedeutungslosigkeit.

    Quelle: Historisches Museum Regensburg

  • 1817
    Gemälde von Erzkanzler Carl von Dalberg - dem letzten Regensburger Landesherrn | Bild: Historisches Museum Regensburg

    Erzkanzler Carl von Dalberg – der letzte Regensburger Landesherr.

    1817

    Dalberg: Requiem für eine beliebten Landesherrn

    Sieben Jahre nach der Übergabe von Regensburg an das Königreich Bayern stirbt der letzte Landesherr der ehemals freien Reichsstadt, Carl von Dalberg. Der frühere Kurerzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hatte im Dezember 1802 die Herrschaft über Regensburg angetreten. Seine über siebenjährige Regentschaft geht als Glückszeit in die Geschichte der Stadt ein. Er gilt als Sozialreformer und Förderer der Künste. Unter anderem lässt er in Regensburg ein Theater errichten. Dalberg wird nach einem prunkvollen Requiem im Regensburger Dom bestattet.

    Quelle: Historisches Museum Regensburg

  • 1859
    Die Turmhelme des Regensburger Doms im Bau | Bild: Historisches Museum Regensburg

    Der Regensburger Dom bekommt seine Turmhelme.

    1859

    Ludwig I. lässt die Domtürme ausbauen

    König Ludwig I. hat ein besonders enges Verhältnis zu Regensburg. Dem Romantiker Ludwig gefällt das mittelalterliche Ambiente der Stadt, vor allem der majestätische gotische Dom. Und er weiß um die Verluste, die Regensburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts erleiden musste. Als kleine "Wiedergutmachung" gibt er den Anstoß für den Ausbau der Regensburger Domtürme. 50 Jahre nach dem Übergang der Stadt an Bayern können die Bauarbeiten beginnen.

    Quelle: Historisches Museum Regensburg

  • 1910
    Bild von der Regensburger Kreisausstellung 1910 | Bild: Historisches Museum Regensburg

    Ein Hauch von Weltausstellung – das Messegelände von 1910.

    1910

    Tradition und Aufbruch: Die Oberpfälzer Kreisausstellung

    100 Jahre nach dem Übergang der Stadt an Bayern demonstrieren Regensburg und die Oberpfalz neues Selbstbewusstsein. Unter dem Motto "Tradition und Aufbruch" findet auf dem Gelände des heutigen Stadtparks die große "Kreisausstellung" statt. Industrie, Handwerk und Gewerbe aus Regensburg und der gesamten Region stellen sich vor. Dafür werden zahlreiche Ausstellungshallen errichtet. Hinzu kommt ein umfangreiches Rahmenprogramm. Man ist wieder wer. Schließlich wird noch im selben Jahr der Donauhafen eröffnet, seit 1903 fährt bereits die Straßenbahn. Die Stadt hat 52.000 Einwohner.

    Quelle: Historisches Museum Regensburg

  • 1964
    Grundsteinlegung für die vierte Landesuniversität. | Bild: Stadtbildstelle Regensburg

    Historischer Moment: Grundsteinlegung für die vierte Landesuniversität.

    1964

    Regensburg wird Universitätsstadt

    Nach zwei Kriegen, Nazizeit und Inflation ist es mit der Aufbruchs- Euphorie vorerst vorbei. Die Lage am Eisernen Vorhang lässt Regensburg erneut zurückfallen. Da erfüllt sich in den 60er Jahren für die Stadt ein jahrhunderte langer Traum. Der bayerische Landtag beschließt die Errichtung einer vierten Landesuniversität. Die Grundsteinlegung im Jahr 1964 ist gleichzeitig der Startschuss für den Aufstieg der Stadt zu einem gefragten Technologie- und Wissenschaftsstandort.

    Quelle: Stadtbildstelle Regensburg

  • 1984
    Der damalige Ministerpräsident Franz Josef Strauß bei der Grundsteinlegung für BMW | Bild: Stadtbildstelle Regensburg

    Spektakuläre Ansiedlung: Franz Josef Strauß bei der Grundsteinlegung für BMW.

    1984

    BMW kommt: Regensburg wird Auto- und Industriestadt

    20 Jahre nach der Gründung der Universität gibt es für Regensburg erneut Grund zum Feiern. Der BMW-Konzern beschließt den Bau einer neuen Autofabrik am Rande der Stadt. Die spektakuläre Werksansiedlung zieht weitere Technologie- und Industriebetriebe (u.a. Siemens, Infineon, Toshiba) an. Aus der verschlafenen Provinzstadt von früher wird eine aufgeweckte und blühende Wirtschafts-, Hochschul- und Kulturstadt.

    Quelle: Stadtbildstelle Regensburg

  • 2006
    Oberbürgermeister Hans Schaidinge rhält die UNESCO-Welterbe-Urkunde hoch | Bild: Stadtbildstelle Regensburg

    Oberbürgermeister Hans Schaidinger freut sich über die UNESCO-Welterbe-Urkunde.

    2006

    Regensburg wird Weltkulturerbe

    Der Aufbruch Regensburgs aus jahrzehntelanger Bedeutungslosigkeit zu einem bayerischen Aushängeschild wird 2006 mit einer spektakulären Auszeichnung gekrönt. 200 Jahre nach dem Ende des "Immerwährenden Reichstags" nimmt die UNESCO die Regensburger Altstadt in die Liste der Welterbestätten auf. Das einzigartige mittelalterliche Erbe von Regensburg zieht seitdem jährlich Hunderttausende von Touristen aus aller Welt an, sehr zur Freude für die Hotel- und Gastronomiebetriebe in der Stadt.

    Quelle: Stadtbildstelle Regensburg

  • 2010
    Regensburg feiert Ludwig I. | Bild: Stadtbildstelle Regensburg

    Ein König kehrt zurück - Regensburg feiert Ludwig I.

    2010

    200 Jahre bei Bayern: Regensburg feiert

    200 Jahre Regensburg bei Bayern. Die Stadt blickt aus Anlass dieses Jubiläums weniger zurück als nach vorn. Gefeiert wird trotzdem, unter anderem mit einem ungewöhnlichen Spektakel. Das Reiterstandbild von König Ludwig I. von Bayern kommt zurück auf den Domplatz. Dort, wo er vor 100 Jahren schon einmal aufgestellt wurde. Doch die Nazis ließen den Monarchen abmontieren und in der Bahnhofsallee abstellen. Jetzt grüßt Ludwig I. wieder hinüber zum Dom, dessen Ausbau er gefördert hat. Und das Historische Museum der Stadt erinnert an die Kreisausstellung von 1910. Motto: Tradition - und Aufbruch.

    Quelle: Stadtbildstelle Regensburg


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