Bayern 2 - Notizbuch


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Elektromobilität Elektrisch auf Reisen

Robert Kreipl fährt schon seit über einem Jahrzehnt mit seinem elektrischen Twike durch Deutschland, Italien, Österreich und die Schweiz. Er hat hundert gute Gründe dafür. Hier sind seine drei wichtigsten.

Von: Felix Strohbach

Stand: 23.08.2016

 1.    Die Reise ist ein Abenteuer

Robert Kreipl weiß nie genau, wo lang er fährt. Er setzt sich ein Ziel, das er auf seiner Reise erreichen will und fährt los. Nachdem die Reichweite mit dem Twike auf 180 Kilometer begrenzt ist, fährt er in Etappen bis zum Ziel. Sobald die Reichweite knapp wird, sucht er die nächste Ladestelle. Zum Aufladen braucht er nur eine normale Steckdose, wie es sie in jedem Haushalt gibt. So kommt er aber an Orte, die er sonst niemals kennengelernt hätte. Wenn Robert Kreipl dann eine Steckdose erreicht, kann auch das Aufladen aufregend werden. An einer Tankstelle in Friedrichshafen wollte Robert Kreipl nur kurz zwischenladen. Doch dann:

"Riesen Funken aus der Steckdose und die ganze Tankstelle war lahmgelegt.  Nichts mehr ist gegangen."

Robert Kreipl

Gemeinsam mit dem Tankstellen-Besitzer mussten sie dann nach der Hauptsicherung suchen. Nach einer halben Stunde haben sie den Schalter gefunden.

 2.    Man lernt neue Leute kennen

Die Menschen kommen auf Robert Kreipl zu, auch wenn er auf seinen Reisen nur kurz zum Einkaufen fährt. Sie wollen wissen, was das für ein Fahrzeug ist, mit dem er da unterwegs ist. Ganz schnell ist Robert Kreipl dann in ein Gespräch verwickelt und kommt oft gar nicht mehr weg. Doch darüber freut er sich. Er fährt sogar lieber zu Privatpersonen zum Aufladen, als zu öffentliche Ladesäulen. Dort hat er immer die schönsten Erlebnisse. Zum Beispiel als er einem Bauern bei Schweißarbeiten an einem Traktor geholfen hat. Währenddessen hat das Twike geladen und die Bäuerin hat Kaffee und Kuchen gebracht. Als das Twike voll war, wollten der Bauer und seine Familie mal mitfahren. Nachdem Robert Kreipl alle einmal mitgenommen hat, war der Akku wieder leer. Zu den meisten Menschen, die er über seine Reisen kennenlernt, hat er immer noch Kontakt.

"Und dann hat die Bäuerin gesagt: Dann kannst du zum Abendessen auch gleich da bleiben."

Robert Kreipl

  3.    Der Urlaub beginnt während der Fahrt

Wenn Robert Kreipl mit seinem Twike verreist, dann hat er Zeit. Der Urlaub beginnt für ihn mit der Reise selbst. Statt auf der Autobahn die 500 Kilometer bis zum Gardasee durch zu rasen, zuckelt er gemütlich über schöne Bergpässe und hält überall an, wo es ihm gefällt und er aufladen kann. Teilweise schleicht er mit 30 km/h eine Bergstraße hoch. Dadurch erhöht er die Reichweite des Fahrzeugs und kann in Ruhe die Umgebung genießen. Weil es bei einem Elektroauto kein lautes Motorengeräusch gibt, werden Tiere auch nicht verschreckt.

"Da mach ich den Tempomat rein und dann sehe ich die Murmeltiere am Straßenrand."

Robert Kreipl

Das Reisen mit dem Elektrofahrzeug: Es ist also ist ein richtiges Abenteuer, das das Urlaubsgefühl steigert. Auf dem man immer neue Menschen kennen lernt. Und ganz nebenbei ist es auch noch umweltfreundlich .


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