Bayern 2 - Hörspiel


5

Hörspiel und Medienkunst Publikationen

Stand: 08.09.2015

Eran Schaerf: Frequenzmoduliertes Szenario

Cover "Eran Schaerf: Frequenzmoduliertes Szenario" | Bild: intermedium/belleville

"Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien." Dass der Künstler und Hörspielautor Eran Schaerf zu denen zählt, die gerne diesen wohl berühmtesten Satz von Niklas Luhmann zitieren, wäre zunächst nicht unbedingt bemerkenswert. Doch wer sich mit Schaerfs Werk auseinandersetzt, könnte Luhmanns Diktum durchaus als einen möglichen Ausgangspunkt für das Projekt FM-Scenario wählen und sich der Einschätzung annähern, dass der Künstler nicht weniger als die Realität der Massenmedien zum Gegenstand seiner Feldforschung erhoben hat.

Voraussetzung ist ein Verständnis von Massenmedien, das diese nicht auf Programme und technische Verbreitungswege reduziert, sondern in den Kontext gesellschaftlicher und sozialer Gefüge rückt: Massenmedien stellen demnach, kurz gesagt, gesellschaftliche Öffentlichkeit her und erfüllen Bedürfnisse verschiedentlicher Orientierung. Eine umfassende Generierung und Präsentation breiter publizistischer Angebote setzt die Existenz sozialer und ökonomischer Organisationen voraus, die sich unter Marktbedingungen stabil oder – konsequenterweise kapitalistischem Gesetz folgend – expansiv behaupten können. Diese Medienorganisationen erfüllen einerseits einen gesellschaftlichen Funktionsauftrag, andererseits verfolgen sie eigene ökonomische, strukturelle und politische Interessen. (Herbert Kapfer)

Das Buch erscheint im Rahmen des Projekts FM-Scenario - Die Stimme des Hörers, eine Produktion des Bayerischen Rundfunks/Hörspiel und Medienkunst und a production e. V. Berlin, in zwei Fassungen:

Frequenzmoduliertes Szenario
376 Seiten, belleville Verlag München
Herausgegeben von Herbert Kapfer und Joerg Franzbecker
Mit Beiträgen von Pauline Boudry/Renate Lorenz, Julian Doepp, Heike Geissler, Herbert Kapfer, Christine Lemke, Hanne Loreck, Sven Lütticken, Eva Meyer, Yigal Shalom Nizri, Annelie Pohlen, Gerald Raunig, Hans-Rudolf Reust, Margit Rosen, Eran Schaerf, Felix Stalder und Andrea Thal.
erschienen im September 2015
ISBN 978-3-943157-61-1

Frequency-Modulated Scenario
288 pages, Archive Books Berlin
Edited by Herbert Kapfer and Joerg Franzbecker
With contributions by Heike Geissler, Herbert Kapfer, Christine Lemke, Hanne Loreck, Sven Lütticken, Karolin Meunier, Eva Meyer, Yigal Shalom Nizri, Gerald Raunig, Margit Rosen, Eran Schaerf, Andrea Thal, and Gitte Villesen
ISBN 978-3-943620-34-4

In Kooperation mit établissement d’en face projects, Brüssel; Hartware MedienKunstVerein, Dortmund; Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Les Complices*, Zürich; Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt; ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe. Das Projekt wird gefördert mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes.

Katarina Agathos/Herbert Kapfer (Hg.): BR radiobuch Hörspiel Autorengespräche und Portraits

Seit den Pioniertagen des Rundfunks konnte sich das Hörspiel als Kunst im Massenmedium entwickeln und entfalten. Das BR radiobuch spiegelt die Vielfalt des Genres Hörspiel wider. Mit Beiträgen von Roana Brogsitter, Knut Cordsen, Jörg Drews, Uwe Naumann, Klaus Ramm, Carl-Ludwig Reichert, Mira Alexandra Schnoor, Katharina Teichgräber und Gunna Wendt zu Carl Amery, Alfred Döblin, Hartmut Geerken,Helmut Heißenbüttel, Ernst Jandl, Elfriede Jelinek, Klaus Mann, Friederike Mayröcker, Raoul Schrott, Günther Weisenborn, Peter Weiss und Paul Wühr.

278 Seiten, gebunden
erschienen im Mai 2009
ISBN 978-3-936298-68-0

Herbert Kapfer/Barbara Schäfer/Katarina Agathos (Hg.): Intermedialität und offene Form. Hörspiel und Medienkunst im Bayerischen Rundfunk. Gesamtverzeichnis 1996-2005

Der Band erfasst die von 1996 bis 2005 entstandenen radio- und medienkünstlerischen Produktionen und intermedialen Projekte des Bayerischen Rundfunks: Live-Hörspiele, Radio-Opern, Performances, Videoproduktionen und Ausstellungsbeteiligungen, häufig entstanden in Zusammenarbeit mit Bühnen, Museen und anderen kulturellen Institutionen. "Intermedialität und offene Form" dokumentiert auch den Diskurs zu den Gattungen Hörspiel und Medienkunst, an dem zahlreiche Künstler und Medien- und Kulturwissenschaftler beteiligt waren. Das Gesamtverzeichnis wird ergänzt durch Aufsätze und Fotos, durch eine Filmografie, eine Bibliografie, eine Hörbuch-Diskografie sowie eine Diskografie der Reihe intermedium records.

Das Gesamtverzeichnis, erschienen im Belleville Verlag, liegt in zwei Ausgaben vor: zum einen als Paperback, zum anderen als gebundene Ausgabe mit zwei Filmen auf DVD: Why should I buy a bed when all that I want is sleep? A chamber film with Robert Lax von Nicolas Humbert und Werner Penzel sowie Flashforward von Eva Meyer und Eran Schaerf. 

448 Seiten, broschiert/gebunden
erschienen 2006
ISBN 978-3-936298-46-8/ ISBN 978-3-936298-47-5

Herbert Kapfer (Hg.): Vom Sendespiel zur Medienkunst. Die Geschichte des Hörspiels im Bayerischen Rundfunk. Gesamtverzeichnis 1949-1999

Bayerische Szene, Mundarthörspiele, Klassiker der Weltliteratur, Komödien, Krimis, Science Fiction, Monologe, Pop-Stücke und Radio-Opern: Die Geschichte des Hörspiels im Bayerischen Rundfunk ist in der Publikation Vom Sendespiel zur Medienkunst dargestellt, die 1999 im Belleville Verlag erschien und das Gesamtverzeichnis der Produktionen aus den ersten fünf Jahrzehnten präsentiert.

487 Seiten, gebunden
erschienen 1999
ISBN 3-923646-97-6

Stefan Iglhaut, Herbert Kapfer, Florian Rötzer (Hg.): what if? Zukunftsbilder der Informationsgesellschaft 

Seit der Renaissance haben Technik und Wissenschaft den westlichen Gesellschaften und ihren Menschen die Tür zur Zukunft und zu utopischen Entwürfen geöffnet. Die damit in Gang gesetzte Fortschrittsdynamik ist mittlerweile allerdings ambivalent und, vor allem was gesellschaftliche Utopien anbetrifft, von Ängsten oder Zweifeln überlagert worden. Der technisch-wissenschaftliche Fortschritt ist keine Utopie mehr, sondern erwartete und wirtschaftlich erforderliche Notwendigkeit. Das hat das Verhältnis der Menschen zur Zukunft gerade im Aufbruch zur Informations- oder Wissensgesellschaft grundlegend verändert. Anlass für eine Frage, welche Visionen das Konzept unserer Informationsgesellschaft geprägt haben und weiter bestimmen.

Welche Rollen spielen die Universalmaschine Computer und das Universalmedium Internet bei der Konstruktion unserer Zukunft? Wohin entwickeln sich die Vorstellungen der Welt als Netzwerk, der Optimierung von Körper, Intelligenz und Wahrnehmung, des Übergangs in virtuelle Realitäten, und nicht zuletzt des Umbaus der Erwerbsgesellschaft. Wissenschaft bringt Neues hervor, auch wenn sie Bekanntes erklärt. Die Nähe zur Fiktion und Imagination ist vor allem dem europäischen Projekt der Synthese von Technik und Wissenschaft eingeschrieben. Daher tauchten zu Beginn der Neuzeit mit der Technowissenschaft auch die Utopien als Vorläufer der Science Fiction auf. "what if" fragt, wohin sich die der Science Fiction eigenen Vorstellungen von der Welt als Netzwerk, der Optimierung von Körper, Intelligenz und Wahrnehmung, des Übergangs in virtuelle Realitäten, und nicht zuletzt des Umbaus der Erwerbsgesellschaft entwickeln.

Das Projekt "what if" ist eine gemeinsame Initiative von Telepolis, Bayerischer Rundfunk/Hörspiel und Medienkunst und Iglhaut+Partner, Berlin, mit der Unterstützung des Informatikjahres 2006.

229 Seiten, Broschur
ISBN-10 3-936931-46-1


5